Beschreibung der Studie

Ziel dieser Studie ist es an analgosedierten Patienten (also Patienten, die sich in einem medikamentös induzierten Schlaf befinden) zu untersuchen , inwiefern die vor einer schmerzhaften Maßnahme bestimmte Reflexschwelle mit schmerzspezifischen Reaktionen auf schmerzhafte Maßnahmen korreliert. Die Reflexschwelle soll also hinsichtlich ihrer Eignung als Vorhersageparameter schmerzbedingter Reaktionen auf einen Schmerzreiz untersucht werden. Somit wäre es möglich vor der Durchführung schmerzhafter therapeutischer Maßnahmen schon die Schmerztherapie anhand der Reflexschwelle anzupassen. Die Teilnahme an der Studie beschränkt sich auf Patienten, die vor der Sedierung auf der Intensivstation in die Studie einwilligen können. Dies sind Patienten, die sich einem größeren chirurgischen Eingriff unterziehen, der eine intensivmedizinische postoperative Versorgung mit Sedierung erforderlich macht wie dies z.B. nach kardiochirurgischen Interventionen der Fall ist. Primärhypothese: Mit der RIII-Reflexschwelle kann bei sedierten (künstlich schlafenden) Intensivpatienten eine unzureichende Schmerzdämpfung während schmerzhafter Reize mit einer klinisch ausreichenden Genauigkeit vorhergesagt werden.

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Studiendetails

Studienziel Vorhersagbarkeit eines Behavioral Pain Scale Wertes >6 durch die RIII Schwelle
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 140
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Volljährige und einwilligungsfähige Patienten, die postoperativ geplant eine Analgosedierung erhalten und präoperativ in die Studie einwilligen.

Ausschlusskriterien

  • Schädigungen oder Neuropathien der Beinnerven sowie schwere Polyneuropathien, Träger von implantierten Defibrillatoren sowie Herzschrittmachern

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die dringende Notwendigkeit, das Schmerzmonitoring in der Intensivmedizin zu optimieren, erwächst aus der Tatsache, dass 35-55% der Intensivpatienten von Schmerzen berichten, diese Schmerzen aber von Seiten des ärztlichen und pflegerischen Personals unterschätzt werden und somit nicht adäquat therapiert werden können (Puntillo, 1990). Inadäquate Schmerztherapie ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Erregungszuständen (Agitation), die mit potentiell lebensbedrohlichen Komplikationen wie Selbst-Extubation, unbeabsichtigter Entfernung von zentralvenösen oder arteriellen Kathetern, und dem Anstieg des myokardialen Sauerstoffverbrauchs mit konsekutivem Herzinfarkt einhergehen können (Cohen et al., 2002). Mit Hilfe der RIII-Reflexschwelle ließe sich vor schmerzhaften Interventionen das Analgesieniveau abschätzen, so dass mögliche Schmerzreaktionen durch eine präventive Opioidgabe kupiert werden können. Dies sollte zu einer Reduktion schmerzbedingter Agitationszustände und Stressreaktionen führen, und damit auch zu einer Reduktion der oben genannten konsekutiven Risiken. Darüber hinaus können Schmerzerlebnisse auf der Intensivstation die Lebensqualität der Patienten dauerhaft beeinträchtigen, bis hin zur Entwicklung eines posttraumatischen Stresssyndroms. Ein besonderes Problem bei der Steuerung der Analgesie stellen tiefer sedierte nicht-kommunikative Patienten dar, da mit zunehmender Sedierungstiefe die Schmerzscores tendenziell zu niedrig ausfallen und mögliche Änderungen des Analgesieniveaus nicht erfasst werden können. Der Nutzen eines klinischen Schmerzscores ist bei solchen Patienten stark eingeschränkt (Payen et al., 2001). Ein regelmäßiges Bestimmen der RIII-Reflexschwelle wäre in diesen Fällen hilfreich, um die analgetische Therapie zu überwachen, und gegebenenfalls bedarfsadaptiert zu ändern. Somit könnten Überdosierungen der Analgetika, die mit einer längeren Beatmungs- und intensivmedizinischen Verweildauer einhergehen(Freire et al., 2002), aber auch Unterdosierungen mit den oben genannten Risiken vermieden werden. Die zusätzliche apparative Schmerzmessung sollte zudem durch einen Feedback-Effekt des Messwertes vor und nach Gabe von Analgetika beim ärztlichen und Pflegepersonal die Sensibilität und Wachsamkeit für das Thema Schmerz auf der Intensivmedizin erhöhen. Primärhypothese: Mit der RIII-Reflexschwelle kann bei analgosedierten Intensivpatienten eine unzureichende Analgesie (gemessen als „behavioural pain scale BPS“ >6) während schmerzhafter Reize mit einer klinisch ausreichenden Genauigkeit vorhergesagt werden.

Quelle

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