Beschreibung der Studie

Zweck dieser Studie ist herauszufinden, ob die klinische Untersuchung mittels des Silfverskiöld-Tests (ein Test zur Messung der Beweglichkeit des Sprunggelenks bei gebeugtem und gestrecktem Kniegelenk) hinreichende Entscheidungsmöglichkeit bietet eine Verkürzung von zwei Wadenmuskeln zu unterscheiden. Im klinischen Alltag ist es sehr wichtig, einfache und flächendeckend verfügbare Methoden zur Funktionsanalyse zur Verfügung zu haben. Im Rahmen dieser Studie sollen unterschiedliche Untersuchungsmethoden, genauer der Silfverskiöld-Test, das Equinometer bzw. die 3D Ganganalyse evaluiert werden (als Referenz dient die Narkoseuntersuchung). Die daraus resultierenden Kenntnisse könnten weitreichenden Einfluss auf die klinische Praxis haben. Dabei sollen Patienten, die an einer Zerebralparese leiden (nichtkonsekutive Hirnschädigung) und bei welchen eine Operation zur Korrektur einer Verkürzung der Wadenmuskulatur durchgeführt wird, untersucht werden. Daber wird klinisch mittels manuellem Winkelmesser der Grad des Bewegungsausmaßes im oberen Sprunggelenk erfasst und mit Werten verglichen, die bei gleicher Messung mit einem mechanischen Unterschenkelgestell gemessen werden. Beide Messungen werden vor der Operation während herkömmlicher klinischer Untersuchungen ermittelt, sowie unter allgemeiner Narkose nochmals erfasst. Zur Ergänzung der Studie werden außerdem Gradwerte aus einer dreidimensionalen Ganganalyse herangezogen und mit oben genannten verglichen. Hiermit sollen zwei Hypothesen geprüft werden. Zum Einen soll gezeigt werden, dass der Silfverskiöld-Test ein gutes Mittel zur Unterscheidung ist, das mechanische Gestell jedoch, da es Eigenheiten der Fußanatomie außer Acht lässt kein probates Mittel ist. Zum Anderen, dass die Ganganalyse zwar ein sicheres Mittel zur Unterscheidung ist, allerdings gleichzeitig nicht flächendeckend verfügbar und sehr kostenintensiv ist.

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Studiendetails

Studienziel Im Rahmen dieser prospektiven klinischen Studie sollen unterschiedliche Untersuchungsmethoden, genauer der Silfverskiöld-Test, das Equinometer bzw. die 3D Ganganalyse evaluiert werden (als Referenz dient die Narkoseuntersuchung). 1. Messung Zeitpunkt 1: Silfverskiöld Test, Messung des Bewegunsausmaßes des oberen Sprunggelenks bei gestrecktem und gebeugtem Knie mit Goniometer. 2. Messung Zeitpunkt 1: Equinometermessung. Hier wird der Unterschenkel in einem mechanischen Gerät befestigt und die Dorsalflexion in einer bestimmten Fußstellung bei gestrecktem und gebeugtem Knie gemessen. 3. Messung Zeitpunkt 1: 3D Ganganalyse. Diese Technik arbeitet mit Markersystemen, die auf der Haut des Patienten angebracht werden und durch mehrere Kameras im dreidimensionalen Raum erfasst werden. Dadurch berechnet ein Softwareprogramm das Bewegungsausmaß des oberen Sprunggelenks. 4. Messung Zeitpunkt 2: Silfverskiöld Test, Messung des Bewegungsausmaßes des oberen Sprunggelenks bei gestrecktem und gebeugtem Knie mit Goniometer. 5. Messung Zeitpunkt 2: Equinometermessung. Hier wird der Unterschenkel in einem mechanischen Gerät befestigt und die Dorsalflexion in einer bestimmten Fußstellung bei gestrecktem und gebeugtem Knie gemessen. Zeitpunkt 1: Prä-OP Zeitpunkt 2: Intra-OP Alle Messungen werden in der Einheit: Grad angegeben.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Heidelberg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • mit der Diagnose: Spastische Zerebralparese (GMFCS Level I-II)
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Anstehende Operation mit präoperativer 3D Ganganalyse
  • Einwilligung der Eltern/Sorgeberechtigten zur Studienteilnahme der Minderjährigen
  • Standardisierte klinische Untersuchung (inklusive Goniometer) sowie instrumenteller 3D-Ganganalyse

Ausschlusskriterien

  • Ablehnung der Verwertung der bereits erhobenen Daten und Wunsch zum Studienabbruch durch die/den Patientin/en oder der Eltern/gesetzliche Vertreter
  • mangelnde Kooperationsbereitschaft

Adressen und Kontakt

Orthopädie, Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

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Unterschiedliche klinische Erscheinungsbilder der infantilen Zerebralparese zeigen, dass der Spitzfuß (Pes equinus) die häufigste Fußdeformität ist (Westhoff et al. 2011doi: 10.1007/s00132-011-1782-x). Er wird unterschieden in einen dynamischen Spitzfuß, welcher passiv in die neutrale Fußgelenkstellung gebracht werden kann und in einen fixierten Spitzfuß, bei welchem dieses nicht mehr möglich ist (Horsch et al. 2019 doi: 10.1007/s12519-019-00238-2; Singh 2013 doi: 10.1016/j.fas.2012.12.002). Betrachtet man die Prävalenz des fixierten Spitzfußes bei der bilateralen spastischen Zerebralparese, liegt diese bei 83.3% (Horsch et al. 2019 doi:s.o.). Der Goldstandard zur Differenzierung zwischen dynamischem und fixiertem Spitzfuß stellt bis zum heutigen Tag die Narkoseuntersuchung dar (Zwick et al. 2004 doi: 10.1016/j.gaitpost.2003.10.002). Bisher konnten noch keine sicheren Alternativen entwickelt werden. Da jedoch eine Narkoseuntersuchung eine sehr invasive Methode darstellt, gibt es einige klinische Tests, die zur groben Einteilung herangezogen werden. Der erstmals von Nils Silfverskiöld 1924 beschriebene und nach ihm benannte Silfverskiöld-Test gehört zu dieser Gruppe von klinischen Tests, die in der Praxis häufig verwendet werden (Singh 2013 doi:s.o.). Der Silfverskiöld-Test kann zur Differenzierung zwischen der isolierten Gastrocnemius- bzw. einer kombinierten Gastrosoleus-Kontraktur verwendet werden. Hierbei wird die Dorsalflexion im oberen Sprunggelenk bei gestrecktem Knie und 90° gebeugtem Knie untersucht. Es gibt in der Literatur jedoch nur wenige Daten über die Verlässlichkeit des Silfverskiöld-Tests. Molund et al. (2018,doi: 10.1177/1071100718770386) berichten über schlechte Intra- und Interrater-Reliabilität, jedoch wurde die Studie von unerfahrenen Untersuchern mit einer kleinen Fallzahl durchgeführt. Eine weitere Methode zur groben Einteilung des Spitzfußes stellt das Equinometer dar. Ein solches Gerät wurde von Molund et al. (2018) beschrieben und bewertet. Hier wird der Unterschenkel in einem mechanischen Gerät befestigt und die Dorsalflexion in einer bestimmten Fußstellung und unterschiedlichen Rahmenbedingungen gemessen. Weiterhin gibt es die Möglichkeit mithilfe einer 3D Ganganalyse anhand aufgezeichneter Gangparameter eine Beurteilung des Spitzfußes vorzunehmen. Diese Technik arbeitet mit Markersystemen, die auf der Haut des Patienten angebracht werden und durch mehrere Kameras im dreidimensionalen Raum erfasst werden. Aufgrund des materiellen Aufwands stellt diese Methode im Unterschied zum Silfverskiöld-Test eine sehr kostenintensive Untersuchung dar. Im klinischen Alltag ist es sehr wichtig, einfache und flächendeckend verfügbare Methoden zur Funktionsanalyse zur Verfügung zu haben. Im Rahmen dieser prospektiven klinischen Studie werden unterschiedliche Untersuchungsmethoden, genauer der Silfverskiöld-Test und das Equinometer evaluiert (als Referenz dient die Narkoseuntersuchung). Darüber hinaus soll auch der Frage nachgegangen werden, ob die instrumentelle 3D Ganganalyse bei der Diagnose des Spitzfußes einen Mehrwert gegenüber dem Silfverskiöld-Test bzw. dem Equinometer liefert. Die daraus resultierenden Kenntnisse könnten weitreichenden Einfluss auf die klinische Praxis haben.

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