Beschreibung der Studie

Wandern als regelmäßige Freizeitbeschäftigung erfährt in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung – es findet ein regelrechter Wanderboom statt. Viele Menschen verfolgen dabei verschiedene Motive, wie körperlich aktiv zu sein, die Natur erleben zu können, auf Reisen zu sein, die Entschleunigung des Alltags und generell die Gesundheit zu stärken. Dagegen wird in unserer Gesellschaft das Problem der Depression immer präsenter: Die Zahl der Betroffenen steigt stetig an und immer mehr Menschen müssen therapeutisch behandelt werden. Im Klinikum Christophsbad in Göppingen werden diesbezüglich im Rahmen der psychiatrischen und psychosomatischen Akutbehandlung neben einer großen Bandbreite an Therapieformen seit einigen Jahren die beiden genannten Umstände verbunden: Wanderungen von etwa drei Stunden im Umkreis von Göppingen werden genutzt, um die Teilnehmer psychisch zu stabilisieren, persönliche Ressourcen zu suchen, zu fördern und zu nutzen. Das vorliegende Projekt wird von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung gefördert und ist auf drei Jahre angelegt. In einer ersten Pilotstudie (prospektive nicht kontrollierte Studie, Laufzeit ca. 1 Jahr) werden interessierte Teilnehmer am Klinikum Christophsbad sowohl quantitativ als auch qualitativ befragt, um die Machbarkeit der geplanten Untersuchung zu überprüfen (v.a. Identifizierung von Barrieren). Das weitere Ziel besteht darin, potentielle Zielmessgrößen ausfindig zu machen, die bezüglich einer möglichen Modifikation der psychosozialen Gesundheit und der Depressionsschwere relevant sein könnten. Die Erkenntnisse der Pilotstudie werden daraufhin die Grundlage für die Hauptuntersuchung (prospektive randomisierte Kontrollstudie, Laufzeit etwa 2 Jahre) bilden, in welcher das Wanderangebot hinsichtlich der Effektivität (v.a. Verbesserung der psychischen Gesundheit) evaluiert werden soll. Die Ergebnisse werden aufzeigen, ob Wandern für die Rehabilitation von psychischen Erkrankungen im klinischen Setting weiterempfohlen werden kann.

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Studiendetails

Studienziel Identifikation geeigneter Zielmessgrößen (Förderfaktoren): - mittelfristige Effekte, Messzeitpunkte: Prä/Post Interventionszeitraum (6 Wochen), Messverfahren: Selbstbeurteilungs-Fragebögen (Basisdaten, BDI-II, SHAPS-D, VR36, SWE); Fremdbeurteilungs-Fragebögen (GRID-HAMD-21, MADRS). - kurzfristige Effekte, Messzeitpunkte: Prä/Post-Intervention (6x), Messverfahren: Selbstbeurteilungs-Fragebögen (RRQ, FAS & FS, RPE, Bf-SR). Identifikation aufgetretener Barrieren bei Durchführung einer wissenschaftlichen Untersuchung im klinischen Setting am Klinikum Christophsbad in Göppingen: Messverfahren: qualitative Interviews. Endpunkt: beim Erreichen von 50 TeilnehmerInnen Ziel: Hypothesengenerierung, geeignete Zielmessgrößen und problematische Barrieren für die Hauptuntersuchung (Effektivitätsprüfung, RCT) identifizieren.
Status Teilnahme möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Karl und Veronica Carstens- Stiftung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Stationäre/ ambulante Behandlung in den teilnehmenden Stationen;
  • Hauptdiagnose: Depression;
  • Alter ab 18 Jahren;
  • Der Patient/ Die Patientin sollte nach Einschätzung der Ärzte und des Pflegepersonals in der Lage sein, eine dreistündige Wanderung außerhalb der Station ohne Gefährdung für sich oder andere durchzuführen;
  • die Teilnehmer sind zu Beginn der Studie in einer körperlichen Verfassung, die eine dreistündige Wanderung zulässt (Verletzungs- bzw. körperliche Beschwerdefreiheit);
  • Einwilligung zur freiwilligen Studienteilnahme;
  • Psychische Verfassung, die eine dreistündige Wanderung außerhalb der Klinik zulässt

Ausschlusskriterien

  • Keine Behandlung in den teilnehmenden Stationen;
  • Hauptdiagnose nicht Depression;
  • Alter unter 18 Jahren;
  • eine durch die Ärzte bzw. das Pflegepersonal eingestufte psychische Verfassung, die eine dreistündige Wanderung außerhalb des Klinikums nicht zulässt;
  • Vollmündigkeit eines Teilnehmers/ einer Teilnehmerin nicht gegeben;
  • Erkrankungen, die die Belastungsfähigkeit und die Sporttauglichkeit beeinträchtigen oder zu Nebenwirkungen führen (z.B. schwerwiegende Herz-Kreislauferkrankungen, akute Infekte, akute traumatische Verletzungen);
  • kein Interesse an einer Teilnahme (Weigerung);
  • mangelnde Deutschkenntnisse;
  • physische Einschränkungen oder Beschwerden, die mit einer Verminderung der körperlichen Belastungsfähigkeit einhergehen

Adressen und Kontakt

Klinik Christophsbad für Psychiatrie und Psychotherapie, Göppingen

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Depressionserkrankungen nehmen immer weiter zu und schränken Betroffene sowohl in der Bewältigung des Alltags als auch in der Ausübung ihrer beruflichen und sozialen Funktion fundamental ein. Körperliche Aktivität, Gruppen- und Naturerleben spielen in der klinischen Behandlung einer Depression auf Grund der vielmals nachgewiesenen positiven Effekte auf die psychische Gesundheit eine große Rolle. Diese Faktoren werden darüber hinaus von vielen Menschen als die wesentlichen Grundmotive des Wanderns genannt. Bedauerlicherweise ist die Studienlage zur Effektivität von Wanderungen auf Depression unzureichend, weshalb im vorliegenden Projekt diese Thematik aufgegriffen wird. Dies soll dazu beitragen soll, Aussagen über die Effektivität von Wanderungen auf Symptome einer Depression treffen zu können. Ziel: a. Überprüfung der Machbarkeit der geplanten Wirksamkeitsuntersuchung (v.a. durch Identifizierung von Barrieren und Förderfaktoren); b. Identifikation potentieller Zielmessgrößen, die bezüglich einer möglichen Modifikation der psychosozialen Gesundheit relevant sein könnten; c. Ermöglichung einer Fallzahlschätzung für die Hauptstudie. Die geplante Vorstudie ist demnach hypothesengenerierend ausgelegt und dient im weiteren Studienverlauf als Grundlage für die Hauptuntersuchung (prospektive randomisierte Kontrollstudie, Laufzeit etwa 2 Jahre), in welcher daraufhin das Wanderangebot hinsichtlich der Effektivität (v.a. Verbesserung der psychischen Gesundheit) evaluiert werden soll. Methode: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird das Projekt in zwei Studienphasen eingeteilt. In der vorliegend beschriebenen Pilotstudie wird eine prospektive, nicht randomisierte und nicht kontrollierte Beobachtungsstudie durchgeführt. Die Teilnehmer werden aus 3 Stationen des Klinikums Christophsbad in Göppingen/ Geislingen rekrutiert und haben als Haupterkrankung die Diagnose Depression. Alle Teilnehmer absolvieren für den Zeitraum von 6 Wochen wöchentlich eine Wandereinheit (ca. drei Stunden, 4-10km, moderate Intensität) in natürlicher Umgebung im Raum Göppingen. Für die Messung der mittelfristigen Effekte sind die Teilnehmer vor und nach dem gesamten Interventionszeitraum (6 Wochen) angehalten, Selbst- und Fremdbeurteilungen zur Schwere der Depression, zum Gesundheitszustand, zur Hedonie/ Genuss und zur Selbstwirksamkeit abzugeben. Kurzfristige Effekte sollen über Selbstbeurteilungen vor, während und nach den einzelnen Wandereinheiten hinsichtlich potentieller Veränderungen der Grübelneigung, des Befindens, der Erregung und affektiven Reaktion sowie der subjektiven Anstrengung erfasst werden. Durch eine detaillierte Dokumentation des Studienverlaufs und qualitative Interviews (n=9-12) nach Beendigung des gesamten Interventionszeitraums mit beteiligten Mitarbeitern (Psychologen, Ärzte, Pflegepersonal) und Studienteilnehmern sollen darüber hinaus Barrieren identifiziert werden, die einer Untersuchung der Effektivität der Wanderungen im klinischen Setting im Wege stehen.

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