Beschreibung der Studie

Tabakabhängigkeit stellt eine der häufigsten psychischen Störungen in Deutschland dar. Obwohl die meisten Raucher um die langfristig negativen gesundheitlichen Konsequenzen wissen und die Mehrheit mit dem Rauchen aufhören möchte, erreicht nur eine Minderheit dauerhafte Abstinenz. Eine mögliche Erklärung für diesen scheinbaren Widerspruch liefern Studien, die zeigen konnten, dass sogenannte automatische Prozesse, die nur schwer willentlich zu kontrollieren sind, eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Tabakabhängigkeit spielen. In den letzten Jahren wurde zunehmend versucht, diese automatischen Prozesse bei der Behandlung stärker zu berücksichtigen. In der geplanten randomisiert-kontrollierten, doppelblinden Studie soll untersucht werden, ob die Wirksamkeit eines etablierten Entwöhnungsprogramms (Rauchfrei®-Programm) durch die Kombination mit einem Computertraining, das auf eine Veränderung der automatischen Prozesse abzielt, gesteigert werden kann. An der Studie können Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren, die an einer Tabakabhängigkeit leiden, teilnehmen (weitere Ein- und Ausschlusskriterien siehe unten). Alle Teilnehmer/-innen nehmen am Rauchfrei®- Programm teil. Dies besteht aus einer Blockveranstaltung an einem einzigen Kurstag (ca. 7h) und einem Telefontermin nach circa einer Woche (maximal 15 Minuten). Im Anschluss an den Kurstag des Rauchfrei®- Programms werden die Teilnehmer/-innen kursweise einer von 3 Bedingungen zugewiesen: Ein Drittel der Kurse erhält zusätzlich zum Rauchfrei®- Programm ein spezifisches Computertraining, ein Drittel erhält zusätzlich zum Rauchfrei®-Programm ein allgemeines Computertraining und ein weiteres Drittel führt zusätzlich zum Rauchfrei®-Programm kein Computertraining durch. Es wird erwartet, dass die Teilnehmer/-innen, die das Rauchfrei®-Programm in Kombination mit dem spezifischen Computertraining erhalten, nach sechs Monaten eine höhere Abstinenzrate sowie rückfällige Teilnehmer/-innen einen signifikant geringeren Zigarettenkonsum aufweisen als die beiden anderen Gruppen.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Abstinenz zum 6-Monats Follow-Up, definiert durch die folgenden Kriterien (Russell Standard, see West et al., 2005) (1) Dauerhafte Abstinenz von min. 6 Monaten (2) Dauerhafte Abstinenz wird definiert als der Konsum von nicht mehr als fünf Zigaretten seit dem Rauchstopp und einem negativen CO-Test. (3) Biochemische Überprüfung (CO-Test): CO ≤ 9ppm. (4) Intention-to-treat Analyse (5) Berücksichtigung von Teilnehmer/-innen bei der Analyse, die das Studienprotokoll verletzt haben (z.B. Einnahme von Nikotinersatzpräparaten) (6) Die Follow-Up Erhebung sollte verblindet erfolgen (Teilnehmer/-innen und Untersucher/-innen).
Status Teilnahme bald möglich
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 336
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter 18-70 Jahre
  • CO ≥ 10 ppm
  • Mindestwert von ≥ 3 (mittlere Abhängigkeit) im Fagerstrøm Test for Nicotine Dependence
  • Konsum von min. 10 Zigaretten täglich im letzten Jahr
  • keine Nikotinersatzpräparate und keine medikamentöse Therapie zur Rauchentwöhnung in den letzten drei Monaten vor Studienteilnahme
  • Bereitschaft, während der gesamten Studienteilnahme auf Nikotinersatztherapie, den Gebrauch von E-Zigaretten oder andere Therapien zur Rauchentwöhnung zu verzichten
  • Interesse an einer Teilnahme am Entwöhnungsprogramm Rauchfrei®

Ausschlusskriterien

  • Vorliegen einer schweren psychischen Störung (z.B. Bipolare Störung, Schizophrenie)
  • Vorliegen einer schweren neurologischen Störung (z.B. Morbus Parkinson, multiple Sklerose)
  • Akute Suizidalität
  • mittelschwere Substanzmittelabhängigkeit im letzten Jahr (operationalisiert über Schweregrad Kriterium im DSM-5, d.h. > 4 Symptomkriterien erfüllt; außer Tabak)
  • Vorliegen der Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Unzureichende Kenntnisse der deutschen Sprache

Adressen und Kontakt

Ludwig-Maximilians-Universität München (Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie und Tabakambulanz des Klinikums der Universität, München), München

Vielen Dank! Wir haben Ihnen die angeforderten Kontaktdaten aus München via E-Mail geschickt.

Bitte überprüfen Sie auch Ihren SPAM Ordner.

Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet [email protected]. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Wir senden Ihnen die Kontaktdaten der Klinik und Informationen über mögliche nächste Schritte auf Ihre E-Mail-Adresse

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Durch das Absenden erkläre ich mich ausdrücklich damit einverstanden, dass Viomedo meine Daten, einschließlich Gesundheitsdaten, verarbeitet, um mir die Kontaktdaten der Studie zuzusenden und um mir Informationen (z.B. über klinische Studien) per E-Mail zuzusenden. Mein Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Die Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zum Anfordern von Kontaktdaten und zum Studienberater, habe ich zur Kenntnis genommen.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Tabakabhängigkeit stellt eine der häufigsten psychischen Störungen in Deutschland dar (Jacobi et al., 2014). Obwohl die meisten Raucher um die langfristig negativen gesundheitlichen Konsequenzen wissen und die Mehrheit mit dem Rauchen aufhören möchte, erreicht selbst bei Teilnahme an evidenzbasierten Therapieansätzen nur eine Minderheit dauerhafte Abstinenz (Mottillo et al., 2009). Bisherige Behandlungsansätze zielen entweder auf eine pharmakologische Substitution oder auf eine Modifikation der bewusst-kontrollierenden Prozesse der Informationsverarbeitung ab. Automatische Prozesse werden bei der Behandlung bislang allerdings nicht ausreichend berücksichtigt. Die geplante randomisiert-kontrollierte, doppelblinde Studie verfolgt zwei Ziele: (1) Es soll die Effektivität von Cognitive Bias Modification als spezifischer Add-On-Intervention zu einem etablierten Rauchentwöhnungsprogramm in einer Stichprobe von Rauchern evaluiert werden. (2) Bei einer Überlegenheit des Entwöhnungsprogramms in Kombination mit Cognitive Bias Modification sollen mögliche Wirkmechanismen untersucht werden. Es wird postuliert, dass das Rauchentwöhnungsprogramm in Kombination mit Cognitive Bias Modification gegenüber den beiden Kontrollarmen (Rauchentwöhnungsprogramm + unspezifisches Training; Rauchentwöhnungsprogramm ohne Add-On) zum 6-Monats Follow-Up mit höheren Abstinenzraten und bei rückfälligen Teilnehmer/-innen mit einem geringeren Zigarettenkonsum assoziiert ist.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: