Beschreibung der Studie

Erdnuss und Baumnüsse, wie z.B. Haselnuss oder Cashew, gehören zu den häufigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie und können zu lebensbedrohlichen Reaktionen führen. Allergische Patienten sollen unabhängig davon bei welcher Menge des Allergens es zu der allergischen Reaktion kam (individueller Schwellenwert), das Nahrungsmittel strikt meiden. Dagegen sollen tolerante Personen, die keine Symptome nach dem Verzehr von Erdnuss oder Baumnüssen zeigen, das Nahrungsmittel regelmäßig verzehren, um das Wiederauftreten der Allergie zu verhindern. Während die meisten Patienten mit Kuhmilch- und Hühnereiallergie Ihre Allergie über die Zeit verlieren (=natürliche Toleranzentwicklung), bleibt die Erdnuss- und Baumnussallergie meist bis ins Erwachsenenalter bestehen. Dieser Unterschied im natürlichen Krankheitsverlauf könnte durch einen unbewussten, regelmäßigen Verzehr sehr geringer Mengen Kuhmilch und Hühnerei in der alltäglichen Ernährung erklärbar sein. Für Erdnuss und Baumnüsse scheint dies unwahrscheinlich. Ziel der Studie ist es, die Bedeutung der Allergenmeidung auf die natürliche Toleranzentwicklung bei Patienten mit einer Allergie gegen Erdnüsse oder Baumnüsse zu untersuchen. Wir vermuten, dass allergische Patienten, die kleine Mengen Erdnuss oder Baumnüsse unterhalb der individuellen Schwellendosis regelmäßig verzehren, Ihre Allergie eher verlieren, als Patienten die Erdnüsse oder Baumnüsse strikt meiden. Wir gehen davon aus, dass ein Allergenverzehr unterhalb des Schwellenwerts sicher ist. Durch die Studie können wertvolle Hinweise für die zukünftige Behandlung der Nahrungsmittelallergie gewonnen werden. Zu Beginn der Studie Kinder und Erwachsene mit dem Verdacht auf eine Erdnuss oder Baumnussallergie erhalten eine Nahrungsmittelprovokation, um festzustellen ob eine Toleranz oder Allergie vorliegt und ggf. bei welcher Menge des Nahrungsmittels die Reaktion auftritt. Allergische Patienten, die eine gewisse Menge vertragen (etwa ½ Nuss), werden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 wird Erdnuss oder Baumnüssen strickt meiden, während Gruppe 2 Produkte mit geringen Mengen Erdnuss oder Baumnüssen regelmäßig verzehren wird. Nach einem Jahr erhalten die Patienten eine zweite Nahrungsmittelprovokation, um erneut eine mögliche Toleranz bzw. den Schwellenwert der Reaktion zu bestimmen. Bei allen Teilnehmern werden im Verlauf Blut-, Stuhl- und Staubproben sowie Hautabstriche gesammelt. Die Ergebnisse der Studie werden helfen die derzeitigen Ernährungsempfehlungen für Patienten mit Nahrungsmittelallergie zu aktualisieren. Zudem werden Bioproben für Laboruntersuchungen gewonnen, um zugrundeliegenden Mechanismen der Toleranzentwicklung zu untersuchen.

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Studiendetails

Studienziel -Die klinische Toleranzentwicklung gegenüber Erdnuss oder Baumnüssen nach einem Jahr erfasst anhand einer oralen Nahrungsmittelprovokation (bis zu einer repetitiven, kumulativen Dosis).
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 120
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Erwachsene und Kinder, Alter 1-67 Jahre
  • Verdacht auf oder bekannte Erdnuss und/oder Baumnussallergie
  • Schriftliche Einverständniserklärung des Patienten/der Eltern

Ausschlusskriterien

  • Nach Einschätzung des zuständigen Arztes/der Ärztin, z.B. bei schwerer Erkrankung (z.B. klinisch relevante Herzkreislauferkrankungen, cystische Fibrose, angeborene Erkrankung)
  • Teilnahme an einer anderen Interventionsstudie, bei der Nahrungsmittelproteine verabreicht werden
  • instabiles Asthma
  • Gebrauch von Antihistaminika 3-5 Tage vor der oralen Nahrungsmittelprovokation
  • Behandlung mit b-Blockern und/oder ACE-Hemmern
  • systemische Immunsuppression
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Allergische Reaktion auf weniger als die fünfte Dosis unter der oralen Provokation mit Erdnuss und/oder Baumnuss

Adressen und Kontakt

Charité- Universitätsmedizin Berlin Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie und Immunologie mit Intensivmedizin, Berlin

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Charité - Universitätsmedizin Berlin Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergologie und Immunologie, Berlin

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Erdnuss (EN) und Baumnüsse (BN) gehören zu den häufigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie (NMA) und können zu lebensbedrohlichen Reaktionen führen. Allergische Patienten sollen unabhängig von der individuellen Schwellendosis das Nahrungsmittel, auf das sie allergisch reagierten, strikt meiden, während sensibilisierte Patienten, die keine Symptome zeigten, das Allergen regelmäßig verzehren sollen, um ein Wiederauftreten der NMA zu verhindern. Während die meisten Patienten mit Kuhmilch- und Hühnereiallergie eine Toleranz über die Zeit entwickeln, bleibt die EN und BN Allergie meist bis ins Erwachsenenalter bestehen. Dieser Unterschied im natürlichen Krankheitsverlauf könnte durch eine konstante orale Exposition geringer Mengen Kuhmilch und Hühnerei erklärbar sein, während dies für EN und BN unwahrscheinlich scheint. Ob die derzeitige Empfehlung der strikten Allergenmeidung die Persistenz der EN und BN Allergie fördert ist ungewiss, da die Mechanismen der natürlichen Toleranzentwicklung unklar sind. Ziele: Ziel ist es, die Bedeutung der Allergenmeidung auf die natürliche Toleranzentwicklung bei EN- und BN-Allergie in einer randomisierten kontrollierten Interventionsstudie zu untersuchen. Wir stellen die Hypothese auf, dass allergische Patienten, die EN oder BN unterhalb der individuellen Schwellendosis regelmäßig verzehren, eher eine Toleranz entwickelt, als Patienten die dieses strikt meiden. Wir gehen davon aus, dass ein Allergenverzehr unterhalb der Schwellendosis sicher ist. Unabhängig vom Ergebnis werden wir wertvolle Hinweise für die zukünftige Behandlung der NMA gewinnen. Des Weiteren soll die Lebensqualität der Patienten untersucht werden. Für die mechanistischen Projekte der klinischen Forschergruppe werden Bioproben gesammelt und bereitgestellt, um die Mechanismen der NMA und Toleranz zu untersuchen. Methoden: EN und BN-sensibilisierte Kinder und Erwachsene werden zur Bestimmung der klinischen Reaktivität und des Schwellenwerts provoziert. Allergische Patienten, die mindestens die fünfte Gabe unter oraler EN- und/oder BN-Provokation vertragen, werden 1:1 randomisiert: Gruppe 1 wird EN oder BN strickt meiden, während Gruppe 2 Produkte mit geringen Mengen EN oder BN regelmäßig verzehren wird. Ein Jahr nach der Intervention erhalten die Patienten eine zweite Nahrungsmittel-provokation, um eine mögliche klinische Toleranz (primärer Endpunkt) und den Schwellenwert zu bestimmen. Im Verlauf werden Fragebögen zur Lebensqualität sowie Blut-, Stuhl- und Staubproben sowie Hautabstriche gesammelt. Fazit: Die Ergebnisse werden helfen die derzeitigen Ernährungsempfehlungen für Patienten mit NMA zu aktualisieren. Zudem wird Biomaterial für die mechanistischen Projekte gewonnen, um zugrunde liegenden Mechanismen der Toleranzentwicklung zu untersuchen.

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