Beschreibung der Studie

In dieser Studie soll die Umsetzung einer auf die Soziale Phobie angepassten, manualisierten, tiefenpsychologischen Kurzzeittherapie (STPP) in die ambulante Regelversorgung untersucht werden. Die Wirksamkeit der STPP der Sozialen Phobie wurde vorab in einer großen, systematischen Psychotherapiestudie überprüft. Untersucht werden soll nun, ob dieses neue Verfahren auch in die weniger strukturierten Bedingungen der ambulanten Routineversorgung übertragen werden kann, und ob das Gesundheitssystem von solchen Entwicklungen profitiert. Zu diesem Zweck wird eine Hälfte der teilnehmenden Therapeuten in dem manualisierten Behandlungsverfahren geschult, die andere Hälfte der Therapeuten erhält diese Schulung nicht und führt die Behandlung wie gewohnt durch. Die Zuordnung der Therapeuten zu den beiden Behandlungsbedingungen erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Wir planen den Einschluss von 105 Patienten, die an sozialen Ängsten leiden (Erstdiagnose: Soziale Phobie). Die psychotherapeutische Behandlung der Patienten erfolgt beim niedergelassenen Psychotherapeuten und umfasst 25 (+5 probatorische) Einzelsitzungen innerhalb von 6 Monaten. Vor Beginn der Therapie werden die teilnehmenden Patienten ausführlich zu ihren Beschwerden und ihrer Lebenssituation befragt und um die Bearbeitung von Fragebögen zu diesen Themen gebeten. Kürzere Zwischenbefragungen per Fragebogen sind für 8 und 15 Wochen nach Behandlungsbeginn, unmittelbar nach Beendigung der Therapie, sowie 6 Monate nach Behandlungsende vorgesehen. Nach der 25ten Behandlungsstunde und 1 Jahr nach Therapieende werden die Patienten erneut für eine ausführliche Befragung kontaktiert und einbestellt. Die Forschungsfragen lauten: (1) Wie kann manualisierte tiefenpsychologische Kurzzeittherapie der Sozialen Phobie in die ambulante Routineversorgung implementiert werden? (2). Werden die neuen Ansätze eine Verbesserung von Behandlungsverläufen und –ergebnissen herbeiführen? (3) Sind die Effekte, die in der routinemässigen psychotherapeutischen Versorgung erzielt werden, vergleichbar mit denen aus den kontrollierten, strikt manualisierten Behandlungen der Hauptstudie?

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt: Erhebung nach 25 Therapiesitzungen; Primäres Outcome Maß: Liebowitz Soziale Angst Skala (LSAS) <=30 (Remission).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 105
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dienstsitz Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Diagnose einer Sozialen Phobie (SKID-I) und Liebowitz Soziale Angst Skala > 30;
  • Soziale Phobie muss primäre Diagnose sein (gemäß ADIS-IV)

Ausschlusskriterien

  • Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis;
  • deutliches Risiko von Selbstschädigung;
  • akute substanzbezogene Störungen;
  • Persönlichkeitsstörungen mit Ausnahme der ängstlich-vermeidenen, zwanghaften, und abhängigen Persönlichkeitsstörung (SKID-II);
  • organische psychische Störungen;
  • schwere somatische Erkrankungen;
  • gleichzeitige Psychotherapie, oder Neuansetzung/ Dosiserhöhung einer psychopharmakologischen Therapie

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Es gibt einen erheblichen Bedarf an Studien, die die Umsetzung von manualisierten Behandlungen in die klinische Routine überprüfen. Unsere Studie ist die erste, die den Behandlungseffekt eines zusätzlichen Trainings im Rahmen einer manualisierten psychodynamischen Kurzzeittherapie (STPP basierend auf Supportiv Expressiver Therapie, SET) im niedergelassenen Bereich für die Soziale Phobie (SP) überprüft. Als Erweiterung der größeren multizentrischen RCT (N=512), in dem die kognitiv behaviorale Therapie (CBT) und die STPP der Sozialen Phobie verglichen wurden, werden wir überprüfen, wie in kontrollierten Studien überprüfte Behandlungen in die weniger strukturierten Bedingungen der Routineversorgung übertragen werden können und ob das Gesundheitssystem von solchen Entwicklungen profitiert. Diese Frage entspricht der Phase IV der Psychotherapieforschung. Die Studie vereint die Vorteile von kontrolliert randomisierten (efficacy Forschung) und naturalistischen Studien (effectiveness Forschung). Niedergelassene Psychotherapeuten werden randomisiert auf zwei Bedingungen (Schulung in manualisierter STPP vs. „treatment as usual“ ohne spezifische Schulung). Wir planen den Einschluss von 105 Patienten (84 Completer). Die Studie ist konzipiert, eine schnellere und breitere Umsetzung von effektiven Interventionen zu gewährleisten. Die Forschungsfragen lauten: (1) Wie kann manualisierte STPP der Sozialen Phobie in die ambulante Routineversorgung implementiert werden? (2). Werden die neuen Ansätze eine Verbesserung von Behandlungsverläufen und –ergebnissen herbeiführen? (3) Sind die Effekte, die in der routinemässigen psychotherapeutischen Versorgung erzielt werden, vergleichbar mit denen aus kontrollierten, strikt manualisierten Behandlungen der Hauptstudie?

Quelle

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