Beschreibung der Studie

Weltweit werden pro Jahr bis zu 1,5 Millionen Patienten mit angeborenen Herzfehlern (AHF), der häufigsten angeborenen isolierten Organanomalie, geboren. In etwa 30 % der Fälle handelt es sich dabei um schwere Anomalien, während die restlichen 70 % mittelgradige oder leichtere Herzfehler umfassen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit AHF durch Fortschritte in den kardiochirurgischen und interventionellen Behandlungsverfahren sowie den Einsatz neuer medikamentöser Therapien stark verbessert. Die primär hohe Letalität angeborener Herz- und Gefäßanomalien, die vor wenigen Jahrzehnten besonders in den ersten Lebensjahren über 80 % lag, konnte so weit gesenkt werden, dass derzeit mehr als 90 % der Betroffenen das Erwachsenenalter erreichen. Jüngere Zahlen aus Deutschland belegen bei AHF für den Zeitraum zwischen 1990 und 2012 eine Abnahme der Mortalitätsrate um 60 %. Gegenwärtige Schätzungen gehen davon aus, dass alleine in Deutschland 200.000 bis 300.000 Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EmaH) leben und, dass deren Zahl somit inzwischen weit ÜBER der Zahl der Kinder und Jugendlichen mit AHF liegt. In Europa leben inzwischen etwa 1.2-2.7 Mio. EmaH, entsprechend 2800 EmaH pro 1 Million Einwohner. Die genaue Zahl der betroffenen Patienten ist nicht bekannt, da noch keine umfassenden, systematischen Register für Patienten mit AHF existieren. Auch heute ist bei AHF eine “Korrektur” selten, wenn man diese so definiert, dass eine normale Herzfunktion erzielt und aufrechterhalten wird, die Lebenserwartung normal ist und keine weiteren medizinischen oder chirurgischen Behandlungen erforderlich werden. Da trotz aller Fortschritte der medikamentösen, interventionellen oder chirurgischen Behandlung bei den Betroffenen anatomische und funktionelle Rest- und Folgezustände bestehen, ist die Mehrzahl der EmaH chronisch herzkrank. Dies hat negative Auswirkungen auf Lebensqualität, Leistungs- und Arbeitsfähigkeit und erklärt die hohe Zahl von Krankenhauseinweisungen bei diesem Patientenkollektiv. Zusätzlich zu den erwähnten Rest- und Folgezuständen können im Krankheitsverlauf Komplikationen auftreten, die direkt oder indirekt mit dem AHF assoziiert sind. Vielfach entstehen auf dem Boden eines AHF Komplikationen oder Folgeerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herztod, infektiöse Endokarditis, zusätzlich erworbene Herzerkrankungen (koronare Herzerkrankung, Klappenvitien), eine pulmonal arterielle Hypertonie bei pulmonalvaskulärer Erkrankung (P(A)H-AHF), neurologische Komplikationen (z. B. zerebrale Embolien und Abszesse), psychische und intellektuelle Einschränkungen sowie hämatologische und rheologische Störungen. Dies gilt sowohl für die nativen Formen der AHF, als auch den Verlauf nach palliativer oder reparativer Behandlung. Eine kontinuierliche Nachsorge von der Kindheit über die Adoleszenz bis ins hohe Erwachsenenalter ist für diese Patientengruppe somit essenziell. Neben rein medizinischen Fragestellungen besteht spezifischer Beratungsbedarf, insbes. bezüglich Versicherungswesen und Alterssicherung, Behinderung, Bildungsformen (Schule, Studium, Beruf), Berufsfähigkeit, Belastbarkeit, Leistungsfähigkeit oder sportliche Betätigung, Führerscheinerwerb, Flugtauglichkeit und oftmals auch bezüglich Schwangerschaft und genetischer Beratung. Bei der laufenden Fragebogenerhebung sollen Fragestellungen von zwei Kollektiven (betroffene Patienten sowie primärversorgende Haus- und Allgemeinärzte, Internisten) beantwortet werden: • Besteht eine adäquate Versorgung von EmaH auf Ebene der Primärversorger? • Wie gestaltet sich die „real-life“ Versorgung von EmaH in Deutschland? • Durch wen werden EmaH ärztlich primär betreut? • Befinden sich diese Patienten überhaupt in ärztlicher Betreuung? • Falls eine ärztliche Betreuung besteht, erfolgt diese durch einen Hausarzt oder Allgemeinarzt? • Befinden sich Patienten in alleiniger hausärztlicher- oder allgemeinärztlicher Betreuung, obwohl sie in Spezialambulanzen angebunden sein könnten? • Ist den Primärversorgern die Bedeutung von Rest- und Folgezuständen bei AHF bekannt? • Sind Haus- oder Allgemeinärzte über die vorhandenen spezifischen Versorgungsstrukturen für diese Patienten (zertifizierte Spezialisten) ausreichend informiert? • Erfolgt die weitere Überweisung an entsprechend qualifizierte Institutionen, wenn kardiologische Probleme auftreten? • Erfolgt die Weiterleitung an entsprechend qualifizierte Institutionen, wenn NICHT-kardiologische Probleme auftreten, deren Verlauf aber von dem zu Grunde liegenden Herzfehler beeinflusst sein kann? • Wie kann die medizinische Versorgung der Betroffenen verbessert werden? • Bestehen Probleme bei der Verordnung hochpreisiger Arzneimittel?

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Studiendetails

Studienziel Bei der laufenden Fragebogenerhebung sollen Fragestellungen von möglichst beiden Kollektiven (betroffene Patienten sowie primärversorgende Haus- und Allgemeinärzte, Internisten) beantwortet werden: • Besteht eine adäquate Versorgung von EmaH auf Ebene der Primärversorger? • Wie gestaltet sich die „real-life“ Versorgung von EmaH in Deutschland? • Durch wen werden EmaH ärztlich primär betreut? • Befinden sich diese Patienten überhaupt in ärztlicher Betreuung? • Falls eine ärztliche Betreuung besteht, erfolgt diese durch einen Hausarzt oder Allgemeinarzt? • Befinden sich Patienten in alleiniger hausärztlicher- oder allgemeinärztlicher Betreuung, obwohl sie in Spezialambulanzen angebunden sein könnten? • Ist den Primärversorgern die Bedeutung von Rest- und Folgezuständen bei AHF bekannt? • Sind Haus- oder Allgemeinärzte über die vorhandenen spezifischen Versorgungsstrukturen für diese Patienten (zertifizierte Spezialisten) ausreichend informiert? • Erfolgt die weitere Überweisung an entsprechend qualifizierte Institutionen, wenn kardiologische Probleme auftreten? • Erfolgt die Weiterleitung an entsprechend qualifizierte Institutionen, wenn NICHT-kardiologische Probleme auftreten, deren Verlauf aber von dem zu Grunde liegenden Herzfehler beeinflusst sein kann? • Wie kann die medizinische Versorgung der Betroffenen verbessert werden? • Bestehen Probleme bei der Verordnung hochpreisiger Arzneimittel?
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 6000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie Deutsches Herzzentrum München
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • In die Studie werden Erwachsene (ab einem Alter von 18 Jahren) mit einem angeborenen Herzfehler (EmaH) eingeschlossen, unabhängig davon, ob der Herzfehler nativ ist oder operativ und/oder interventionell behandelt wurde.
  • Zusätzlich werden Haus-/Allgemeinmediziner/praktische Ärzte bzw. Allgemeininternisten mit Praxisstandort in Deutschland befragt.

Ausschlusskriterien

  • Ablehnung der Studienteilnahme durch den Patienten, Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen, oder Patienten mit etwaigen Sprachbarrieren, die sie am Verständnis der Untersuchung hindern oder Nichtvorliegen der Einwilligungserklärung.

Adressen und Kontakt

Deutsches Herzzentrum München, München

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Häufig gestellte Fragen

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Die Zahl erwachsener Patienten mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) wird in Deutschland momentan auf ca. 300.000 geschätzt. Diese Zahl ist größer als die der Kinder mit angeborenen Herzfehlern (AHF). Bei nahezu allen EMAH bestehen kardio-vaskuläre Rest- und Folgezustände, die eine lebenslange Nachsorge erforderlich machen. Trotz dieser Tatsache befinden sich schätzungsweise mehr als 200.000 EMAH NICHT in Behandlung von zertifizierten Spezialisten. Dies ist von besonderer Bedeutung, da erfahrungsgemäß viele Ärzte im Bereich der Basisversorgung keine spezifischen Kenntnisse über die Probleme dieser teils sehr komplexen Anomalien haben. Neueste Daten lassen zudem befürchten, dass selbst bei Anomalien, die lange Zeit als benigne galten, mit zunehmendem Patientenalter relevante Probleme auftreten, und dies selbst bei frühzeitig durchgeführter Therapie. Typisches Beispiel hierfür ist die Entwicklung einer pulmonalarteriellen Hypertonie bei primären Links-Rechts-Shunt-Vitien, selbst wenn diese adäquat versorgt wurden. Es ist zu befürchten, dass eine unzureichende Verlaufskontrolle und Nachsorge potentiell negative Auswirkungen auf Morbidität und Mortalität der Betroffenen hat. Zudem wird bei der Unterschätzung dieser Problematik die Möglichkeit frühzeitige präventive Maßnahmen einzuleiten, verpasst. Kardiale Hauptprobleme der EMAH betreffen die Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Endocarditiden sowie eine pulmonalvaskuläre Erkrankung. Ein zusätzliches Problem stellen mit zunehmendem Alter kardiale oder nicht-kardiale Comorbiditäten dar. Diese Problemkomplexe manifestieren sich oft anders als bei erworbenen Herzerkrankungen. Dort etablierte Therapieregime lassen sich nicht unbedingt auf AHF übertragen. Treten bei EMAH kardiale oder nicht-kardiale Probleme neu auf, wenden sie sich zumeist primär an ihren Haus- oder Allgemeinarzt. Obwohl er nur selten spezifische Kenntnisse über EMAH haben kann, kommt ihm die verantwortungsvolle Aufgabe zu, die Weichen für eine adäquate Diagnostik, Behandlung sowie prophylaktische Maßnahmen richtig und rechtzeitig zu stellen. Dies macht es notwendig, dass der Hausarzt weiß, welcher Kardiologe/Kinderkardiologe über EMAH-Erfahrung verfügt, um sich mit diesem Experten in Verbindung zu setzen. Bei der laufenden Fragebogenerhebung sollen Fragestellungen von zwei Kollektiven (betroffene Patienten sowie primärversorgende Haus- und Allgemeinärzte, Internisten) beantwortet werden: • Besteht eine adäquate Versorgung von EmaH auf Ebene der Primärversorger? • Wie gestaltet sich die „real-life“ Versorgung von EmaH in Deutschland? • Durch wen werden EmaH ärztlich primär betreut? • Befinden sich diese Patienten überhaupt in ärztlicher Betreuung? • Falls eine ärztliche Betreuung besteht, erfolgt diese durch einen Hausarzt oder Allgemeinarzt? • Befinden sich Patienten in alleiniger hausärztlicher- oder allgemeinärztlicher Betreuung, obwohl sie in Spezialambulanzen angebunden sein könnten? • Ist den Primärversorgern die Bedeutung von Rest- und Folgezuständen bei AHF bekannt? • Sind Haus- oder Allgemeinärzte über die vorhandenen spezifischen Versorgungsstrukturen für diese Patienten (zertifizierte Spezialisten) ausreichend informiert? • Erfolgt die weitere Überweisung an entsprechend qualifizierte Institutionen, wenn kardiologische Probleme auftreten? • Erfolgt die Weiterleitung an entsprechend qualifizierte Institutionen, wenn NICHT-kardiologische Probleme auftreten, deren Verlauf aber von dem zu Grunde liegenden Herzfehler beeinflusst sein kann? • Wie kann die medizinische Versorgung der Betroffenen verbessert werden? • Bestehen Probleme bei der Verordnung hochpreisiger Arzneimittel?

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