Beschreibung der Studie

Kognitive Verhaltenstherapie ist ein wirksames Verfahren zur Behandlung der Zwangsstörung. In aktuellen Behandlungsleitlinien (z.B. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde) wird empfohlen, dass die Behandlung Exposition mit Reaktionsverhinderung einschließen sollte. Dabei werden Patient*innen angeleitet, Situationen aufzusuchen, in denen Zwangsgedanken ausgelöst werden, und damit verbundene Zwangshandlungen zu unterlassen. Obwohl diese Methode bei vielen Patient*innen zu einer deutlichen Symptomreduktion führt, profitiert ein Teil der Betroffenen nicht ausreichend. Dies scheint unter anderem davon abzuhängen, in welchem Ausmaß die Patient*innen die Methode selbstständig anwenden. Dieses Ausmaß wird auch als Adhärenz bezeichnet. In dieser Studie soll ein aus dem Amerikanischen übersetztes Interview erprobt werden, mit welchem Therapeut*innen die Adhärenz ihrer Patient*innen erfassen und beurteilen können. Gleichzeitig soll überprüft werden, ob sich die internetba-sierte Erfassung des Verlaufs selbstständiger Übungen auf die Adhärenz und Symptome psychischer Störungen auswirkt und ob die dazu eingesetetze Internetanwendung von Therapeut*innen und Patient*innen als nützlich und hilfreich er-lebt werden. Zu diesem Zweck werden die Teilnehmer*innen der Studie in zwei Gruppen aufgeteilt. Alle Teilnehmer*innen erhalten eine leitliniengerechte Verhaltenstherapie mit Exposition mit Reaktionsverhinderung, bei der den Therapeut*innen die einzelnen Schritte durch eine schriftliche Anleitung (Manual) vorgegeben sind. In beiden Gruppen sollen die Patient*innen zwischen den Therapiesitzungen Aufgaben zur Exposition mit Reaktionsverhinderung durchführen und ihr Verhalten und Erleben während der Übungen protokollieren. Letzteres erfolgt in einer Gruppe mit Papierformularen und in der anderen Gruppe durch elektronische Eingaben auf einer Internetplattform. Bei der internetbasierten Eingabe erfolgt eine umittelbare, regelbasierte Rückmeldung und bei Bedarf eine individuelle Rückmeldung durch die Therapeut*in. Die Zuweisung zu den Gruppen erfolgt bei den ersten zehn Teilnehmer*innen zufällig. Alle weiteren Teilnehmer*innen werden so zugewiesen, dass sich beide Gruppen in bestimmten Merkmalen (z.B. Alter, Geschlecht, Symptomschwere) möglichst wenig unterschieden.

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Studiendetails

Studienziel Adhärenz in bezug auf Exposition und Reaktionsverhinderung, erfasst mit der Patient Adherence Scale for Exposure and Response Prevention Therapy (PEAS)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Humboldt-Universität zu Berlin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Primärdiagnose Zwangsstörung

Ausschlusskriterien

  • akute Suizidalität; psychotische Störung (alle Diagnosen des Kapitels F2 der ICD-10 außer F21, schizotype Störung), Substanzabhängigkeit (lifetime) oder –missbrauch (in den letzten 3 Monaten vor Aufnahme der Behandlung); Borderline-Persönlichkeitsstörung, neurologische Erkrankungen; Yale-Brown obsessive compulsive scale (Y-BOCS) Gesamtwert < 12

Adressen und Kontakt

Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Psychologie, Hochschulambulanz für Psychotherapie und Psychodiagnostik, Berlin

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Häufig gestellte Fragen

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Kognitive Verhaltenstherapie ist ein wirksames Verfahren zur Behandlung der Zwangsstörung (Öst, Havnen, Hansen, & Kvale, 2015) und wird in verschiedenen Behandlungsleitlinien als Methode der ersten Wahl empfohlen (DGPPN, 2015). Besonders gut untersucht ist die Wirksamkeit von Verhaltenstherapien, in denen Exposition mit Reaktionsverhinderung als zentrale Methode eingesetzt wird (Öst et al., 2015). Bei dieser Methode sollen Patient*innen gezielt Situationen aufsuchen, in denen Zwangsgedanken ausgelöst werden (Exposition) und dann die normalerweise darauf folgenden Zwangshandlungen unterlassen (Reaktionsverhinderung). Darüber hinaus werden Interventionen zur Reduktion von Zwangshandlungen in typischen Alltagssituationen („Reaktionsverhinderung im Alltag“) durchgeführt. Obwohl diese Methode im Vergleich zu anderen Psychotherapien sehr effektiv ist, profitieren durchschnittlich 35% der behandelten Patient*innen gar nicht und weitere 15% erreichen keine Symptomfreiheit (Öst et al., 2015). Mehrere Untersuchungen zeigen, dass ähnliche Erfolgsraten möglicherweise auch mit internetbasierter Verhaltenstherapie und mit neu entwickelten Face-to-Face-Therapien erreicht werden können (Andersson et al., 2012; Andersson et al., 2014). Allerdings liegen bislang keine Hinweise darauf vor, dass diese Interventionsansätze den Anteil der Patient*innen, die profitieren oder Remission erreichen, erhöhen. Um langfristig mehr Patient*innen erfolgreich zu behandeln, sollte daher stärker darauf fokussiert werden, wie etablierte Therapieverfahren so gestaltet und ergänzt werden können, dass sich die Erfolgsraten verbessern. Bei expositionsbasierten Verhaltenstherapien hängt der Therapieerfolg in erheblichem Maße von der Adhärenz der Patientin / des Patienten ab: je stärker ein*e Patient*in zwischen den Therapieterminen den Handlungsregeln von Exposition und Reaktionsverhinderung folgt, desto eher erreicht sie / er eine Remission der Symptome (Simpson et al., 2011; Wheaton et al., 2016). Weiterentwicklungen sollten daher unter anderem darauf abzielen, die Adhärenz der Patient*innen in einer Expositionsbehandlung zu erhöhen. Eine Möglichkeit zur Adhärenzerhöhung könnte in einem stärkeren Monitoring selbstständiger Exposition und Reaktionsverhinderung und direkterem Feedback durch die Therapeut*in auch außerhalb der Therapiesitzungen bestehen. Solche Maßnahmen sind mit Hilfe digitaler Module auf E-Mental-Health-Plattformen möglich, werden aber bislang in der ambulanten Routineversorgung wenig genutzt. In der Hochschulambulanz für Psychotherapie und Psychodiagnostik am Instit für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin wurden Module entwickelt, die zur Steuerung und zum Monitoring der Umsetzung und des Erlebens von therapeutischen Aufgaben außerhalb der Therapiesitzungen eingesetzt werden können. Parallel dazu wurde die „Patient Adherence Scale für Exposure and Response Prevention Therapy“ (PEAS, Simpson et al., 2010) aus dem US-Amerikanischen ins Deutsche übersetzt, um ein international etabliertes Instrument zur Bestimmung der Adhärenz in Expositionsbehandlungen mit deutschsprachigen Patienten einsetzen zu können. Dabei wurde der Goldstandard verfolgt und eine Rückübersetzung mithilfe eines englischen Muttersprachlers vorgenommen. Diese Version wurde wiederum von der Autorin des englischsprachigen Originals geprüft und als mit der Originalversion übereinstimmend erklärt. Allgemeine Ziele dieses Pilotprojektes sind eine erste Überprüfung von Reliabilität und Validität der deutschsprachigen PEAS und eine erste Evaluation der Online-Module im Rahmen von Psychotherapien, die in der Hochschulambulanz routinemäßig durchgeführt werden. Spezifische Ziele sind: 1.) Überprüfung psychometrischer Eigenschaften der PEAS (Inter-Rater-Reliabilität, interne Konsistenz, Validität). 2.) Beurteilung der Praktikabilität und des subjektiv erlebten Nutzens der Online-Module für Therapeut*innen und Patient*innen. 3.) Überprüfung der Auswirkungen der Nutzung der Online-Moduls auf die Adhärenz der Patient*innen und den Therapieerfolg.

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