Beschreibung der Studie

Ereignissen unter den Konsequenzen leiden (z.B. in der Form einer Traumafolgestörung). Betroffene einer chronischen Traumafolgestörung berichten teilweise Veränderungen in ihrer Wahrnehmung und Empfindung, wie beispielsweise, dass man die Welt nur noch wie durch einen Schleier wahrnimmt oder dass sich der eigene Körper fremd anfühlt, wenn an das traumatische Ereignis gedacht oder erinnert wird. Diese Symptome werden normalerweise allein durch Selbstberichte erfasst, obwohl ihr Auftreten mit messbaren physiologischen Veränderungen und Unterschieden in den Behandlungsergebnissen in Verbindung gebracht werden konnte. Wenn Auslösereize, die mit dem Trauma assoziiert sind, Veränderungen in Empfinden und Wahrnehmung verursachen können, können diese auch körperliche Reaktionen herbeiführen. Bisher mangelt es an einheitlichen, validierten physiologischen Indikatoren, die zur Messung der Symptomstärke genutzt werden könnten. Potentielle Indikatoren sind beispielsweise elektrophysiologische Herzaktivität, Muskelspannung, Körperschwankung, Schmerzsensitivität und Geruchswahrnehmung. Die elektrophysiologische Herzaktivität kann durch die Stressreaktion verändert werden, eine Reaktion die über das autonome Nervensystem (ANS) übermittelt wird. Das ANS ist an der unwillkürlichen Regulation unserer Organe beteiligt und daher spiegeln ANS-Veränderungen eine unbewusste Anpassung an unsere Umwelt wider. Die Muskelspannung, gemessen mittels Elektromyogramm, und das Ausmaß der natürlichen Körperbewegungen geben Aufschluss über die Anspannung an verschiedenen Stellen des Körpers, während die Wahrnehmung von Schmerzen und Gerüchen genutzt werden kann, um Veränderungen in sensorischen Prozessen zu untersuchen. Um diese Marker zu identifizieren, wollen wir bei traumatisierten Patientinnen einer spezialisierten Traumastation diese „verschleiernden“ Symptome hervorrufen und dann das Auftreten und die Intensität der oben genannten Indikatoren bei diesen Patientinnen erheben. Mit dieser Studie wollen wir herausfinden, ob ein Trauma-Skript dieses „verschleiernde“ Gefühl hervorrufen kann und ob die resultierenden physiologischen Veränderungen tatsächlich mit diesem mentalen Schleier korrelieren. Diese Daten liefern einen Einblick in physiologische Marker, die von Kliniker*innen zur Unterstützung der Diagnose verwendet werden können, indem sie einen klaren, quantifizierbaren Einblick in die Intensität dieses mentalen Schleiers geben.

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Studiendetails

Studienziel Änderungen der Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität, Muskelaktivität, Körperschwankung, Schmerzsensitivität und Geruchswahrnehmung unter induzierter Dissoziation.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 72
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Vorliegen der Einwilligungserklärung; Stationärer Klinikaufenthalt; Gute Deutschkenntnisse;
  • Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

Ausschlusskriterien

  • Schwere Schädelverletzungen sowie neurologische Störungen
  • Komorbide Diagnosen: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
  • F00-F09); Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10-F19);
  • Schizophrene, schizotype und wahnhafte Störungen (F20-F29), Emotional instabile Persönlichkeitsstörung – Borderline-Typ (F60.31)
  • Behandlung mit Beta-Blockern in den letzten 4 Wochen

Adressen und Kontakt

Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Dresden

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Häufig gestellte Fragen

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Dissoziation ist ein psychologisches Phänomen, das im DSM-5 als Störung, Unterbrechung und/oder Diskontinuität der normalen, subjektiven Integration von Verhalten, Identität, Bewusstsein, Emotion, Wahrnehmung, Körperrepräsentation und motorischer Kontrolle definiert ist. Dissoziationen können in einem pathologischen Ausmaß im Rahmen einer psychischen Störung auftreten. Eine wiederkehrende posttraumatische Dissoziation, auch lange nach dem traumatischen Ereignis, ist ein bekanntes Phänomen bei Patient*innen mit chronischer posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Sie berichten unter Anderem von Depersonalisierungserfahrungen (dem Gefühl, dass der eigene Körper nicht zu sich selbst gehört oder außerkörperliche Erfahrungen) und von Desrealisierungserfahrungen (dem Gefühl, dass die Umgebung unwirklich ist). Eine solche negativ-Symptomatik dämpft jedoch das sensorische und emotionale Selbsterleben der Betroffenen. Die Mehrzahl der veröffentlichten Forschungsergebnisse zur posttraumatischen Dissoziation klassifiziert dissoziative Zustände anhand der Betrachtung der subjektiven Introspektion. Die Kernmerkmale der dissoziativen Symptomatik können jedoch diese Introspektion selbst beeinträchtigen. Bisher ist es der Forschung nicht gelungen, objektive psychophysiologische Indikatoren zu identifizieren, die den Schweregrad der posttraumatischen Dissoziation quantifizieren. Unser Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen posttraumatischer Dissoziation und dem Vorhandensein verschiedener physiologischer Veränderungen zu untersuchen, einschließlich elektrophysiologischer Herzaktivität, Muskelspannung, Körperschwankung, Schmerzsensitivität und Geruchswahrnehmung. Wenn Patient*innen nach ihren dissoziativen Erfahrungen gefragt werden, beschreiben sie teilweise Symptome, die sich auf Veränderungen in der Herzelektrophysiologie beziehen. Dies steht im Einklang mit Laborstudien, die eine Verringerung der Herzfrequenz während der Dissoziation berichten. Weitere Belege für eine negative Korrelation zwischen Dissoziationsintensität und Herzfrequenz liefern Analogstudien an gesunden Proband*innen. Es gibt jedoch nur begrenzte empirische Belege, in denen objektive Veränderungen der Herzfrequenz speziell bei PTBS-Patient*innen untersucht wurden. Elektrophysiologische Indikatoren die sich auf das Herz beziehen, einschließlich Herzfrequenz und Herzratenvariabilität, können leicht über ein Elektrokardiogramm (EKG) gemessen werden. Die Muskelspannung spiegelt das Ausmaß der elektrischen Aktivität an verschiedenen Körperstellen wider und kann nicht-invasiv mit Hilfe von Elektromyografie (EMG) gemessen werden. Bisher gibt es nur wenige Daten zur EMG-Messung an äußeren Extremitäten, die bei der posturalen Stabilität involviert sind (z. B. Unterschenkel) und an denen, die nicht involviert sind (z. B. distaler Unterarm). Die Körperschwankung ist ein Indikator für die unwillkürliche Selbstregulation von Gleichgewichtsänderungen. Fortschritte in der Sport- und Medizintechnik ermöglichen die Erfassung der Körperschwankung auf einer Kraftmessplatte, welche auf das Ausmaß der Dissoziation der Patientin hinweisen kann. Die Schmerzsensitivität gibt Aufschluss über das Ausmaß der Dissoziation und Selbstwahrnehmung der Patient*innen, indem gemessen wird, inwieweit sie schmerzhafte Reize erkennen und unterscheiden können. Aus der Literatur geht hervor, dass die Dissoziationsintensität mit der Schmerzschwelle korreliert, die Befunde für PTBS-Patient*innen sind jedoch begrenzt. Die Fähigkeit zu riechen könnte bei Patient*innen, die posttraumatische Dissoziationen erleben, ebenfalls verändert sein, da die Riechfunktion auch zur sensorischen Wahrnehmung zählt. Das Hauptziel dieser Studie ist die Untersuchung physiologischer Reaktionen nach experimentell induzierten Dissoziationen bei PTBS-Patientinnen. Insbesondere werden wir diese Dissoziationen nach neutralen und Trauma-assoziierten Skripten erheben. Um zu klären, ob diese physiologischen Reaktionen spezifisch für die dissoziativen Symptome dieser Patientinnen sind, vergleichen wir sie mit einer Gruppe nicht dissoziativer PTBS-Patientinnen. Um diese Fragestellung zu untersuchen, werden folgende Hypothesen getestet: Hypothese - Bedingungen im Symptomprovokations-Paradigma (within-subjects): H0: Die Teilnehmerinnen weisen direkt nach dem neutralen, autobiographischen Skript keine signifikant anderen Werte auf als direkt nach dem Symptomprovokations-Skript in Bezug auf ihre Geruchsschwelle, motorische Aktivität, Muskelspannung, Schmerzsensitivität und elektrophysiologische Herzaktivität. H1 (erwartetes Resultat): Die Teilnehmerinnen weisen direkt nach dem neutralen, autobiographischen Skript signifikant andere Werte auf als direkt nach dem Symptomprovokations-Skript in Bezug auf ihre Geruchsschwelle, motorische Aktivität, Muskelspannung, Schmerzsensitivität und elektrophysiologische Herzaktivität. Hypothese - Assoziation mit subjektiver Erfahrung: H0: Es zeigt sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der berichteten akuten Dissoziation während des Symptom-Provokations-Skripts und den Veränderungswerten der Geruchsschwelle, der motorischen Aktivität, der Muskelspannung, der Schmerzsensitivität und der elektrophysiologischen Herzaktivität vom neutralen zum Trauma-Skript. H1 (erwartetes Resultat): Es zeigt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der berichteten akuten Dissoziation während des Symptomprovokations-Skripts und den Veränderungswerten der Geruchsschwelle, der motorischen Aktivität, der Muskelspannung, der Schmerzsensitivität und der elektrophysiologischen Herzaktivität vom neutralen zum Trauma Skript. Hypothesen zu Gruppenunterschieden im Symptomprovokations-Paradigma (between-subjects): Neutrales Skript - ungerichtete Hypothese: H0 (erwartetes Resultat): Die beiden Gruppen (PTBS-Patientinnen mit und ohne dissoziatives Erleben) unterscheiden sich direkt im Anschluss an die Exposition zu einem neutralen autobiografischen Skript nicht signifikant hinsichtlich ihrer Geruchsschwelle, motorischen Aktivität, Muskelspannung, Schmerzsensitivität und elektrophysiologischen Herzaktivität. H1: Die beiden Gruppen unterscheiden sich direkt im Anschluss an die Exposition zu einem neutralen autobiografischen Skript signifikant hinsichtlich ihrer Geruchsschwelle, motorischen Aktivität, Muskelspannung, Schmerzsensitivität und elektrophysiologischen Herzaktivität. Trauma-Skript - gerichtete Hypothese H0: Die beiden Gruppen (PTBS-Patientinnen mit und ohne dissoziatives Erleben) unterscheiden sich direkt im Anschluss an die Exposition zu einem Symptomprovokations-Skript nicht signifikant hinsichtlich ihrer Geruchsschwelle, motorischen Aktivität, Schmerzsensitivität und elektrophysiologischen Herzaktivität. H1 (erwartetes Resultat): Dissoziative PTBS-Patientinnen zeigen eine signifikant höhere Geruchsschwelle, verminderte motorische Aktivität, verminderte Schmerzsensitivität, niedrigere Herzfrequenz und höhere Variabilität der Herzfrequenz im Vergleich zu nicht dissoziativen PTBS-Patientinnen direkt im Anschluss an die Exposition zu einem Symptomprovokations-Skript. Trauma-Skript - ungerichtete Hypothese H0: Die beiden Gruppen (PTBS-Patientinnen mit und ohne dissoziatives Erleben) unterscheiden sich direkt im Anschluss an die Exposition zu einem Symptomprovokations-Skript nicht signifikant hinsichtlich ihrer Muskelspannung nicht. H1 (erwartetes Resultat): Die beiden Gruppen unterscheiden direkt im Anschluss an die Exposition zu einem Symptomprovokations-Skript signifikant hinsichtlich ihrer Muskelspannung. Nach Einholung der Einverständniserklärung der Studienteilnehmerinnen werden psychopathologische Testungen - ergänzend zu unserer klinischen Routinediagnostik - durchgeführt. Gemäß des Script-Driven Imagery Paradigmas wird während dieser Beurteilungen wird ein Trauma-relevantes Skript sowie ein neutrales autobiografisches Skript (Kontrollbedingung) erstellt. Teilnehmende stationäre Patientinnen, die die Einschlusskriterien erfüllen, werden aus der spezialisierten Traumaklinik für eine zweistündige physiologische Messung ausgewählt. Diese Messung beginnt mit einem Schwellenwerttest für jeden physiologischen Parameter, gefolgt von drei Darbietungen eines neutralen Skripts und drei Darbietungen eines Trauma-Skripts gemäß dem Script-Driven Imagery Paradigmas. Jedes Skript wird 30 Sekunden lang abgespielt, gefolgt von 30 Sekunden, in denen die Patientin angewiesen wird, sich aktiv mit visuellen Bildern des Skriptinhalts zu befassen. Während jedes Skripts werden EKG-, EMG- und Körperschwankungsmessungen durchgeführt. Unmittelbar nach jedem Skript werden die Schmerzempfindung und die Geruchsschwelle gemessen. Die physiologischen Reaktionen werden wie folgt erfasst: Elektrophysiologische Herzaktivität mit einem an der Brust der Patientin befestigten EKG, Muskelaktivität mit an den Muskeln der Patientin befestigten Oberflächenelektroden (großer Beinmuskel mit Involvierung in kompensatorische Stabilisierungsbewegungen, nicht beteiligter Armmuskel als Kontrolle), Körperschwankung mithilfe einer Kraftmessplatte, Schmerzsensitivität mit einem mechanischen Schmerzempfindlichkeitstest und Geruchsschwelle mit einem Riechschwellentest. Nach den Tests werden die Patientinnen anhand einer RSDI-Skala (Response to Script Driven Imagery) auf das Ausmaß ihrer Reaktion auf das Trauma-Skript befragt.

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