Beschreibung der Studie

Notärzte auf der ganzen Welt führen Wiederbelebungen an Kindern mit geringerer Erfolgsrate durch als bei Erwachsenen, obwohl die Voraussetzungen aufgrund der zugrundeliegenden Krankheiten eigentlich deutlich besser sein müssten. Dies liegt vor allem an mangelnden Erfahrungen und Kenntnissen. Dabei sind ganz klar und bestens dokumentiert die Fehler bei den Medikamenten-Dosierungen führende Ursache, wobei vor allem Fehler in einer 10er Potenz regelmäßig vorkommen und lebensbedrohlich sind. Das Pädiatrische Notfalllineal bietet die Möglichkeit, wie in einem Lehrbuch die körpergewichtsbezogenen Dosierungen von Medikamenten nachzulesen (ähnlich einer Dosierungstabelle). Wenn das Gewicht des Kindes bei der Versorgung nicht bekannt ist, muss der Notarzt es schätzen. Diese Schätzung kann anhand von Formeln, die sich auf das Alter beziehen, vorgenommen werden. Es konnte gezeigt werden, dass die genaueste Schätzung erreicht wird, wenn anhand der Länge des Kindes über Normogramme auf das Gewicht zurückgeschlossen wird. Das Lineal bietet neben der genannten Funktion als Dosierungstabelle auch die Möglichkeit, diese Schätzung vorzunehmen. Dass eine solche Schätzung die notärztliche Versorgung erheblich verbessern kann oder genauer gesagt die Fehlerrate signifikant und klinisch bedeutsam minimieren kann, ist anhand eines ähnlichen Produktes in den USA bereits bewiesen worden und soll für dieses Lineal ebenfalls gezeigt werden.

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Studiendetails

Studienziel Korrekte gewichtsbezogene Medikamentendosis, bewertet als gruppenzusammenfassende Abweichung der Mittelwerte und Streuungen, sowie Häufigkeit von Abweichungen mit klinisch eindeutiger Relevanz.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 89
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle TK - Techniker KrankenkasseLandesvertretung Baden-Württemberg
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Kinder in Notfallsituationen, die eine medikamentengabe nicht rectal erforderlich machen.

Ausschlusskriterien

  • Kinder über 140 cm Körperlänge.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Präklinische Notfallsituationen bei Kindern erfordern eine differenziertere und körpergewichtsadaptiertere medikamentöse Therapie, als dies bei Erwachsenen der Fall ist. Zusätzlich ist aufgrund der geringeren Anzahl der lebensbedrohlichen Ereignisse bei Kindern die Übung unter den Notärzten diesbezüglich deutlich geringer, als dies im Umgang mit Erwachsenen in solchen Situationen der Fall ist. Es kann vorkommen, dass dem behandelnden Arzt das Gewicht des kindlichen Patienten zum Zeitpunkt seiner Versorgung nicht bekannt ist. Aufgrund dieser genannten Probleme haben wir ein Hilfsmittel entwickelt, mit dem einerseits durch Längenmessung das Körpergewicht von Kindern geschätzt werden kann und andererseits gewichtsbezogene Dosisempfehlungen - auch bei bekanntem Körpergewicht - abgelesen werden können (sogenanntes „Pädiatrisches Notfall-Lineal“). Ein technisch prinzipiell identisches System ist unabhängig von unserer Entwicklung in den USA seit vielen Jahren unter dem Namen Broselow-Tape im Gebrauch und vielfach evaluiert. Es wird dort als unverzichtbar eingestuft wird und von allen Notfalleinrichtungen, die mit Kindernotfällen zu tun haben, benutzt. Aufgrund von einem in Europa abgelehnten Patentschutz wird es hier nicht vertrieben. Die vorliegende Untersuchung soll den Nutzen unseres Systems mittels einer nicht-randomisierte Prä-post-Studie mit historischen Kontrollen belegen. Zusätzlich wollen wir eine Umfrage zu der Akzeptanz des Systems unter Notärzten durchführen. Dabei werden alle patientenbezogenen Daten anonymisiert ausgewertet und veröffentlicht. Wir erwarten eine genauere individuell angepasste medikamentöse Therapie, wie sie mit dem vergleichbaren System aus den USA bereits nachgewiesen werden konnte. Die Behandlung des Patienten wird davon abgesehen in keiner Weise beeinflusst oder verändert und es werden durch die Untersuchung keine veränderten oder erweiterten invasiven Maßnahmen oder Medikamentengaben erforderlich. Somit entsteht sicher kein erhöhtes Risiko für eine vorrübergehende oder dauerhafte Schädigung im Rahmen der behandelten Notsituation. Durch den wissenschaftlichen Beweis des Nutzen unseres Pädiatrischen Notfall-Lineals wollen wir zu dessen rasche Verbreitung und Akzeptanz beitragen, womit wir einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Kindern in Notfall-Situationen erreichen möchten.

Quelle

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