Beschreibung der Studie

Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter mit Parodontitis als mögliche diabetische Folgeerkrankung. Im Kindes- und Jugendalter ist die Ausbildung einer Parodontitis selten. Gingivitis als reversible Vorstufe der entzündlichen Parodontalerkrankung ist dagegen eine häufig beobachtete Erkrankung. Kinder mit Diabetes weisen eine höhere Prävalenz der Gingivitis auf wie nicht-diabetische Personen. Unbehandelt kann sie langfristig zu einer dauerhaften Schädigung des parodontalen Gewebes führen. Diabetisch bedingte Hyperglykämie und parodontale Erkrankungen beeinflussen die Immunantwort der Patienten und fördern die Synthese zahlreicher proinflammatorischer Mediatoren wie Interleukin 1-beta (IL-1β), Interleukin 6 (IL-6), Interleukin 8 (IL-8), Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-α), Prostaglandin E2 (PGE2) und Matrix-Metalloproteinase 8 (MMP-8). Diese Zytokine gelten als Marker für die Entzündungsreaktion und Mitauslöser der Kaskade der Gewebs- und Knochenschädigung und lassen sich non-invasiv im gingivalen Sulkus-Fluid nachweisen. Diese Flüssigkeit kann zur Beurteilung der lokalen Immunantwort und des gingivalen Entzündungszustands verwendet werden. Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen sind allerdings rar und die Analyse möglicher Zusammenhänge mit Diabetes deshalb von größter Bedeutung. Zahnkaries ist eine weitere häufige Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. In Bezug auf die Karieserfahrung bei Kindern mit und ohne Diabetes ist die Datenlage allerdings uneinheitlich. Patienten mit einem unkontrollierten Diabetes scheinen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Mundgesundheitsproblemen zu haben. Die geplante Studie evaluiert, ob sich die Karieserfahrung und Parodontalgesundheit von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Diabetes unterscheiden. Dafür werden die Entzündungsparameter IL-1β, IL-6, IL-8, TNF-α, PGE2 und MMP-8 im Sulkus-Fluid und die Karieserfahrung, der Mundhygienestatus und der Parodontalzustand erfasst. Bei Kindern mit Diabetes erfolgt zusätzlich eine Bewertung der Faktoren hinsichtlich einer möglichen Korrelation mit routinemäßig erhobenen Diabetesparametern.

Passende Studie finden

Studiendetails

Studienziel Karieserfahrung, Studienbeginn, zahnärztliche Untersuchung, dmft/DMFT-Index,
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 160
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle DGZMK

Finden Sie die richtige Diabetes mellitus Typ 1-Studie

Mithilfe unseres medizinischen Fragebogens finden Sie heraus, ob diese oder eine andere Studie eine Möglichkeit für Sie darstellt.

Richtige Studie finden

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • gesunde Kinder und Jugendliche mit und ohne Diabetes

Ausschlusskriterien

  • Kinder jünger als 5 Jahre oder älter als 21 Jahre, Kinder mit festsitzender kieferorthopädischer Apparatur, Kinder mit anderen Allgemeinerkrankungen

Adressen und Kontakt

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin; Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Jena

Vielen Dank! Wir haben Ihnen die angeforderten Kontaktdaten aus Jena via E-Mail geschickt.

Bitte überprüfen Sie auch Ihren SPAM Ordner.

Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet [email protected]. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Wir senden Ihnen die Kontaktdaten der Klinik und Informationen über mögliche nächste Schritte auf Ihre E-Mail-Adresse

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Durch das Absenden erkläre ich mich ausdrücklich damit einverstanden, dass Viomedo meine Daten, einschließlich Gesundheitsdaten, verarbeitet, um mir die Kontaktdaten der Studie zuzusenden und um mir Informationen (z.B. über klinische Studien) per E-Mail zuzusenden. Mein Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Die Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zum Anfordern von Kontaktdaten und zum Studienberater, habe ich zur Kenntnis genommen.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter mit zunehmender Inzidenz (1, 2). In Deutschland sind in der Altersgruppe der 0- bis 19-Jährigen nach Schätzungen etwa 32.000 vom Diabetes Typ 1 betroffen (3). Der Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung mit Zerstörung der Pankreas-Beta-Zellen und absolutem Insulinmangel und betrifft 90 % der Diabetesfälle im Kindesalter (1, 2). Neben dieser Diabetesform werden auch zunehmend andere Formen wie Diabetes Typ 2 und 3 im Kindes- und Jugendalter beobachtet (2, 4). Parodontitis ist wie Diabetes eine chronische Erkrankung und zählt zu den diabetischen Folgeerkrankungen (5-8). Diese bakteriell bedingte Entzündung des Zahnhalteapparates kann zu einer Zerstörung des umliegenden Gewebes und Alveolarknochens mit Lockerung und Verlust der Zähne führen (5). Diabetes und Parodontitis beeinflussen sich gegenseitig und ein schlecht eingestellter Blutzuckerwert erhöht das Risiko der Entwicklung einer parodontalen Erkrankung (6, 7, 9-16). Umgekehrt führt eine Behandlung der Parodontitis zu einer positivem Beeinflussung des Diabetes mit Verbesserung der Blutzuckerkontrolle (6, 7, 9-16). Die Mechanismen, die dieser Wechselwirkung zugrunde liegen, sind bislang nicht abschließend geklärt (6, 7, 9-16). Im Kindes- und Jugendalter ist die Ausbildung einer Parodontitis selten (5, 8). Gingivitis als reversible Vorstufe der entzündlichen Parodontalerkrankung ist dagegen eine häufig beobachtete Erkrankung in der Kindheit und auch eine kritische Komplikation des Diabetes (5-7, 9, 13, 14). Kinder mit Diabetes weisen eine doppelt so hohe Prävalenz der Gingivitis auf wie nicht-diabetische Personen (13, 14). Mit einer Behandlung und Verbesserung der Mundhygiene ist diese Entzündung des Zahnfleischs vollständig reversibel (5, 8). Unbehandelt kann sie langfristig die Ausbildung einer Parodontitis mit einer dauerhaften Schädigung des parodontalen Gewebes verursachen (5, 8). Diabetisch bedingte Hyperglykämie einerseits und parodontale Erkrankungen andererseits beeinflussen beide die Immunantwort der Patienten in sehr komplexer Weise und fördern die Synthese und Ausschüttung zahlreicher proinflammatorischer Mediatoren wie Interleukin 1-beta (IL-1β), Interleukin 6 (IL-6), Interleukin 8 (IL-8), Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-α), Prostaglandin E2 (PGE2) und Matrix-Metalloproteinase 8 (MMP-8) (3, 6, 7, 13-16) . Diese Zytokine gelten als Marker für die Entzündungsreaktion und Mitauslöser der Kaskade der Gewebs- und Knochenschädigung und lassen sich relativ einfach und non-invasiv im gingivalen Sulkus-Fluid nachweisen (5, 17, 18). Gingivaler Sulkus-Fluid ist ein permanent zwischen Zahn und Zahnfleisch im Sulcus gingivalis gebildetes Serumtranssudat oder Entzündungsexsudat. Diese Flüssigkeit besteht aus einer Vielzahl zellulärer Elemente, bakterieller und Gewebsabbauprodukte, Enzyme sowie Entzündungsmediatoren und kann zur Beurteilung der lokalen Immunantwort und des gingivalen Entzündungszustands verwendet werden (17). Die Mehrzahl der vorhandenen Studien bezieht sich allerdings auf die Altersgruppe der Erwachsenen. Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen sind rar und die Analyse möglicher Zusammenhänge mit Diabetes deshalb von größter Bedeutung (6, 19-23). Zahnkaries ist eine weitere häufige orale Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. In Bezug auf die Karieserfahrung bei Kindern mit und ohne Diabetes ist die Datenlage allerdings uneinheitlich (24-27). In manchen Studien weisen Kinder mit Diabetes eine erhöhte Karieserfahrung im Vergleich zu Gesunden auf, während in anderen Untersuchungen kein Unterschied festgestellt wird (24-27). Übersichtsarbeiten zeigen aber, dass Menschen mit Diabetes häufig nur ein eingeschränktes Wissen zur Mundgesundheit haben und ein ungenügendes Mundhygieneverhalten mit einer geringeren Inanspruchnahme von zahnärztlichen Leistungen aufweisen (20). Insbesondere Patienten mit einem unkontrollierten Diabetes scheinen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Mundgesundheitsproblemen zu haben (6, 7, 9-12). Das Kariesrisiko wird bei Diabetikern zusätzlich durch die in der Regel häufigere Einnahme von Mahlzeiten, die höhere Zuckerkonzentration im Speichel und die geringere Speichelfließrate gesteigert (21, 28-30). Insgesamt ist die Datenlage zum Thema Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes als unzureichend zu bewerten und bedarf vor dem Hintergrund der Früherkennung und Vermeidung von pathologischen Veränderungen und Folgeerkrankungen des Diabetes einer intensiveren Analyse.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: