Beschreibung der Studie

Gang ist ein hoch automatisierter Prozess, der bei Menschen, die an neurodegenerativen Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) leiden, häufig eingeschränkt ist. Bisher gibt es viele Studien über die motorische Leistungsänderung (Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge, Minimaler Zehenabstand und deren Variabilität) aber nur einige wenige über die kognitiven Prozesse beim Gehen. Vor allem gibt es keinen Gold-Standard die motorische Ermüdung/Fatigability bei MS Patienten zu quantifizieren. In dieser Studie soll über die Beurteilung der Gangautomatizität (präfrontale Aktivierung und Gangparameter bzw. deren Variabilität) Fatigability bei MS Patienten objektiviert werden. Alle TeilnehmerInnen (20 MS / 20 gesunde Kontrollpersonen, GK) werden an einem ersten Termin aufgeklärt, absolvieren den nach Leone et al. (2016) modifizierten 6-min Gehtest und einen Farb-Wort-Interferenztest und füllen diverse Fragebögen zur Fatigue, Depression und Gehvermögen aus. Zusätzlich findet eine Gewöhnungssession statt. Hierfür wird das Messequipment angelegt und die Probanden gehen gesichert bei Wohlfühlgeschwindigkeit dreimal 1 min auf dem Laufband. Dabei zählen die Probanden in dreier Schritten rückwärts. Am Folgetag wird dieses Protokoll vor und nach 6 min bei leicht erhöhter Geschwindigkeit (+15 %) auf dem Laufband gemessen. Das Ziel ist es durch diese ermüdenden 6 min Fatigability zu provozieren und bei Personen mit Fatigability dies anhand der Veränderung der Gangautomatizität zu messen. Zudem nehmen wir an, dass zwischen beiden Gruppen MS und GK zuverlässig unterschieden werden kann.

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Studiendetails

Studienziel In dieser Studie wird ein tragbares fNIRS-System (NIRSport, NIRx Medical Technologies, NY, USA) verwendet, um die hämodynamische Reaktion im präfrontalen Kortex zu bewerten. Die erfassten Bereiche sind der rechte und linke dorsolaterale präfrontale Kortex (DLPFC) (Bereich Brodmann (BA) 9 & 46), der rechte und linke frontopolare Kortex (FPC) (BA10) und der rechte und linke Pars triangularis des Broca-Areals (BA45). Daher sind die primären Ergebnisse die OxyHb- und die DesoxyHb-Konzentrationen in diesen Bereichen. Die Erfassung der Fatigability ist immer noch eine Herausforderung, da es an Referenzdaten fehlt. Daher werden wir zwei verschiedene Methoden verwenden, um eine grobe Kategorisierung der Ermüdbarkeit von MS Patienten vorzunehmen. Die erste Methode ist der modifizierte 6-Minuten-Gehtest von Leone et al. 2016. Hier wird nicht nur die Entfernung über die gesamten sechs Minuten, sondern auch die in jeder einzelnen Minute zurückgelegten Entfernung notiert. Basierend auf diesen Werten wird der „Distance Walk Index (DWI = ([Gehstrecke bei Minute n - Gehstrecke bei Minute1] / Gehstrecke bei Minute1) × 100)“ (Leone et al. 2016) berechnet. Die zweite Methode zur Einstufung ist die Expertenmeinung, die auf den während der Messungen erstellten Videos basiert (GoPro Hero 4, GoPro Inc., CA, USA). Basierend auf vordefinierten Kriterien werden die Videos von zwei unabhängigen Beobachtern (medizinisches Fachpersonal) auf Anzeichen der Fatigability bewertet. Um nicht nur die hämodynamische Reaktion mit dem fNIRS aufzuzeichnen, sondern auch beurteilen zu können, ob motorische Veränderungen während der Messungen auftreten, wird eine Standardganganalyse mit Inertialsensoren durchgeführt. Die Ergebnisparameter sind hier die Doppelschrittlänge (DSL), die Ganggeschwindigkeit und die Minimum Toe Clearance (MTC), da dies alle Indikatoren für ein stabiles Gangmuster sind.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Institut III, Bereich Sportwissenschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien Multiple Sklerose Patienten:
  • 18-60 Jahren
  • gesicherte MS Diagnose entsprechend den revidierten McDonald Kriterien von 2010 (Polman et al. 2011)
  • Expanded Disability Status Scale (EDSS) 0-4.5 bzw. eine Gehfähigkeit von mind. 200 m am Stück
  • Einschlusskriterien gesunde Kontrollgruppe:
  • 18-60 Jahre
  • Uneingeschränkt gehfähig

Ausschlusskriterien

  • MS:
  • weniger als 30 Tage nach akutem Schub bzw. letzter Kortisongabe
  • Sehstörungen
  • Aphasie
  • Epilepsie
  • Kontrollgruppe:
  • neurologische und orthopädische Einschränkungen

Adressen und Kontakt

Schmieder Klinik Konstanz, Konstanz

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Gang ist ein hoch automatisierter Prozess, der bei Menschen, die an neurodegenerativen Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) leiden, häufig eingeschränkt ist. Bisher gibt es viele Studien über die motorische Leistungsänderung (Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge, Minimaler Zehenabstand und deren Variabilität) aber nur einige wenige über die kognitiven Prozesse beim Gehen. Vor allem gibt es keinen Gold-Standard die motorische Ermüdung/Fatigability bei MS Patienten zu quantifizieren. In dieser Studie soll über die Beurteilung der Gangautomatizität (präfrontale Aktivierung und Gangparameter bzw. deren Variabilität) Fatigability bei MS Patienten objektiviert werden. Alle TeilnehmerInnen (20 MS / 20 gesunde Kontrollpersonen, GK) werden an einem ersten Termin aufgeklärt, absolvieren den nach Leone et al. (2016) modifizierten 6-min Gehtest und einen Farb-Wort-Interferenztest (Stroop-Test) und füllen Fragebögen zur Fatigue, Depression und Gehvermögen aus. Zusätzlich findet eine Gewöhnungssession statt. Hierfür wird das Messequipment (funktionale Nah-Infrarot Spektroskopie, Beschleunigungssensoren und portables EKG) angelegt und die Probanden gehen gesichert bei Wohlfühlgeschwindigkeit dreimal 1 min auf dem Laufband. Dabei zählen die Probanden in dreier Schritten rückwärts. Am Folgetag wird dieses Protokoll vor und nach 6 min bei leicht erhöhter Geschwindigkeit (+15 %) auf dem Laufband gemessen. Das Ziel ist es durch diese ermüdenden 6 min Fatigability zu provozieren und bei Personen mit Fatigability dies anhand der Veränderung der Gangautomatizität zu messen. Zudem nehmen wir an, dass zwischen beiden Gruppen MS und GK zuverlässig unterschieden werden kann.

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