Beschreibung der Studie

Aktuelle Studien konnten die Annahme bestätigen, dass der Bildkontext einen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie Personen Bilder, auf denen Alkohol dargestellt wird, wahrnehmen. Diese Studie richtet ihre Aufmerksamkeit nun auf psychisch und körperlich gesunde Personen zwischen 18 und 64 Jahren, die im sozialen Kontext Alkohol trinken, aber nicht abhängig sind. Wir untersuchen die Fragen wie diese Personengruppe unterschiedliche Darstellungen von alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken wahrnimmt und welchen Einfluss der dargestellte Kontext auf die Wahrnehmung hat. Alle Studienteilnehmer werden wir zunächst bitten, eine Reihe von Fragebögen zu beantworten, die den aktuellen Alkoholkonsum und die Lebensumstände der Probanden erfassen. Ebenfalls wird ein Urintest durchgeführt, um Substanzen zu erfassen, welche die Augenbewegungen beeinflussen können. In der Untersuchung werden mit Hilfe eines Kammersystems die Augenbewegungen aufgezeichnet, während die Teilnehmer Bilder betrachten und einschätzen. Die Studie soll zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge zwischen der Wahrnehmung von Bildstimuli (alkoholische/nichtalkoholische Getränke) in Abhängigkeit vom jeweiligen Bildkontext beitragen. So erhoffen wir uns herauszuarbeiten, welche Kontexte das Trinkverhalten verstärken können und daraus Ansätze für eine bessere Therapie und Prävention der Alkoholabhängigkeit zu entwickeln.

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Studiendetails

Studienziel Ziel ist es, den Effekt unterschiedlicher Kontexte auf die subjektive Wahrnehmung von alkoholassoziierten und neutralen Bildern, sowie die Entstehung von Aufmerksamkeitsverzerrung hin zu alkoholassoziierten Bildern innerhalb einer Gruppe von Social Drinkers („within-subject“ Design) zu untersuchen. Daraus soll ein besseres Verständnis für die Grundlage dieser Reaktionen gewonnen werden, um so zu erarbeiten, welche Kontexte das Trinkverhalten verstärken können.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Männer und Frauen zwischen 18 und 65 Jahren
  • Diagnose: keine Achse I oder Achse II Störung, außer Nikotinabhängigkeit (F17.2)
  • Erfüllung der Kriterien für Social Drinking: durchschnittlich mind. 2 alkoholische Getränke (12g Alkohol pro Getränk) pro Woche, innerhalb des letzten Jahres [31, 32]
  • Ausreichende Fähigkeit, sich mit den Untersuchern zu verständigen, Fragen in mündlicher und schriftlicher Form zu beantworten
  • Fähigkeit zur Zustimmung nach ausführlicher schriftlicher Aufklärung („Fully Informed Consent“)
  • Einwilligung nach Aufklärung muss schriftlich vorliegen („Written Informed Consent“)
  • Normale oder korrigierbare (mit Kontaktlinsen) Sehschwäche

Ausschlusskriterien

  • Rückzug der Einwilligungserklärung
  • Durchschnittlicher Alkoholkonsum < 2 alkoholische Getränke (12 g Alkohol pro Getränk) pro Woche, innerhalb des letzten Jahres [38,39]
  • Alkohol-Intoxikation (Atemalkoholkonzentration > 0.3 ‰)
  • Achse-I-Störung nach DSM 5 bzw. ICD-10 (außer Nikotinabhängigkeit bzw. Nikotinmissbrauch innerhalb der letzten 12 Monate)
  • Pharmakotherapie mit psychoaktiven Substanzen innerhalb der letzten 14 Tage
  • Derzeitiger Drogenmissbrauch (THC, Amphetamin, Opiate, Benzodiazepine, Barbiturate und Kokain)
  • Keine ausreichende Fähigkeit mit dem Untersucher zu kommunizieren
  • Tragen einer Brille (ohne die Möglichkeit Kontaktlinsen zu tragen)

Adressen und Kontakt

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, Mannheim

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Häufig gestellte Fragen

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Fragestellung In der geplanten Studie soll, mittels Eye-Tracking, die Rolle des Kontextes auf die subjektive Wahrnehmung alkoholassoziierter Stimuli bei „Social-Drinkers“ ermittelt werden, um so ein besseres Verständnis über diesen Teilaspekt, welcher für die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Alkoholabhängigkeit relevant ist, zu erlangen. Hintergrund Zahlreiche Befunde sprechen dafür, dass Lernmechanismen in der Entwicklung und im Verlauf einer Abhängigkeitserkrankung eine zentrale Rolle spielen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang assoziative Lernprozesse, bei denen vormals neutrale Stimuli und Umgebungskontextvariablen mit den belohnenden Effekten des Substanzkonsums verknüpft werden. Gemäß der etablierten „Incentive-Sensitization“ Theorie von Robinson und Berridge (1993) [1] führt die wiederholte Einnahme von abhängigkeitserzeugenden Subtanzen über eine Sensibilisierung der dopaminergen Aktivität des Striatums zu einer Assoziation von mit der Abhängigkeitserkrankung zusammenhängender und vormals neutraler Stimuli mit den belohnenden Effekten der Substanz selbst. Dies führt in der Folge dazu, dass abhängigkeitsassoziierte Stimuli attraktiv erscheinen und die Aufmerksamkeit des Individuums stark auf sich binden können („attentional bias“). Studien konnten diese theoretische Annahme bestätigen. So konnte gezeigt werden, dass die Darbietung abhängigkeitsassoziierter Reize zu kürzeren Reaktionszeiten auf einen folgenden Zielreiz führt als die Darbietung neutraler Reize, was als Hinweis auf eine stärkere Aufmerksamkeitslenkung auf die abhängigkeitsassoziierten Reize interpretiert werden kann. Dieser Befund konnte bei alkoholabhängigen Patienten nachgewiesen werden [2]. Studien, die andere Maße für eine Aufmerksamkeitslenkung hin zu abhängigkeitsassoziierten Reizen nutzten, z.B. Stroop-Paradigma, oder direkt die Augenbewegungen der Probanden untersuchten, konnten die Ergebnisse bestätigen [3-5]. So konnte ein Zusammenhang zwischen den mittels Eye-Tracking gemessenen Blickbewegungen und der Fixationsdauer während eines Dot-Probe Paradigmas mit alkoholassoziierten Bildstimuli und dem Verlangen nach Alkohol hergestellt werden [6, 7]. Im Verlauf einer Abhängigkeitserkrankung spielen die Reaktionen auf diese Reize, welche auf subjektiver (z. B. Verlangen) und physiologischer Ebene (z. B. Hautleitfähigkeit, affektmodulierter Schreckreflex, Gehirnaktivität, Blickbewegungen) erfasst werden können, eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung einer Abhängigkeit. So konnte ein Zusammenhang zwischen der Darbietung abhängigkeitsassoziierter Stimuli und Verlangen („Craving“) nach der jeweiligen Substanz nachgewiesen werden, was in einigen Studien auch mit einem erhöhten Rückfallrisiko assoziiert war [8]. Weiterhin konnte ein Zusammenhang zwischen der Aufmerksamkeitslenkung auf abhängigkeitsassoziierte Reize und Rückfallrisiko nachgewiesen werden [9]. Zudem zeigten sich Divergenzen bezüglich der objektiven und subjektiven Reaktionen auf abhängigkeitsassoziierte Stimuli. Aktuell gibt es kaum Befunde dazu, welche Stimulus-Eigenschaften konkret verantwortlich sind, dass Individuen eine subjektive Veränderung erleben (z.B. erhöhtes Verlangen) oder eine physiologische Reaktion stattfindet (z.B. Pupillenreaktion als Maß noradrenerger Aktivität im Locus coeruleus) und wie beide Maße zeitlich assoziiert sind. Eye-Tracking bietet eine Möglichkeit mit hoher zeitlicher Auflösung willkürliche und unwillkürliche Reaktionen auf die Darbietung von Stimuli zu untersuchen und die Fixation bestimmter Stimuluseigenschaften mit einer Veränderung subjektiver und objektiver Maße zu assoziieren [10]. Ziel dieser Studie ist es, mit Hilfe von zwei Tests dem sog. Reizreaktions Task und Dot Probe Task, den Effekt unterschiedlicher Kontexte auf die subjektive Wahrnehmung von alkoholassoziierten und neutralen Bildern, sowie die Entstehung von Aufmerksamkeitsverzerrung hin zu alkoholassoziierten Bildern innerhalb einer Gruppe von Social Drinkers („within-subject“ Design) zu untersuchen. Daraus soll ein besseres Verständnis für die Grundlage dieser Reaktionen gewonnen werden, um so zu erarbeiten, welche Kontexte das Trinkverhalten verstärken können. Referenzen: 1. Robinson, T.E. and K.C. Berridge, The neural basis of drug craving: an incentive-sensitization theory of addiction. Brain Res Brain Res Rev, 1993. 18(3): p. 247-91. 2. Field, M., et al., Attentional biases for alcohol cues in heavy and light social drinkers: the roles of initial orienting and maintained attention. Psychopharmacology (Berl), 2004. 176(1): p. 88-93. 3. Sharma, D., I.P. Albery, and C. Cook, Selective attentional bias to alcohol related stimuli in problem drinkers and non-problem drinkers. Addiction, 2001. 96(2): p. 285-95. 4. Mogg, K. and B.P. Bradley, A cognitive-motivational analysis of anxiety. Behav Res Ther, 1998. 36(9): ap. 809-48. 6. Field, M. and B. Eastwood, Experimental manipulation of attentional bias increases the motivation to drink alcohol. Psychopharmacology, 2005. 183(3): p. 350-357. 7. Townshend, J, Duka. T., Attentional bias associated with alcohol cues: differences between heavy and occasional social drinkers. Psychopharmacology, 2001. 157(1): p. 67-74. 8. Seo, D. and R. Sinha, The neurobiology of alcohol craving and relapse. Handb Clin Neurol, 2014. 125: p. 355-68. 9. Marissen, M.A., et al., Attentional bias predicts heroin relapse following treatment. Addiction, 2006. 101(9): p. 1306-12. 10. Eckstein, M.K., et al., Beyond eye gaze: What else can eyetracking reveal about cognition and cognitive development? Dev Cogn Neurosci, 2017. 25: p. 69-91.

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