Beschreibung der Studie

Menschen, die ohne Milz Leben, sind gefährdet eine Sepsis – auch Blutvergiftung genannt – als gefürchtete und lebensbedrohliche Komplikation zu entwickeln. Man schätzt, dass bis zu 5 von 100 Patienten ohne funktionstüchtige Milz während ihres Lebens an einer Sepsis erkranken. Früher wurde die Sepsis bei Patienten mit fehlender Milz häufig durch Pneumokokken, dem Erreger von Lungenentzündung und Hirnhautentzündung verursacht. Warum Menschen ohne Milz besonders empfänglich für schwere Infektionen und insbesondere Pneumokokkeninfektionen sind, ist bisher wenig verstanden. In der „SPLEEN OFF“-Studie soll nun untersucht werden, welche Erreger heutzutage die Sepsis bei Patienten ohne Milz auslösen, welche Faktoren die Entwicklung einer Sepsis begünstigen, und wie die Immunabwehr bei diesen Patienten gestört ist. Hierzu suchen wir ca. 150 Studienpatienten mit Sepsis bei fehlender Milz und die gleiche Anzahl an Patienten mit Sepsis bei erhaltener Milz als Vergleichsgruppe. Die „SPLEEN OFF“-Studie soll dazu beitragen, unser Wissen zu erweitern. Hierzu werden Patienten nur beobachtet, die Studie hat aber keinen Einfluss auf die Krankheitsbehandlung an sich.

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Studiendetails

Studienziel Anteil von Streptococcus pneumoniae bei Patienten mit ambulant erworbener Sepsis nach Splenektomie / Asplenie verglichen mit Patienten mit ambulant erworbener Sepsis und erhaltener Milz. Bestimmt durch Abnahme einer Blutkultur sowie PCR auf Pneumokokken bei Studieneinschluss.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • FALL Patienten der Kohorte:
  • ambulant erworbene schwere Sepsis ODER septischer Schock
  • Beginn Sepsis ≤ 48 h vor Krankenhausaufnahme
  • anamnestisch Splenektomie ODER dokumentierte fehlende Milz mittels Sonographie
  • Computertomographie
  • Alter ≥ 18 Jahre
  • KONTROLL Patientenen der Kohorte:
  • Konsekutiver Patient auf gleicher Intensivstation wie Fall mit ambulant erworbener
  • schwerer Sepsis ODER septischem Schock
  • Milz vorhanden (keine Splenektomie bzw. dokumentierte Milz mittels Sonographie
  • ODER Computertomographie)
  • gleiche Lebensdekade und gleiches Geschlecht wie Fall

Ausschlusskriterien

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Sepsis-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Bei splenektomierten Patienten kann derzeit das individuelle Risiko für die Entwicklung lebensbedrohlicher Infektionen nur unzureichend abgeschätzt werden. Auch bezüglich des aktuellen Erregerspektrums sowie Prognosefaktoren für Verlauf und Letalität der Erkrankung sind keine ausreichenden Daten verfügbar. Dementsprechend ist das Evidenzniveau, das den derzeitigen Empfehlungen zu Impfungen und Antibiotikaprophylaxe nach Splenektomie zugrunde liegt, niedrig. Hinzu kommt, dass der Erreger-spezifische Immundefekt, welcher die Entwicklung einer Sepsis nach Splenektomie begünstigt, bisher noch nicht ausreichend verstanden, und die Effektivität des Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffs bei Splenektomierten kaum untersucht ist. Im Rahmen einer multizentrischen Kohortenstudie soll daher nun erstmalig eine prospektive Erfassung von Patienten mit Sepsis bei fehlender Milz erfolgen und die Epidemiologie, das Erregerspektrum und der Verlauf bei dieser Erkrankung untersucht und patientenbezogene Risiko- und Prognosefaktoren charakterisiert werden. In weiterführenden Untersuchungen soll die Pneumokokken-spezifische Immunität, Infektanfälligkeit und Letalität nach stattgehabtem OPSI evaluiert werden. Hierzu wird ein Register aller SPLEEN OFF Fälle angelegt. Allen im OPSI Register erfassten Betroffenen wird eine individualisierte Nachsorge angeboten. Im Rahmen der Nachsorge werden Patienten im OPSI Register, soweit sie im weiteren Einzugsgebiet des CCI Freiburg wohnen, an eine Asplenie-Spezialambulanz angebunden. Über diese Ambulanz werden die OPSI Patienten mit einem Notfallausweis ausgestattet, erhalten eine ausführliche Beratung und werden mit den indizierten Impfungen versorgt und das Impfansprechen immunologisch dokumentiert. Für die Kontroll-Patienten wird diese Nachsorge über das Sepsiszentrum Jena (CSCC) und die Deutsche Sepsis Hilfe e.V. angeboten. Das OPSI Register dient weiterhin dazu, das längerfristige Überleben und die Infektanfälligkeit bei OPSI Patienten und immunologische Fragestellungen zur B-Zell-Immunität in dieser Kohorte zu untersuchen.

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