Beschreibung der Studie

Deutschland ist aktuell mit der größten Anzahl an Flüchtlingen seit dem 2. Weltkrieg konfrontiert. Allein im Jahr 2016 stellten 745.545 Menschen, die v.a. aus Syrien, dem Irak und Afghanistan geflüchtet sind, einen Asylantrag in Deutschland (BAMF, 2017). Laut aktueller Studienlage weisen etwa 30% aller Flüchtlinge eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung auf (Bundestherapeutenkammer, 2015; Lindert et al., 2017). Eine der häufigsten Erkrankungen ist die depressive Episode, unter der circa 30% der AsylbewerberInnen leiden (Lindert et al., 2017). Frühe und fachgerechte Interventionen haben sich bereits bei der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (z.B. durch EMDR oder Narrative Therapien) bei AsylbewerberInnen als wirksam erwiesen (Gwozdziewycz et al., 2013; Lambert et al., 2014). Wenige Kenntnisse liegen dazu vor, wie gut AsylbewerberInnen auf therapeutische Interventionen zur Behandlung der Depression ansprechen. Das Metakognitive Training für die Depression (D-MKT) ist ein leicht umzusetzendes kognitiv-behaviorales Gruppentherapieverfahren zur Behandlung depressiver Episoden, das sich als sehr niedrigschwellig einsetzbar mit guten Effekten bei gleichzeitig guter Akzeptanz gezeigt hat (Jelinek et al., 2013; Jelinek et al., 2016, Jelinek et al., 2017). Im Rahmen einer dreischrittigen Machbarkeitsstudie (proof of concept) soll das D-MKT für die Behandlung von AsylbewerberInnen mit einer Depression angepasst und geprüft werden. In einem ersten Schritt wird das Behandlungsmaterial (v.a. die Bilder und Beispiele) an die kulturellen und sprachlichen Herausforderungen für den Einsatz bei AsylbewerberInnen adaptiert. In einer unkontrollierten Pilotstudie soll das kulturell adaptierte D-MKT (KA-D-MKT) im zweiten Schritt in den Sprachen Arabisch und Farsi an einer Stichprobe der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) in der Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll (n = 10) erprobt und hinsichtlich seiner Akzeptanz, Therapiemotivation und Durchführbarkeit mittels Befragungen untersucht werden. Anschließend soll das Feedback in das Behandlungsmaterial eingearbeitet werden. In einem dritten Schritt sollen die depressiven Symptome von n = 20 Arabisch oder Farsisprechenden AsylbewerberInnen vor und nach der Teilnahme am KA-D-MKT, das zusätzlich zur Standardbehandlung angeboten wird, untersucht werden. Als Vergleich dient eine Wartekontrollgruppe, die nur Standardbehandlung erhält und 8 Wochen später ebenfalls hinsichtlich einer Symptomreduktion untersucht wird. Ziel der Studie ist es, eine für an Depressionen erkrankte AsylbewerberInnen geeignete Behandlung zu entwickeln, die von dieser Patientengruppe akzeptiert und auch von deutschsprachigen BehandlerInnen dolmetschergestützt angewendet werden kann.

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Studiendetails

Studienziel Die Diagnoseabsicherung erfolgt mithilfe der klinischen Einschätzung und der vergebenen Diagnose (n) des Hauptbehandlers (t0). Die Veränderung der depressiven Symptome (primäres Outcome) zu t0, zu t1 und t2 (3-Monats-Follow-up) soll dann mittels des PHQ-9 in der jeweiligen Sprachversion erhoben werden. Der aus 9 Items bestehende Gesundheitsfragebogen für PatientInnen (Patient Health Questionnaire, PHQ-9; Kroenke, Spitzer & Williams, 2001), liegt in mehr als 30 Sprachen frei verfügbar vor und wurde von der DSM-5-Arbeitsgruppe der American Psychiatric Association als Instrument zur Messung des Schweregrades der Major Depression nach den neuen DSM-5-Kriterien empfohlen. Die positiven Ergebnisse aus psychometrischen Studien zur kulturellen Äquivalenz des PHQ-9 in unterschiedlichen ethnischen Gruppen lassen eine gute kulturelle Äquivalenz vermuten (Glaesmer, Brähler & von Lersner, 2012). Verglichen werden die Ergebnisse mit einer Wartekontrollgruppe von n = 20 Arabisch oder Farsi/Dari sprechenden PatientInnen, die ebenfalls zu t0, t1 und t2 befragt werden.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Asklepios Proresearch

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Schriftliches Einverständnis zur Studienteilnahme, Lebensalter zwischen 18 und 65 Jahren, Kriterien einer depressiven Störung (Major Depression, Dysthymie, rezidivierende Depressive Störung) nach klinischem Urteil und PHQ 9, Sprachkenntnisse in Deutsch, Arabisch oder Farsi/Dari. Die PatientInnen haben einen Asylantrag gestellt. Eine parallele psychopharmakologische Therapie ist möglich, wird über den Studienverlauf dokumentiert und bezüglich möglicher Effekte auf die Outcome-Parameter kontrolliert.

Ausschlusskriterien

  • Vorliegen einer bipolaren Störung, akuter psychotischer Symptome, aktuelle Substanzmittelabhängigkeit, Demenz oder akuten Suizidalität (SBQ-R ≥ 7), Lebensalter unter 18 Jahren oder über 65 Jahren. PatientInnen, die keinen Asylantrag gestellt haben.

Adressen und Kontakt

Asklepios Klinik, Hamburg

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Häufig gestellte Fragen

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Im Rahmen einer dreischrittigen Machbarkeitsstudie (proof of concept) soll das D-MKT für die Behandlung von AsylbewerberInnen mit einer Depression angepasst und dessen Einsatz geprüft werden. 1. Kulturelle Adaption des D-MKT (KA-D-MKT) Nach einer ausführlichen Literaturrecherche und dem Vergleich von evidenzbasierten kultursensiblen Interventionsprogrammen zur Depressionsbehandlung soll eine kulturelle Anpassung des D-MKTs (KA-D-MKT) vorgenommen werden. Durch eine Expertengruppe, die aus erfahrenen BehandlerInnen, WissenschaftlerInnen, DolmetscherInnen und AsylbewerberInnen (je n = 2) gebildet wird, werden notwendige Adaptionen für das Behandlungsmaterial (v.a. für die Bilder und Beispiele) diskutiert und entschieden. Anschließend erfolgt eine Übersetzung der Therapiematerialien sowie ggf. der Instrumente und Evaluationsbögen in zwei der häufigsten Sprachen von AsylbewerberInnen, die aktuell in Deutschland bzw. Hamburg leben (Arabisch und Farsi). 2. Implementierung und Akzeptanzprüfung des KA-D-MKT In einer unkontrollierten Pilotstudie soll das KA-D-MKT im zweiten Schritt an einer Stichprobe von je n = 5 pro Sprache an einer Depression erkrankten AsylbewerberInnen (zuzüglich einer Drop-out-Rate von 25%, d.h. insgesamt n = 14) der Psychiatrischen Institutsambulanz im Asklepios Nord-Ochsenzoll erprobt und hinsichtlich seiner Akzeptanz und Durchführbarkeit geprüft werden. Die Diagnostik der Depression erfolgt durch die HauptbehandlerInnen, welche erfahrene KlinikerInnen sind. Nach jedem der 8 Termine des KA-D-MKT wird ein kurzer selbstentwickelter Evaluationsbogen mit Items zu Akzeptanz, Zufriedenheit und Verbesserungsvorschlägen in der Muttersprache verteilt, über den die PatientInnen, BehandlerInnen und DolmetscherInnen das jeweilige Modul bewerten können. Der Evaluationsbogen basiert auf den Fragebögen D-MKT Kurzevaluation Prä bzw. Post Sitzung (Jelinek, Moritz & Hauschildt, 2017), die zur Bewertung der Module des D-MKT in zurückliegenden und aktuellen Studien entwickelt und eingesetzt wurden bzw. werden. Patienten, die nicht über ausreichende Lese- und Schreibfähigkeiten verfügen, werden beim Ausfüllen der Evaluationsbögen von den DolmetscherInnen unterstützt. Die Rückmeldungen der PatientInnen, BehandlerInnen und DolmetscherInnen werden in das Behandlungsmaterial eingearbeitet. 3. Effektivitätsprüfung des KA-D-MKT Im dritten Schritt soll das KA-D-MKT im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie (RTC) mit n = 40 an einer Depression leidenden AsylbewerberInnen hinsichtlich seiner Effektivität geprüft werden. Die Diagnostik erfolgt durch das klinische Urteil des Hauptbehandlers. Zusätzlich werden die depressiven Symptome von n = 20 Arabisch oder Farsi/Dari sprechenden AsylbewerberInnen vor (t0) und nach der Teilnahme (t1) am KA-D-MKT mit Hilfe des Fragebogens PHQ-9 in der jeweiligen Muttersprache erhoben (Patient Health Questionnaire, PHQ-9; Kroenke, Spitzer & Williams, 2001). Verglichen werden die Ergebnisse mit einer Wartekontrollgruppe von n = 20 geflüchteten PatientInnen die ebenfalls zu t0 und t1 befragt werden. Die Gruppenzuordnung erfolgt randomisiert. Alle eingeschlossenen PatientInnen erhalten zusätzlich Standardbehandlung. Pro KA-D-MKT-Gruppe können 5 bis 10 PatientInnen teilnehmen. Für das KA-D-MKT sind sowohl für die Interventions- als auch für die Wartekontrollgruppe, die im Anschluss an die Wartezeit am Training teilnehmen können, 4 Durchläufe pro Sprache (Arabisch, Dari/Farsi), d.h. insgesamt 8 Durchläufe á 8 Termine, geplant. Erfahrungsgemäß ist mit einer Drop-out-Rate von 25% zu rechnen. Jeweils 27 PatientInnen für die Interventions- und Kontrollgruppe (insgesamt n = 54) werden eingeschlossen.

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