Beschreibung der Studie

Viele Patienten weisen als Frühsymptome einer Multiplen Sklerose den Verlust ihrer Balance im Stand und Gang auf, vor allem dann wenn zu diesen zusätzliche Bewegungen oder Aufgaben hinzukommen. Ein Beispiel dafür ist die Kopfbewegung beim Gehen um sich nach einem Auto umzusehen oder aber nach der Stimme Ausschau zu halten die den eigenen Namen gerufen hat. Dies sind Situationen, die eine erhöhte Sturzgefahr für die Betroffenen bedeutet und immer wieder auch von einem Teil der Patienten mit Schwindel assoziiert wird. Diese Studie hat als Ziel mittels Videoanalyse auf allen drei Ebene die Stand- und Gangstabilität bei gekoppelter Kopf/Augenbewegung zu beurteilen um die vorhandenen posturalen Defizite aufzuzeigen so wie das Reaktionsvermögen zu untersuchen bei Patienten mit Multipler Sklerose mit und ohne Schwindel im Vergleich zu gesunden Erwachsenen.

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Studiendetails

Studienziel I.I) Ausmaß/Umfang der Kompensation im zeitlichen Verlauf während und nach der Kopfdrehung bei MS-Patienten mit Gleichgewichtsstörungen mit und ohne Schwindel im verglich zum gesunden Probanden I.II) Vergleich der genützten Kompensationsstrategien II.I) Grösse der stabilen Fläche eines MS-Patienten im Stand bei Kopfdrehung im Vergleich zum Gesunden.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Behandlungszentrum Kempfenhausen für Multiple Sklerose Kranke gemeinnützige GmbH

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alle Probanden müssen älter als 18 Jahre alt sein*
  • MS Diagnose nach den McDonald Kriterien
  • Expanded Disability Status Scale (EDSS 1.0- 5.5))
  • Im Alltag angegeben Instabilität im Stand/ Gang in Kombination mit zusätzlichen Aktivitäten.
  • Reduzierte Gehstrecke auf Grund fehelender Balance in Form von Schwindel und oder Gangunsicherheiten (Spurabweichungen/ Breite Basis/ Stolpern).
  • 30 Sekunden freier Bipodalerstand mit geöffneten Augen und freier Gang über 3 Minuten uns ca. 100m*

Ausschlusskriterien

  • Orthopädische Schäden die die Mobilität der unteren Extremitäten/ Rumpf einschränkt sowie Schmerzen in den davor genannten Regionen die Funktionell einschränkend wirken.
  • Herz-Kreislaufprobleme die sich mit Schwindel zeigen. Orthostatischer Schwindel am Morgen beim Aufstehen der nach 1 Minute spätestens vergeht ist erlaubt.
  • Andere Neurologische und oder systemische Erkrankung zusätzlich zur MS oder Anstatt MS die ein Einfluss auf Kognition, Perzeption und Motorik haben.
  • Akute Sehnervenzündung oder Sehverschlechterung innerhalb der letzten 3 Monate.
  • Lagerungsschwindel
  • Cortisonstosstherapie innerhalb der letzten 3 Monaten sowie die kürzlich Gabe von Medikamenten (Gabapentin/ Fampyridin) die Schwindel und Müdigkeit verursachen.
  • Patienten mit diagnostizierter kognitiver Einschränkung/ Depression/ Demenz (ersichtbar über die Befunderhebung durch den Arzt bei Aufnahme im Krankenhaus) mit denen es Kommunikation Schwierigkeiten im Befund gibt.

Adressen und Kontakt

Behandlungszentrum Kempfenhausen für Multiple Sklerose Kranke gemeinnützige GmbH, München

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Der Verlust der Balance oder auch fehlende posturale Kontrolle (PK), verstanden als die Fähigkeit die Balance in einer statischen Position, Bewegung oder auf externe Reize zu erhalten und/oder wiederherzustellen (1), spielen bereits zu Beginn der Erkrankung bei einer geringen EDSS (Expanded Disability Status Scale) eine wichtige Rolle (2,3). Etwa 24,3% der schubförmigen Multiple Sklerose (MS) und 32,7% der primärprogredienten MS zeigen Defizite in der PK als Erstsymptom (4). Zwei Metanalysen haben ergeben, dass die statische und dynamische PK bei MS-Erkrankten (pwMS) schlechter ist als die der gesunden Kontrollgruppe und das etwa 56% MSE ein Sturz in drei Monaten erleben (2,3). Wenn wir von Balance sprechen, sprechen wir von einer geschlossenem Feedbackschleife die aus verschiedene Systemen besteht (5). Erstens die sensorische Systeme, bestehend aus dem visuellen, vestibulären und somatosensorischen System dessen Informationsintegration Aussagen über die Orientierung des Körpers in Relation zum Raum geben. Zweitens die motorischen Systeme, zur Anpassung von Muskeltonus und Gelenksstellung zum Erhalt oder Wiederherstellung der Balance (5,6). Drittens die Kognition, als Kontrollorgan, welches die Aufmerksamkeit und die Lernprozesse steuert sowie verantwortlich für Geschwindigkeit und Reaktionsvermögen ist. Hieraus erklärt sich das jegliche Störung innerhalb des Systems zu einer Reorganisation und/oder neu Gewichtung führt und negative Veränderung der Stabilität mit sich bringt (5,6). Es ist erwiesen, dass pwMS Läsionen in den Verarbeitungs- und Integrationszentren der sensorische Informationen zeigen (7) sowie verlangsamte somatosensorische spinale Leitgeschwindigkeit und verlangsamte distale motorisch evozierte Potenziale (8) was zwangsläufig zur ein verlangsamtes Reaktionsvermögen sowie Stürze führt. Ein weiteres Element, welches die Balance beeinflusst, ist das Konzept des Dual-Task, verstanden als zwei gleichzeitig nebeneinander laufende Aktivitäten die verschieden verarbeitet werden mit einer jeweils anderen Finalität. Nichtsdestotrotz teilen sich diese häufig dieselben Ressourcen, was dazu führt, das diese sich gegenseitig negativ beeinflussen (9). Ein klassisches Beispiel wäre sich nach Autos um zu sehen beim überqueren der Straße oder sich mit der Begleitperson zu unterhalten und sie dabei anzusehen. Diese Art der Kopfbewegungen führen bei einem Teil der pwMS zu Schwindel. Das drehen von Kopf und Augen sind Bewegungen im Alltag die pwMS zum stolpern oder stürzen bringen, weswegen diese Studie als Ziel hat, genau diese Kopfbewegungen in Relation zur PK in Stand und Gang zu untersuchen um die dahinterliegenden Mechanismen besser zu verstehen, bestimmen zu können wann welche Ausgleichstrategien genutzt werden und wie das Reaktionsvermögen ist im Vergleich zu gesunden Individuen. Dieses Wissen ist ausschlaggebend für die Wahl der therapeutischen Maßnahmen und ermöglicht eine an die Defizite angepasste und individualisierte Therapie.

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