Beschreibung der Studie

Das Ziel dieser Elektroenzephalografie-(EEG) Studie besteht darin, die störungsübergreifende Wichtigkeit von kognitiver Emotionsregulation bezüglich der Vorhersage von Symptomrückgang nach einer Routine-Behandlung (kognitive Verhaltenstherapie, KVT) zu untersuchen. In Studien konnte gezeigt werden, dass ein situationsangemessener und flexibler Einsatz von Emotionsregulationsstrategien mit psychischer Gesundheit und Wohlbefinden verbunden ist. Gerade in der KVT nimmt kognitive Emotionsregulation zum Umgang mit Befürchtungen und Ängsten (z. B. durch kognitive Neubewertung) eine zentrale Rolle ein. Die KVT gilt als eine effektive Behandlungsmethode mit zahlreichen Wirksamkeitsbelegen. Dennoch spricht eine hohe Anzahl an Personen nicht auf die Therapie an. Es ist jedoch unklar, wer auf welche Art und Weise auf eine Behandlung anspricht. Biomarker haben sich im Vergleich zu soziodemografischen oder klinisch relevanten Daten als genaueres und objektiveres Maß erwiesen, um Therapieerfolg vorherzusagen. Mithilfe dieser Studie soll ein Beitrag dazu geleistet werden, zu untersuchen, welche Personen besonders von einer KVT profitieren. TeilnehmerInnen sollen 80 Patienten mit einer Hauptdiagnose einer der folgenden psychischen Störungen sein: Depressive Störung, Anpassungsstörung, Angststörung, Zwangsstörung oder verwandte Störung, Trauma- oder belastungsbezogene Störung, Somatische Belastungsstörung oder verwandte Störung. Patienten können teilnehmen, wenn sie sich zu Beginn einer regulären verhaltenstherapeutischen ambulanten Therapie in der verhaltenstherapeutischen Ambulanz der Justus-Liebig-Universität Gießen befinden. Zu Beginn soll ein strukturiertes klinisches Interview durchgeführt werden sowie das Überprüfen von Ein- und Ausschlusskriterien. An einem weiteren Termin wird in Phase 1 eine Emotionsregulationsaufgabe durchgeführt, während der EEG sowie peripherphysiologische Maße (Atmung, EKG, Schweißdrüsenaktivität (EDA)) aufgezeichnet werden. Dabei besteht die Aufgabe darin, gezeigte Bilder zu betrachten oder negative Gefühle zu verringern mittels Strategien, die vor dem Experiment trainiert werden. In einer zweiten Phase werden diese Bilder sowie neue Bilder gezeigt. In beiden Phasen sollen die Teilnehmer ihr emotionales Erleben bewerten. Mittels Fragebögen werden die selbstberichtete Symptomschwere, Persönlichkeitsmaße, selbsteingeschätztes Wohlbefinden sowie Daten zum emotionalen Erleben, dem Umgang mit belastenden Ereignissen und Emotionsregulation erhoben. Diese Fragebögen werden kurz nach Therapiebeginn (6. Therapiestunde), nach der 20. – 24. Therapiestunde (Zeitspanne für Kurzzeittherapie) sowie zum regulären Therapieende erhoben.

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Studiendetails

Studienziel Dichotome Einteilung in Responder und Non-Responder nach klinisch signifikanter Verbesserung in störungsspezifischen Fragebogen (Jacobson & Truax, 1991) 1. Messzeitpunkt: Probatorische Phase/vor Therapiebeginn 2. Messzeitpunkt: Therapieende Störungsspezifische Fragebögen: Depressive Störung/Dysthymie: Beck-Depressions-Inventar II (BDI-II, Hautziger et al., 2009) Agoraphobie/Panikstörung: Fragebogen zu körperbezogenen Ängsten, Kognitionen und Vermeidung (AKV; Ehlers et al., 2001) Soziale Angststörung: Soziale Phobie und Angstinventar (SPAI; Fydrich, 2002) Generalisierte Angststörung: Penn State Worry Questionnaire (PSWQ; Stöber, 1995) Zwangsstörung: Obsessive-Compulsive Inventory-Revised (OCI-R; Huppert et al., 2009) Posttraumatische Belastungsstörung: Impact of Event Scale-revidierte Form (IES-R; Maercker & Schützwohl, 1998) Anpassungsstörung: Adjustment Disorder - New Module 20 (ADNM-20; Lorenz et al., 2015) Somatoforme Störung: Screening für Somatoforme Störungen (SOMS; Rief & Hiller, 2007) Krankheitsangststörung: Internationale Skalen für Hypochondrie (WI-IAS; Hiller et al., 2004) Prädiktoren: habituelle Emotionsregulation (gemessen durch den Emotion Regulation Questionnaire (ERQ; Abler & Kessler, 2009), Heidelberg Form for Emotion Regulation Strategies (HFERST; Izadpanah et al., 2019), Physiologische Maße (LPP, Herzrate, EDA)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie Professur für Psychotherapie und Systemneurowissenschaften Justus-Liebig-Universität Gießen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit einer der folgenden Primärdiagnosen: depressive Störung, Angststörung, Zwangsstörung oder verwandte Störung, Trauma- oder belastungsbezogene Störung oder Somatische Belastungsstörung oder verwandte Störung nach DSM-5. Diese Patienten befinden sich in der probatorischen Phase und planen eine reguläre verhaltenstherapeutische ambulante Therapie in der verhaltenstherapeutischen Ambulanz der Justus-Liebig-Universität Gießen zu absolvieren. Falls eine Medikation besteht, muss diese seit mind. 4 Wochen unverändert bestehen.
  • Sprachkenntnisse: Deutsch, fließend

Ausschlusskriterien

  • Patienten, die aktuell die Kriterien einer Abhängigkeit oder Substanzmissbrauch (Ausnahme Nikotin) erfüllen, Vorliegen von psychotischen Symptomen (aktuell und in der Vergangenheit), Vorliegen einer manischen Episode (aktuell und in der Vergangenheit), Erfüllen der Kriterien einer schweren (rezidivierenden) Depression, Erfüllen der Kriterien der Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung oder verwandten Störung oder einer bipolaren Störung, bekannte Intelligenz- oder Entwicklungsstörung, schwerwiegende körperliche oder neurologische Erkrankungen (z. B. Epilepsie) sowie aktuell ansteckende Erkrankungen oder Verletzungen an der Kopfhaut, akute Suizidalität

Adressen und Kontakt

Verhalentstherapeutische Ambulanz, Justus-Liebig Universität Gießen, Gießen

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Häufig gestellte Fragen

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Ziel der Studie ist die transdiagnostische Prädiktion von Symptomreduktion bzw. Therapieerfolg nach einer Routine-Behandlung (KVT) mittels ereigniskorrelierten Markern (EKP) im EEG. Gerade Angst- und affektive Störungen zeigen eine ansteigende Prävalenz innerhalb der letzten Jahre. Trotz einem gleichzeitigen Anstieg an effektiven Behandlungen, sprechen viele Patienten nicht auf eine Behandlung an. Es bleibt folglich unklar, wer auf welche Art und Weise von einer Behandlung profitiert. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass gerade Biomarker eine vielversprechende Möglichkeit darstellen auf objektive Weise Therapieerfolg vorherzusagen (z. B. Doehrmann et al., 2013; Shin et al., 2013). Insbesondere bildgebende Studien weisen darauf hin, dass Biomarker präzisere Vorhersagen zulassen als dies durch klinisch relevante Variablen (wie z. B. Symptomschwere) oder soziodemografische Daten (wie Geschlecht, Alter, Bildung) möglich ist (z. B. Doehrmann et al., 2013; Reinecke et al., 2014). Für die Vorhersage mittels EKPs während Emotionsregulation ist dies bisher jedoch kaum untersucht. Erste Ergebnisse (Stange et al., 2017) deuten darauf hin, dass EEG ein vielversprechendes Verfahren und im Vergleich zu fMRT-Untersuchungen eine deutlich kostengünstigere Alternative darstellt. Gerade Emotionsregulation scheint transdiagnostisch von besonderer Bedeutung (e.g., Fernandez et al., 2016), da ein adaptiver und flexibler Einsatz von Emotionsregulationsstrategien mit psychischer Gesundheit verbunden zu sein scheint (z. B. Goldin, Jazaieri et al., 2014; Goldin, Lee et al., 2014). Dabei spielt gerade die kognitive Neubewertung eine zentrale Rolle, mit deren Hilfe Befürchtungen und Ängste im therapeutischen Kontext bearbeitet werden können. Bei EKPs zeigt sich insbesondere eine Beeinflussung des Late Positive Potentials (LPP), das als ein Maß des Erregungsniveaus sensitiv auf kognitive Regulation reagiert. Damit scheint es optimal geeignet, um die Hauptfragestellung dieser Studie zu untersuchen. An der Studie sollen 80 Patienten mit der einer der folgenden Primärdiagnosen teilnehmen: Depressive Störung, Anpassungsstörung, Angststörung, Zwangsstörung oder verwandte Störung, Trauma- oder belastungsbezogene Störung, Somatische Belastungsstörung oder verwandte Störung. An insgesamt zwei Untersuchungsterminen und drei Verlaufsmessungen werden verschiedene Maße, wie Interviews und Fragebögen erhoben. Am zweiten Untersuchungstermin wird ein Emotionsregulationsparadigma durchgeführt, wobei EEG sowie weitere peripherphysiologische Maße (EKG, EDA, Atmung) aufgezeichnet werden. Probanden werden in zwei Taktiken der kognitiven Neubewertung trainiert (Distanzieren, Reinterpretation; die Kontrollbedingung Betrachten wird ebenso häufig trainiert). Anschließend werden ihnen neutrale sowie aversive Bilder präsentiert. Ein Instruktionswort zeigt an, ob das jeweilige Bild betrachtet oder ob negative Gefühle mittels erlernter Taktiken verringert werden sollen (Regulationsphase). Nach einer halbstündigen Pause erfolgt die Abrufphase, in der die eben präsentierten sowie neue Bilder betrachtet werden sollen (kein Instruktionswort). Während der Regulations- und Abrufphase wird ein Rating negativer Gefühle erhoben. Hypothesen: Häufigere habituelle Nutzung adaptiver Emotionsregulationsstrategien vor Therapiebeginn sagen Therapieerfolg (d. h., Therapie-Responder) vorher. Physiologische Korrelate (LPP, Herzrate, EDA) des Betrachtens aversiver im Vergleich zum Betrachten neutraler Bilder sagen Therapieerfolg vorher. Physiologische Korrelate (LPP, Herzrate, EDA) beim Regulieren im Vergleich zum Betrachten aversiver Bilder sagen Therapieerfolg vorher. Physiologische Korrelate (LPP, Herzrate, EDA) beim Betrachten zuvor regulierter Bilder im Vergleich zu zuvor betrachteter aversiver Bilder sagen Therapieerfolg vorher.

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