Beschreibung der Studie

Nach einem Schlaganfall im Bereich des Hirnstamms oder des Kleinhirns kann es bei einigen Patienten dazu kommen, dass mit einigen Wochen Verzögerung neue Symptome wie ein Zittern der Arme, Störungen der Augenbewegungen oder ein rhythmisches Zittern des Gaumens auftreten. Hierbei handelt es sich mitnichten um einen neuen Schlaganfall, vielmehr liegt dem eine komplizierte Folgeerkrankung, die sogenannten „Hypertrophen Degeneration der Oliven“ (HOD) zugrunde, die medizinisch bislang nur unzureichend verstanden ist. Einige Menschen bilden in diesem Rahmen eine Schluckstörung aus und haben hierdurch ein großes Risiko einer Lungenentzündung durch unbewusstes Verschlucken. Meistens wird die Erkrankung gar nicht erkannt oder durch behandelnde Ärzte fehlgedeutet, da sie noch recht unbekannt ist. An unserem Universitätsklinikum haben wir in den vergangenen Jahren bereits mehrere Dutzend Patienten mit der Erkrankung behandelt und mussten dabei feststellen, wie wenig die Medizin bislang über die HOD weiß. Es ist weder bekannt, wie häufig dieses Phänomen nach Schlaganfällen auftritt, noch was die beste Therapie ist oder was wir tun können, um das Auftreten der HOD verhindern. Die geplante Studie soll helfen, diese Fragen zu beantworten und neue Erkenntnisse über die Erkrankung liefern und Möglichkeiten zu erörtern, ein Auftreten zu verhindern.

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Studiendetails

Studienziel Der primäre Endpunkt dieser Studie ist die Häufigkeit des Auftretens einer HOD im MRT 7-8 Monate nach dem Indexereignis.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik für Neurologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien
  • intrazerebrale Blutung oder Hirninfarkt des Hirnstamms oder Cerebellums mit topo-anatomischer Beziehung zum sog. Guillain-Mollaret Dreieck (anhand der Studien-eigenen Schablone)
  • maximaler Durchmesser der Läsion von 3 cm
  • maximale Zeit des Beginn des Schlaganfall-Syndroms bis zum Studieneinschluss von 7 Tagen
  • unterschriebene Patientenaufklärung
  • Patientenalter von über 18 Jahren

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien
  • Sopor oder Koma zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses
  • Intensivmedizinische Behandlung mit Beatmungstherapie zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses
  • okzipitale Kraniotomie
  • Kontraindikationen für eine MRT-Untersuchung (bspw. Herzschrittmacher, ferromagnetisches Material im Körper, Klaustrophobie)
  • Alter von unter 18 Jahren zum Zeitpunkt des Akutereignisses
  • modified Rankin Scale (mRS) von mehr als 4 Punkten
  • fehlende Einwilligungsfähigkeit bzw. Geschäftsfähigkeit des Patienten
  • vorbestehende schwere MRT-Veränderungen des Hirnstamms oder Cerebellums
  • bekannte neurodegenerative Grunderkrankung

Adressen und Kontakt

Klinik für Neurologie Universitätsklinikum Frankfurt, Goethe-Universität, Frankfurt am Main

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Schlaganfälle im Hirnstamm und Kleinhirn können zu einer Schädigung des dentato-rubro-olivären Pfads (DROP) führen. Läsionen in diesem anatomisch-funktionellen Regelkreis, auch als Guillain-Mollaret Dreieck bezeichnet, lösen sekundären eine trans-synaptische Neurodegeneration des Nucleus olivaris inferior aus, was als sog. hypertrophe oliväre Degeneration (HOD) bezeichnet wird. Das charakteristische klinische Syndrom der HOD tritt langsam über Monate auf und besteht aus einem rhythmischen palatalen Tremor (auch: palataler Myoklonus), einem primär vertikalen Pendelnystagmus und einem Holmes-Tremor der Arme. Logopädische Untersuchungen mittels Fiberoptischer Endoskopie des Schluckakts (FEES) erlauben die Beurteilung der Schluckfunktion und können eine mögliche Dysphagie frühzeitig detektieren. Die Inzidenz der HOD nach Läsionen im Guillain-Mollaret‘schen Dreieck wurde in der Literatur noch nicht in prospektiven Studien untersucht. Ziele: Der primäre Endpunkt dieser prospektiven klinischen Multicenter-Studie ist, das Risiko des Auftretens einer HOD nach ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen mit Affektion des Guillain-Mollaret Dreiecks zu bestimmen. Weitere Studienziele beinhalten den zeitlichen Verlauf der Erkrankung, eine detaillierte Beschreibung der Manifestation des klinischen Syndroms sowie die bildmorphologische Darstellung der Läsionslokalisation und neuronalen Fasertrakte mittels Diffusions-Tensor-MRT (diffusion tensor imaging, DTI), wodurch zukünftig eine Risikostratifizierung des Entstehens einer HOD je nach Lokalisation der Schädigung ermöglicht werden soll. Methoden: Patienten mit ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfällen des Hirnstamms und Kleinhirns mit einer topo-anatomischen Nähe zum Guillain-Mollaret Dreieck werden multizentrisch im Interdisziplinären Neurovaskulären Netzwerk Rhein-Main (INVN, bestehend aus 13 Krankenhäusern mit einer zertifizierten Stroke-Unit) rekrutiert und am Studienzentrum vorgestellt. Die Patienten, welche die Einschlusskriterien erfüllen, werden prospektiv für 8 Monate begleitet und stellen sich zu zwei Zeitpunkten (t1 nach 3-4 Monaten, t2 nach 7-8 Monaten nach dem Indexereignis) am Brain Imaging Center (BIC) Frankfurt der Goethe-Universität vor. Bei jeder dieser Vorstellungen werden die Patienten neurologisch untersucht, anschließend wird eine cMRT-Untersuchung mit DTI durchgeführt. Patienten mit Nachweis einer HOD erhalten zudem eine FEES zur Beurteilung des Schluckakts. Nach Akquise der Daten und des Bildmaterials erfolgt eine systematische Analyse der bildgebenden Muster sowie der epidemiologischen Daten. Zusammenfassung: Dies ist seit Erstbeschreibung des Phänomens vor über hundert Jahren die erste Studie, welche prospektiv die Inzidenz der HOD nach Schlaganfällen mit Beteiligung des Guillain-Mollaret Dreiecks exploriert. Das Ziel ist, ein tiefergehendes Verständnis für die noch unverstandene Entität HOD und den klinischen Verlauf der Erkrankung zu entwickeln, um perspektivisch hieraus klinische Konsequenzen ziehen zu können und zukünftige therapeutische Studien zu ermöglichen.

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