Beschreibung der Studie

Bestimmung der Wirksamkeit und Sicherheit von Vagantin® im Vergleich zu Plazebo bei der Behandlung von übermäßigem Schwitzen unter den Achseln und an den Händen

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Studiendetails

Studienziel axilläre Schweißgravimetrie (Mittelwert beider Achseln) an Tag 28 +/- 1
Status Teilnahme möglich
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 336
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Placebo Ja
Finanzierungsquelle RIEMSER Arzneimittel AG

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • männliche und weibliche Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren
  • Kaukasische Herkunft
  • fokale Hyperhidrose (axillär oder palmar-axillär, > 50 mg/5min axillär oder > 50 mg/5min beide Handflächen – die palmare Hyperhidrose wird nur gemessen, wenn die Bedingung >50 mg/5min erfüllt ist)
  • klinisch manifeste Hyperhidrose seit mindestens 1 Jahr
  • Misserfolg mindestens einer topischen Behandlung
  • schriftliche Einverständniserklärung des Patienten nach detaillierter Information über die Art, das Risiko und den Umfang der klinischen Prüfung als auch über die erwarteten unerwünschten Effekte des Arzneimittels
  • bei Frauen im gebärfähigen Alter sind entweder bereit, während der Studie eine effektive Kontrazeption zu betreiben (z.B. Abstinenz, oral Kontrazeption, Intrauterinspirale, Diaphragma, Kondom, Sper¬mizid, Implantatkontrazeption, systemische Kontrazeption) oder sie haben eine sekundäre Infertilität oder ihr Partner ist vasektomiert, oder nicht gebärfähige Frauen (z.B. hysterektomierte Frauen, bilaterale Ovarektomie, Tubenligation) oder post-menopausale Frauen (definiert durch das Ausbleiben der Menstruationsblutung seit 1 Jahr oder 6 Monate, wenn der Hormonwert im Labor bestätigt wurde

Ausschlusskriterien

  • Sekundäre axilläre Hyperhidrose
  • Hidrosadenitis axillaris/inguinalis
  • Vorangegangene chirurgische Behandlung der Schweißdrüsen oder endoskopische thorakische Sympathektomie
  • Iontophorese weniger als 6 Monate oder Botulinumtoxinbehandlung weniger als 12 Monate vor Einschluss in die Studie
  • Begleitmedikation die Wechselwirkung mit der Studienmedikation hat, wie z.B.
  • Antitranspirants (z.B. topische Anwendung von Aluminiumchlorid 15%-30% Lösung), schweißtreibende Mittel, Anticholinergika (Bornaprinhydrochlorid), Antihistamine, beta-Sympathomimetika, Amantadin, trizyklische Antidepressiva, Chinidin, Disopyramid, letzte Einnahme vor mindestens 8 Wochen bzw. 10 Halbwertzeiten des entsprechenden Medikaments
  • Begleitbehandlungen, die mit der Studienmedikation wechselwirken können (Iontophorese, Liposuktionskürettage, lokale Exzision, endoskopische Thorax-Sympathektomie)
  • Mechanische Stenose im Gastrointestinaltrakt, schwere chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder toxisches Megakolon
  • Resturin bei Prostata-Adenom oder andere Störungen der ableitenden Harnwege
  • Engwinkelglaukom
  • Tachykardie oder Arrhythmie des Herzens
  • Myasthenia gravis
  • renal Insuffizienz oder schwere Lebererkrankung
  • Scharfe Mahlzeit vor der gravimetrischen Messung
  • Patienten mit der seltenen hereditären Fructose- oder Galctose-Intoleranz
  • Hereditäre Glucose-Galactose-Malabsorption
  • Angeborener Lactase- oder Saccharase-Isomaltase-Mangel
  • Bekannte Unverträglichkeit gegen die Studienmedikation (oder einen Bestandteil des Produktes, z.B. Gelborange S E110, Laktose, Saccharose)
  • Unzuverlässigkeit und/oder fehlende Kooperation, Anzeichen für Non-Compliance
  • Gegenwärtige oder vorangegangene Teilnahme an einer anderen klinischen Studie innerhalb der letzten 12 Wochen
  • Schwangerschaft oder Stillzeit bei Frauen
  • Zeichen klinisch relevanter oder mentaler Erkrankungen
  • Gegenwärtiger oder früherer Alkohol- oder Drogenmissbrauch
  • Andere Gründe, die eine Teilnahme an der Studie aus der Sicht des Prüfarztes nicht erlauben
  • Die betroffene Person ist auf behördliche Anordnung in einer Anstalt untergebracht
  • Geschäftsfähigkeit und/oder andere Umstände, die den Patienten hindern, Art, Umfang und mögliche Konsequenzen der Studie zu verstehen

Adressen und Kontakt

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Berthold Rzany

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Häufig gestellte Fragen

Bestimmung der Wirksamkeit und Sicherheit von Vagantin® (Methantheliniumbromid) im Vergleich zu Plazebo bei der Behandlung der axillär-palmaren Hyperhidrose

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Phase-3-Studien werden durchgeführt, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer neuen Behandlungsmethode nachzuweisen. Zu diesem Zweck wird in vielen Fällen nur ein Teil der Studienteilnehmer mit der neuen Methode behandelt. Die übrigen Teilnehmer erhalten, falls vorhanden, die bisher eingesetzte Methode. So ist ein direkter Vergleich zwischen neuer und alter Behandlungsmethode möglich. Diese Studien bilden den letzten Schritt auf dem Weg zur Marktzulassung der Behandlungsmethode durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). An Studien dieser Phase nehmen in der Regel mehrere hundert bis tausend Betroffenen teil. Sie dauern oft mehrere Monate oder Jahre. Vor der Phase-3-Studie wurden Studien der Phase 1 und Phase 2 durchgeführt. Dabei haben in der Regel bereits über hundert Menschen die Behandlung erhalten.

Bei einem Placebo handelt es sich um ein Scheinmedikament. Es ist äußerlich meist nicht von einem richtigen Medikament zu unterscheiden, enthält jedoch keinen Wirkstoff. Placebos werden häufig in Studien eingesetzt. Sie helfen dabei, den Nutzen einer neuen Behandlungsmethode besser abzuschätzen. Zu diesem Zweck wird der Effekt der neuen Behandlungsmethode mit dem eines Placebos verglichen. Auf diese Weise ist es möglich den Effekt, der tatsächlich durch den Wirkstoff der neuen Methode hervorgerufen wird, zu bestimmen. Dieser lässt sich so gut von psychologischen Effekten abgrenzen, die beispielsweise durch die Erwartung des Betroffenen an eine bestimmte Behandlung auftreten.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen. Da auch die Erwartung der Teilnehmer an eine bestimmte Behandlung und die Einstellung der Studienärzte einen großen Einfluss auf den Behandlungserfolg haben können, werden viele Studien doppelt verblindet. Das bedeutet, dass weder die Studienärzte, noch die Betroffenen wissen, welcher Gruppe ein Teilnehmer angehört. Auf diese Weise wird versucht, psychologische Faktoren, die sich auf das Studienergebnis auswirken könnten, zu minimieren. So können die verschiedenen Behandlungsmethoden, die in der Studie zum Einsatz kommen, besser miteinander verglichen werden.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien