Beschreibung der Studie

Ein Teil der Kinder und Jugendlichen, die Missbrauch oder Vernachlässigung erlebt haben, entwickeln als Folge eine psychische Störung. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass ein spezielles Psychotherapieprogramm namens "traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie" (TF-CBT) bei der Verringerung der traumatischen Belastung sehr wirksam ist und vielen dieser Kinder und Jugendlichen helfen könnte. Die Therapie ist dauert nicht lange (durchschnittlich 12 bis 15 doppelstündige Therapiesitzungen) und ist für Psychotherapeut*innen gut zu erlernen. In der deutschen Regelversorgung erhalten jedoch die meisten Kinder und Jugendlichen, die durch Vernachlässigung oder Missbrauch eine psychische Störung entwickelt haben, keine derartige Therapie. Das Ziel unserer Studie ist es, Psychotherapeut*innen in TF-CBT weiterzubilden und zu untersuchen, wie vielen Patient*innen sie eine entsprechende Therapie anbieten. Insbesondere wollen wir prüfen, ob die Zahl der behandelten Patient*innen verbessert werden kann, wenn die Therapeut*innen nach der Ausbildung in TF-CBT die Möglichkeit haben, an regelmäßigen telefonischen Fallkonferenzen mit Supervisor*innen teilzunehmen, die in dieser Therapieform sehr erfahren sind. Dafür teilen wir alle Therapeut*innen nach Abschluss der Weiterbildung in zwei Gruppen ein. Die eine Hälfte der Therapeut*innen macht alles wie gewöhnlich, die andere Hälfte nimmt zusätzlich alle zwei Wochen an telefonischen Fallbesprechungen teil. Kinder oder Jugendliche werden durch teilnehmende Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen oder Kinderärzt*innen an uns überwiesen oder können sich selbst bei uns melden. Bei Interesse erhalten sie Informationen über unsere Studie und ein Verzeichnis der teilnehmenden Therapeut*innen in ihrer Nähe. Dann können sie eine/n Therapeutin/en ihrer Wahl kontaktieren. Wir untersuchen, ob die Therapeut*innen die wissenschaftlich als wirksam erwiesenen Therapieschritte genauso umsetzen und ob es den Kindern und Jugendlichen nach Abschluss der Therapie besser geht.

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Studiendetails

Studienziel Den primären Endpunkt bildet die Anzahl der Patient*innen, die eine hinreichend adhärente TF-CBT Therapie (SATT) erhalten. Was als "hinreichend adhärent" zählt, ist anhand des Manuals definiert als: 1.) Der/die Patient*in hat mindestens 8 (Patient*in und Bezugsperson) Doppelstunden (oder 16 Einzelstunden) erhalten, die die TF-CBT Module (1-5) implementieren und 2.) der/die Patient*in hat mit dem Traumanarrativ in den Sitzungen 7-11 (Doppelstunden) oder 14-22 (Einzelstunden) begonnen und 3.) der/die Patient*in schließt die Therapie innerhalb von 18 Doppelstunden (36 Einzelstunden) ab. Ob ein Patient eine SATT erhalten hat, wird von verblindeten Beurteilern auf der Basis der TF-CBT Goal Checklist, bei der die Therapeut*innen nach jeder Sitzung ausfüllen, an welchem TF-CBT Modul sie gearbeitet haben, beurteilt. Die Analysen sind ITT Analysen.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 116
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • In dieser Studie gibt es zwei Ebenen von Teilnehmer*innen und entsprechende Ein- und Ausschlusskriterien:
  • Auf der Ebene der Therapeut*innen (angestrebtes n =116):
  • Einschluss: (1.) Ausbildung in einem der teilnehmenden Ausbildungsinstitute (PIT) oder Arbeit als approbierte/r Psychotherapeut*in in einer der beteiligten Regionen (LPT); (2.) Teilnahmebereitschaft und erfolgte Studieneinwilligung
  • Auf der Ebene der Patient*innen (angestrebtes n = 560):
  • Einschluss: (1.) Alter: 5 bis 20 Jahre; (2.) Missbrauch, Misshandlung oder Vernachlässigung erlebt (3.) Diagnose einer misshandlungsbedingten PTBS oder einer anderen Diagnose nach ICD-10 und mindestens 21 Punkte in dem (CATS-2); (4.) Anfahrtsdauer Wohnort bis zum Behandlungsort <1h; (5.) Teilnahmebereitschaft und Einverständnis des Kindes/Jugendlichen sowie die Einwilligung der Sorgeberechtigten zur Studienteilnahme; (6.) Verfügbarkeit von mindestens einer Bezugsperson um an den regelmäßigen Bezugspersonensitzungen teilzunehmen (gemäß TF-KVT-Behandlungsmanual).

Ausschlusskriterien

  • In dieser Studie gibt es zwei Ebenen von Teilnehmer*innen und entsprechende Ein- und Ausschlusskriterien:
  • Therapeut*innen Ausschluss: (1.) Zu wenig Zeit bis zum Abschluss der Ausbildung (PITs, <1 Jahr) oder bis zum Ruhestand (LPTs; <4 Jahre vor Ruhestand)
  • Patient*innen Ausschluss: (1.) Schwere geistige Retardierung (IQ-Wert < 50); (2.) akute Psychose, schwerwiegender Substanzmissbrauch oder akute Suizidalität; (3.) Inanspruchnahme einer weiteren Psychotherapie zum gegenwärtigen Zeitpunkt für irgendeine psychische Störung; (4.) eine stabile medikamentöse Einstellung ist erlaubt, wird aber sorgfältig überwacht

Adressen und Kontakt

die Rekrutierung wird geleitet von der Universität Frankfurt und erfolgt z.B. in folgenden Regionen: Köln/Bonn, Bremen, Leipzig/Halle/Erfurt, Berlin/Potsdam, Hannover/Hamburg, Frankfurt a.M.

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Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet kontakt@viomedo.de. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

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andere: die Rekrutierung wird geleitet von der Universität Marburg und erfolgt an staatlich akkreditierten Weiterbildungsinstituten für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen: z.B. in Bielefeld, Bochum, Landau, Marburg, Berlin, Marburg

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Ziel der Studie ist die Dissemination und Implementierung der TF-CBT bei Kindern und Jugendlichen mit posttraumatischen Belastungssymptomen (PTSS) nach Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (CAN) durch das Training approbierter Psychotherapeut*innen (LPTs) und von Psychotherapeut*innen in postgradualer Ausbildung (PITs) in dieser Therapieform. Dies soll der mangelnden Verfügbarkeit empirisch gestützter Behandlungen (ESTs) für diese Patientengruppe in der deutschen Regelversorgung entgegenwirken. Im Rahmen einer cluster-randomisierten kontrollierten Studie (Hybrid-Typ-III-Design) wird die Implementierung dieses EST mit besonderem Schwerpunkt auf der Ausbildung von Therapeuten, einschließlich der Bereitstellung von telefonischen Fallbesprechungen evaluiert. Die Randomisierungseinheit sind die Therapeut*innen. Hauptziel der Studie ist der Vergleich der Effektivität von modellbasierten traumafokussierten telefonischen Fallbesprechungen (TFS) mit Supervision as usual (SAU) im Hinblick auf die manualgetreue Implementierung von TF-CBT für Kinder und Jugendliche mit PTSS durch Psychotherapeut*innen mit unterschiedlicher Berufserfahrung (LPT/PIT). Der primäre Endpunkt ist eine dichotome Variable: Hat der/die Patient*in hat eine ausreichend manualgetreue Therapie (SATT) erhalten (ja/nein)? Das primäre Outcome wird mit einer multilevel logistischen Regression analysiert. Sekundäre Endpunkte sind patient*innen- und therapeut*innenbezogene Variablen. Patient*innenbezogene Endpunkte sind (1) die Reduktion der PTSS (erfasst mit dem CATS-2, Bezugspersoneneinschätzung und Selbstreport) von der Baseline (prä-) zum post- und Follow-up-Zeitpunkt (FU); (2) die Reduktion depressiver Symptome (gemessen mit dem MFQ, Bezugspersoneneinschätzung und Selbstreport) von prä- zu post- und zu FU. Die Analysen erfolgen auf Intent to treat (ITT-Basis). Für die Therapeut*innen werden (1) die Selbsteinschätzung der Unsicherheit bei der Durchführung von TF-CBT und (2) ihre Einstellung zu ESTs (gemessen mit EBPAS-36) analysiert. Weitere therapeut*innenbezogene (z.B. Implementierungsbereitschaft, berufliche Lebensqualität) und patient*innenbezogene (Behandlungszufriedenheit) Variablen werden als explorative Variablen untersucht. Die Studie ist als Implementationsstudie konzipiert und ermöglicht deshalb naturalistische Überweisungswege an die teilnehmenden Therapeut*innen durch Patient*innen selbst, ihre Betreuer*innen, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie Kinderärzt*innen. Der streng definierte primäre Endpunkt ermöglicht, die Rolle der modellbasierten telefonischen Fallbesprechungen im Implementierungsprozess zu bewerten. Die sekundären und explorativen Outcomes werden Erkenntnisse darüber generieren, inwiefern eine verbesserte Implementierung auf Therapeut*innenebene sich in verbesserten Outcomes für die Patient*innen auswirkt.

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