Beschreibung der Studie

Um Parkinsonpatienten bei ihren Problemen zu helfen und um ihre Lebensqualität zu verbessern wurde 2001 in New York ein neues Projekt ausgearbeitet: die Mark Morris Tanzgruppe und die Parkinsongruppe aus Brooklyn organisierten einmal wöchentlich eine Tanzstunde für Parkinsonpatienten und ihre Angehörige. Seit März 2009 haben wir hier in Freiburg ein ähnliches Projekt ins Leben gerufen. Wir wollen nun mit Hilfe dieser Parkinsonstunde prüfen, ob Tanzen die Lebensqualität und die Motorik von Parkinsonpatienten wirklich steigern kann. Die Untersuchungen bestehen aus motorischen Tests (UPDRS, Timed up and go, Semitandemtest) vor und nach der Tanzstunde, sowie Lebensqualitätsfragebögen und Fragebögen über die Tanzstunde für Patienten und ihren Angehörigen.

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Studiendetails

Studienziel Verbesserung der Lebensqualität; durch einen Lebensqualitätsfragebogen einmal nach 8 Monaten und nach 12 Monaten;
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle MEDA Pharma GmbH&Co.KG

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • diagnostizierte Parkinsonerkrankung, oder Angehöriger des Patienten

Ausschlusskriterien

  • verschlechteter Allgemeinzustand

Adressen und Kontakt

Neurologische Universitätsklinik - Neurozentrum- Forschungslabor für kortikale Bewegungskontrolle, Freiburg

Ansprechpartner: Prof. Dr. Dr. Rumyana Kristeva

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Häufig gestellte Fragen

Das Ziel dieser Studie ist es, die Motorik und die Lebensqualität von Parkinsonpatienten und ihren Angehörigen zu verbessern. Dazu bieten wir ihnen eine wöchentliche Tanzstunde in einem Ballettstudio an. Die Tanzstunden werden von einem professionnellen Tanzlehrer abgehalten und beinhalten Elemente des klassischen Balletts, zeitgenössischem Tanz, Choreographien und Schrittkombinationen; der Schwerpunkt ist dabei die Anmut. Die Tanzstunde ist eine veränderte Version der wöchentlichen Tanzstunden für Parkinsonpatienten und ihren Angehörigen von der Mark Morris Tanzgruppe aus New York. Das Grundprinzip hinter diesem Projekt Tanzen für Parkinsonpatienten ist folgender: Parkinsonpatienten leiden unter Isolation. Sie sind ständig mit ihrer Krankheit beschäftigt. Sie müssen daher an gemeinschaftlich sozialen Aktivitäten teilnehmen, als Gleichgestellte und nicht als Patienten. Sie müssen ihre Frustration bewältigen, dass ihr Körper nicht mehr so funktioniert wie sie es gewöhnt waren. Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Ästhetik. Tanz ist eine geistig stimulierende Aktivität, die Körper und Verstand verbindet und Isolation überwindet. Das Wesentliche am Tanz ist die Freude. Die Patienten lernen mit dem Tanzlehrer durch gezielte Übungen, wie man die Sinneseindrücke und Rückmeldungen des Körpers verstärkt und bewusst aufnimmt (Hören, Sehen, Propriozeption). Parkinsonpatienten erlangen somit eine verbesserte Kontrolle ihrer Bewegungen, ein Gefühl für ihre Anmut, einen klaren Geist und eine freudige Stimmungslage; Körperspannungen lösen sich. Aus neurologischer Sicht wird beim Tanzen das Spiegelneuronensystem aktiviert, das als Grundlage sozialer Kommunikation und dem Empathiegefühl dient. Das Spiegelneuronensystem wird beim Erlernen neuer choreographischer Sequenzen aktiviert. Durch das Beobachten der Tanzschritte des Tanzlehrers ist das Erlernen vereinfacht. Auch beim Wiederholen der Tanzsequenzen zuhause, reicht alleine die Vorstellung an die Tanzstunde aus um die Spiegelneurone zu aktivieren. Vor allem das Nachahmen der Bewegungen aktiviert das ganze Spiegleneuronensystem. Bis jetzt gibt es nur eine Studie über dieses Projekt (Olie Westheimer 2008), Why dance for Parkinson´s Disease. Topics in geriatric rehabilitation. Vol. 24, No. 2, 127-140). Es wurde die Lebensqualität nach 17 Monaten regelmäßigem Tanzunterricht erforscht. Wir werden die vorteilhaften Auswirkungen durch einen Lebensqualitätsfragebogen nach 8 und 12 Monaten nach Beginn der Parkinsontanzstunde testen. Außerdem werden wir herausfinden, ob Verbesserungen der Motorik und des Gleichgewichts nach der Tanzstunde nachzuweisen sind. Die Bedeutung unserer Studie liegt darin, dass wir versuchen wollen positive Kriterien über die Parkinsontanzstunde außerhalb des Krankenhauses zu sammeln, um damit die Lebensuqalität der Patienten und ihren Angehörigen zu verbessern. Ausserdem wird diese neue Studie zum ersten Mal zeigen, ob die Motorik und das Gleichgewicht sich nach der Tanzstunde verbessern.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien