Beschreibung der Studie

Laufen gilt neben Schwimmen und Walken als gesundheitsfreundliche Betätigung, da es das Herz-Kreislaufsystem trainiert und somit in Prävention und Rehabilitation eine hohe Bedeutung einnimmt. Jedoch klagen besonders Läufer häufig über Beschwerden in der Achillessehne, die unter dem Begriff Achillestendinopathie subsumiert werden. Dieser Überlastungsschaden ist im Sport seit vielen Jahren bekannt und verursacht im Gesundheitssystem Kosten, da er in vielen Fällen einen chronischen Verlauf nimmt. Viele Behandlungsversuche verlaufen für den Sportler und Arzt frustrierend und enden oftmals mit einer Operation, die allerdings auch nicht immer zur Besserung oder vollständigen Beseitigung der Beschwerden beiträgt. Laut bisherigen Vermutungen wird das Ausmaß der Rückfußbewegung in der Frontalebene, insbesondere das Einknicken des Sprunggelenks nach innen beim Laufen, für die Entwicklung der Beschwerden verantwortlich gemacht. Es existieren jedoch keine Erkenntnisse aus einer vergleichenden Untersuchung der Rückfußbewegung bei Läufern mit und ohne Achillessehnenbeschwerden. Darüber hinaus wurde der Einfluss einer ermüdenden Laufbelastung auf die Rückfußbewegung, die Fußbelastung und die Muskelaktivität in Bezug auf Achillessehnenbeschwerden bisher nicht untersucht. Daher ist das Ziel der Studie eine Analyse dieser Einflussgrößen bei Läufern mit Beschwerden im Vergleich zu beschwerdefreien Läufern sowohl vor als auch nach aktivitätsspezifischer Ermüdung.

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Studiendetails

Studienziel Veränderungen der Rückfußbewegung beim Laufen auf dem Laufband nach einem 10 km Lauf im flachen Gelände; Messverfahren: mechanisches Fersengoniometer im Laufschuh; Messzeitpunkte: vor und nach dem 10 km Lauf
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Funktionsbereich Bewegungsanalytik, Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie, Universitätsklinikum Münster

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Die Studienteilnehmer sind bis auf die Achillessehnenbeschwerden körperlich und geistig gesund.
  • Die Studienteilnehmer sind erfahrene Läufer mit mindestens 2 Jahren Lauferfahrung. Zur Gewährleistung dieses Kriteriums werden die Probanden ausschließlich über Lauftreffs und Sportvereine rekrutiert.

Ausschlusskriterien

  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen
  • Systemische Erkrankungen (z.B. Diabetes, Rheumatoide Arthritis)
  • Aktuelle Schmerzen, d.h. nicht in der Lage einen 10-km-Lauf zu absolvieren

Adressen und Kontakt

Funktionsbereich Bewegungsanalytik Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie Universitätsklinikum Münster, Münster

Ansprechpartner: Martin Wünnemann

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Häufig gestellte Fragen

Die Achillestendinopathie wird in zahlreichen Studien als degenerative Veränderung der Achillessehne infolge einer Überlastung beschrieben (Clement et al. 1984, Langberg et al. 2007, Öhberg et al. 2004). Offensichtlich ist, dass die Achillestendinopathie multifaktoriell ist (Hirschmüller et al. 2005, Hüfner et al. 2007, Wünnemann & Rosenbaum 2009). Einige Studien deuten auf Kraftdefizite sowie veränderte Muskelaktivitäts- und Bewegungsmuster bei Patienten mit Achillessehnenbeschwerden hin (Azevedo et al. 2008, Hirschmüller et al. 2005, Kaufman et al. 1999). Die körperliche Ermüdung infolge sportlicher Aktivitäten verursacht biomechanische und neuromuskuläre Veränderungen (Brüggemann et al. 1995, Weist et al. 2004). Diese werden in der Literatur als Ursache für Achillessehnenbeschwerden angesehen, jedoch wurde der direkte Zusammenhang zwischen einer Achillestendinopathie und der Biomechanik des Laufens in keiner Studie untersucht, so dass die Möglichkeiten zur Prävention und Früherkennung begrenzt sind. Daher ist das Ziel der Studie, den Einfluss von Ermüdung (10 km Lauf) auf die Rückfußbewegung, die muskuläre Aktivität und die Fußbelastung zwischen Läufern mit Achillestendinopathie und Läufern ohne Beschwerden zu vergleichen.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien