Beschreibung der Studie

Polyphramazie sowie Über- und Unterbehandlung mit Medikamenten sind gerade bei alten Menschen häufig. Für den Umgang mit diesen Problemen gibt es bisher keine Leitlinien. Die neu entwickelte FORTA (fit for the aged) Klassifikation ist als Hilfsmittel bei der Medikation im hohen Lebensalter entwickelt worden. Die FORTA Klassifikation wurde jedoch noch nie im klinischen Alltag systemetisch erprobt. In der Studie wird die aktuelle Medikation bei Patienten einer geriatrischen Klinik nach den Kriterien der FORTA Klassifikation überprüft und bei einer Gruppe (Cluster I) entsprechend angepaßt. In einer zweiten Patientegruppe (Cluster II) wird die Medikation entprechend den regeln der guten medizinischen Praxis fortgeführt. Weiterhin werden alle vorliegenden Erkrankungen erfaßt und überprüft ob diese adäquat behandelt werden. Die Bestimmung des Effektes der Anwendung der FORTA Klassifikation auf die Qualität der verordneten Medikation bei geriatrischen Klinikpatienten ist das Ziel der Untersuchung. Ein weiteres Ziel der Studie ist die Identifizierung von medikamentöser Über- und Unterbehandlung.

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Studiendetails

Studienziel Die FORTA Klassifikation umfaßt 4 Medikamentengrupen. Die Gruppen A und B enthalten Medikamente mit gut belegter Evidenz für alte Menschen, die Gruppe C umfaßt Medikamente mit wenig belegter Evidenz, Medikament der Gruppe D sollten bei alten Menschen eher eher vermieden werden. Für beide Patientencluster wird die Verteilung der Medikation auf die vier FORTA Gruppen A-D bei Aufnahme und Entlassung erfaßt. Hauptziel der Studie ist die statistische Messung des Unterschiedes zwischen beiden Patientengruppen in der Verteilung der Medikation bei Entlassung auf die vier FORTA-Klassen.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 400
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Institut für klinische Pharmakologie Mannheim Universität Heidelberg

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einverständnis des Patienten,
  • klinische stabile Situation,
  • keine palliative Situation

Ausschlusskriterien

  • fehlendes Einverständnis
  • palliative Versorgungssituation
  • klinische Instabilität
  • Notwendigkeit der Behandlung auf einer Intensivstation

Adressen und Kontakt

Ansprechpartner: Dr. med. Helmut Frohnhofen

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Häufig gestellte Fragen

Cluster randomisierte Untersuchung bei 400 geriatrischen Klinikpatienten mit Überprüfung der aktuellen Medikation nach den FORTA Kriterien, Erfassung aller prävalenten Erkrankungen, Beurteilung deren Therapienotwendigkeit. Anpassung der Medikation in einem Cluster, übliche Weiterbehnadlung des zweiten Patientenclusters nach den Regeln der good medicine practice. Hauptzielparameter der Studie ist das Ausmaß des Effektes der Anwendung von FORTA auf die Pharmakotherapie im interindividuellen Vergleich. Weiter Zielgröße ist die Erfassung der Anzahl der adäqut behandelten Erkrankungen und der Umfang von Über- und Untertherapie.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen. Da auch die Erwartung der Teilnehmer an eine bestimmte Therapie einen großen Einfluss auf den Behandlungserfolg haben kann, werden viele Studien verblindet. Das bedeutet, dass die Betroffenen nicht wissen, welcher Gruppe Sie angehören. Auf diese Weise wird versucht, psychologische Faktoren, die sich auf das Studienergebnis auswirken könnten, zu minimieren. So können die verschiedenen Behandlungsmethoden, die in der Studie zum Einsatz kommen, besser miteinander verglichen werden.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien