Beschreibung der Studie

Am Ausbildungsinstitut für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der Uniklinik Köln wurden das Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV; Görtz-Dorten & Döpfner, 2019) und das soziale computergestützte Training (ScouT; Görtz-Dorten & Döpfner, 2016) entwickelt. Sie richten sich an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die Schwerpunkte beider Programme liegen auf der Schulung der sozialkognitiven Informationsverarbeitung, der Entwicklung und Stärkung von Impulskontrolle, dem sozialen Kompetenztraining sowie auf der Modifikation sozialer Interaktionen. Es gibt bereits Voruntersuchungen, die den Programmen eine hohe Wirksamkeit bescheinigen. Die vorliegende Studie untersucht die zusätzlichen Effekte der therapieunterstützenden App (AUTHARK; Görtz-Dorten & Döpfner; 2019) bei Kindern, die mit den Programmen THAV und ScouT behandelt werden. Die therapieunterstützende App baut auf THAV und ScouT auf. Sie enthält Funktionen, die den Übertrag von Therapieinhalten in den Alltag erleichtern, aber auch Alltagssituationen für die Therapie leichter zugänglich machen sollen. Zu diesen Funktionen zählen das Führen eines Videotagebuchs, eine Stimmungs- und Verhaltensabfrage (Momentary-Assessment), die Erinnerung an individuell vereinbarte Therapieaufgaben, sowie eine Trainingsfunktion der erarbeiteten Inhalte. Es soll überprüft werden, ob die Kombinationsbehandlung mit der App dazu führt, dass die Kinder die Therapieaufgaben im Alltag besser umsetzen können. Weiterhin soll die Studie prüfen, ob die zusätzliche Nutzung der App während der Therapie, das aggressive Problemverhalten oder auch andere problematische Verhaltensweisen stärker verringert, als eine Therapie ohne die unterstützende App. An der Studie nehmen 60 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren mit aggressivem Verhalten gegenüber Gleichaltrigen teil. Zunächst durchlaufen alle Kinder eine ausführliche Eingangsuntersuchung. Hierzu werden Fragebogenverfahren angewendet und persönliche Interviews geführt. Dann werden die Kinder nach dem Zufallsprinzip in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Die eine Hälfte der Kinder (50%) wird mit den Therapieprogrammen THAV & ScouT behandelt. Die zweite Hälfte der Kinder (50%) wird mit den Therapieprogrammen THAV & ScouT, sowie der therapieunterstützenden App AUTHARK behandelt. Es finden wöchentliche Therapiesitzungen statt. Während der Therapie wird alle zwei Wochen ein Beobachtungsbogen, bzw. Videotagebuch geführt. Zusätzlich werden zu drei festgelegten Zeitpunkten weitere Fragebogen ausgefüllt. Anhand dieser Bogen kann die Umsetzung der Therapieaufgaben, der Verlauf der Probleme während der Therapie und die Wirksamkeit der Behandlung überprüft werden. Die Gruppe, die zusätzlich mit der App AUTHARK behandelt wird, bekommt hierfür über einen mit der Familie gemeinsam definierten Zeitraum ein Smartphone zur Verfügung gestellt. Die Therapie innerhalb der Studie umfasst 16 bis 24 Patient*innenkontakte, zuzüglich maximal zwölf Bezugspersonen-Termine. Das heißt im Regelfall beträgt die Gesamtdauer der Teilnahme mindestens 24 Wochen. Teilnehmen können Familien, deren Kinder zwischen 6 und 12 Jahre alt sind und aggressives Verhalten gegenüber Gleichaltrigen zeigen. Außerdem müssen weitere Bedingungen für die Studiendurchführung erfüllt sein (z.B. ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache bei Kindern und Eltern).

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Studiendetails

Studienziel In der Experimentalgruppe THAV/ScouT+AUTHARK zeigt sich eine signifikant stärkere Verbesserung der Compliance als in der Kontrollgruppe THAV/ScouT. Compliance meint die Umsetzung der Therapieaufgaben im Alltag. Die Compliance wird über einen Fragebogen (FB Compliance) erhoben. Mit dem Fragebogen zur Behandlungs-Compliance können die Therapeut*innen im Anschluss an jede Therapiesitzung die Mitarbeit des Kindes und der Eltern, sowie die Nutzung der App beurteilen. Für die Studie wurde der Compliance Fragebogen nach Görtz-Dorten & Döpfner (2008) modifiziert. Eine empirische Prüfung der ursprünglichen Version des Fragebogens ergab interne Konsistenzen zwischen α ≥ .948 bzw. α ≥ .954 bei den Kindern und α ≥ .968 bzw. a ≥ .965 bei den Eltern (Faber, 2014; Stadler, 2018). Die modifizierte Version umfasst 25 Items, welche um die Nutzungserfassung der einzelnen App-Funktionen bzw. die Erledigung der täglichen Selbstbeobachtungen und die Bewertung der Qualität der Einträge erweitert wurde.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Ausbildungsinstitut für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der Uniklinik Köln (Akip)
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien sind die klinische Diagnose einer Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten (ICD-10: F91.3) und die Erfüllung des Items „häufiges Beginnen von körperlichen Auseinandersetzungen (außer Geschwisterauseinandersetzungen)“ im klinischen Urteil. Um die Diagnosekriterien zu überprüfen, wird die Diagnosecheckliste für Störungen des Sozialverhaltens (DCL-SSV) aus dem DISYPS III (Döpfner et al. 2016) eingesetzt. Außerdem wird mit Hilfe des FBB-SSV aus dem DISYPS-III (Döpfner et al. 2016) ein Score erhoben, der im Fremdurteil (Eltern) bei einem Stanine-Wert von größer/gleich 7 zum Messzeitpunkt 1 (Patient*inneneinschluss) liegen muss.

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien ist die Diagnose einer Tiefgreifenden Entwicklungsstörung (ICD-10: F84.-) oder einer anderen psychischen Störungen, die im Vordergrund steht, ein IQ unter 80 (CFT 1-R, CFT 20-R) und krisenhafte Zuspitzungen, die eine stationäre Behandlung nahelegen. Ferner soll die Indikation für den Neubeginn einer Pharmakotherapie bzw. für eine Dosierungsveränderung einer bestehenden Pharmakotherapie zum Zeitpunkt der Intervention ausgeschlossen werden. Ebenso sollte das Kind keine andere Psychotherapie erhalten und die Eltern oder Bezugspersonen sollten über ausreichend Deutschkenntnisse verfügen.

Adressen und Kontakt

Ambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendpsychotherapie der Uniklinik Köln, Köln

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Häufig gestellte Fragen

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Am Ausbildungsinstitut für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der Uniklinik Köln wurden zwei Therapieprogramme für Kinder von sechs bis zwölf Jahren mit aggressiven Verhaltensauffälligkeiten entwickelt: THAV und ScouT. THAV und ScouT sind der multimodalen Psychotherapie verpflichtet, die patient*innen- und umfeld-zentrierte Interventionen miteinander verbindet und damit den Leitlinien zur Therapie von Kindern mit aggressivem Verhalten entspricht. Bei diesen beiden Therapieprogrammen kommen kognitive und behaviorale Behandlungstechniken zum Einsatz, die sich in der Forschung als sehr wirksam erwiesen und in der Praxis bewährt haben. Die patient*innenzentrierten Interventionen setzten in Situationen an, in denen das Kind aggressives Verhalten gegenüber Gleichaltrigen zeigt. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf der Schulung der sozialkognitiven Informationsverarbeitung, der Entwicklung und Stärkung von Impulskontrolle, dem sozialen Kompetenztraining sowie auf der Modifikation sozialer Interaktionen. Darüber hinaus beziehen die Therapieprogramme auch familien- und schulzentrierte Interventionen mit ein. Die Wirksamkeit von THAV und ScouT wurde in eigenen Studien belegt (Goertz-Dorten et al. 2017, Goertz-Dorten et al. 2018a; Goertz-Dorten et al., 2018b; Goertz-Dorten et al., accepted; Lindenschmidt, 2016). Ziel dieser Untersuchung ist die Evaluation einer eigens entwickelten Therapie-App bei Kindern mit aggressiven Verhalten (AUTHARK). Die App, die auf den Therapieprogrammen THAV und ScouT basiert, enthält folgende Funktionen: Die Stimmungs- und Verhaltensabfrage, die Videotagebuchfunktion, Erinnerung an die Therapieaufgabe und die Trainingsfunktion. Damit können spezifische Informationen über vom Kind erlebte Konfliktsituationen und Emotionen im Alltag erfasst und die Durchführung von Therapieaufgaben unterstützt werden. So kann der Transfer von Bewältigungsstrategien, die in der Therapie erarbeitetet wurden, in den Alltag der Kinder unterstützt und überprüft werden. Weiterhin soll die Motivation zur Durchführung der Therapieaufgaben erhöht werden. Ziel des Gesamtprojektes ist der Vergleich von den Effekten einer Behandlung mit den Therapieprogrammen THAV und SCOUT kombiniert mit AUTHARK und einer Behandlung mit den beiden Therapieprogrammen ohne eine zusätzliche App-Unterstützung. Dazu werden folgende inhaltliche Hypothesen aufgestellt, die im randomisierten Kontrollgruppen-Design überprüft werden. 1.) In der Experimentalgruppe THAV/ScouT+AUTHARK zeigt sich eine stärkere Verbesserung der Compliance (Umsetzung von Therapieaufgaben) als in der Kontrollgruppe THAV/ScouT (erfasst über FB Compliance, nach jeder Sitzung). (primäre Zielgröße) 2.) In der Experimentalgruppe THAV/ScouT+AUTHARK zeigt sich eine stärkere Reduktion der aggressiven Symptomatik als in der Kontrollgruppe THAV/ScouT (erfasst über FBB-SSV-Eltern, FBB-SSV-Lehrer, SBB-SSV, individuelle Problemliste) 3.) In der Experimentalgruppe THAV/ScouT+AUTHARK zeigt sich eine stärkere Reduktion der komorbiden Symptomatik als in der Kontrollgruppe THAV/ScouT (erfasst über CBCL-Total, TRF-Total, YSR-Total, FBB-ADHS-Eltern, FBB-ADHS-Lehrer, SBB-ADHS, DADYS-E/K und FRUST-F/S) 4.) In der Experimentalgruppe THAV/ScouT+AUTHARK zeigt sich eine stärkere Verbesserung der psychischen Funktionen der Patient*innen, die zur Entwicklung der aggressiven Symptomatik beitragen (sozial-kognitive Informationsverarbeitung, Impulskontrolle, soziale Fertigkeiten, Empathie) als in der Kontrollgruppe THAV/ScouT (erfasst über FAVK- F/ FAVK-S, ICU-E/K, ScouT-Diagnostik) 5.) In der Experimentalgruppe THAV/ScouT+AUTHARK zeigt sich eine stärkere Verbesserung des psychosozialen Funktionsniveaus und der Lebensqualität der Patient*innen als in der Kontrollgruppe ScouT/THAV (erfasst über die Skala zum Funktionsniveau, KINDL-R) 6.) In der Experimentalgruppe ScouT/THAV+AUTHARK zeigt sich eine stärkere Zufriedenheit der Patient*innen, der Eltern und der Therapeut*innen als in der Kontrollgruppe ScouT/THAV (erfasst über CSQ)

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