Beschreibung der Studie

Motorische Koordinationsstörungen, die bei Kleinhirnerkrankungen auftreten, werden als Ataxien bezeichnet. Sie sind ein häufiges neurologisches Symptom mit erheblicher Auswirkung auf den Alltag. Die Ursachen von Ataxien sind vielfältig, und die Behandlungsmöglichkeiten sind gegenwärtig begrenzt. Es besteht ein dringender Bedarf nach neuen Behandlungsmethoden. Eine wesentliche krankheitsverursachende Grundlage der Ataxien ist die Veränderung der elektrischen Aktivität im Kleinhirn. Hier besteht ein möglicher Ansatzpunkt für die Behandlung. Nicht-invasive, d.h. äußerliche, Hirnstimulationsverfahren wie die transkranielle Gleichstromstimulation (Englisch: transcranial direct current stimulation; tDCS) sind in der Lage, langfristig die Erregbarkeit von Nervenzellen zu verändern. Bei der tDCS wird ein schwacher Gleichstrom über einem Hirnareal, z.B. über dem Kleinhirn, zugeführt. Eine Verminderung motorischer Schwierigkeiten nach einem Schlaganfall wird bei einer Stimulation des Großhirns erzielt. Hinsichtlich einer Stimulation des Kleinhirns liegen bisher lediglich vereinzelte Ergebnisse vor, die eine Verbesserung motorischen Lernens bei Gesunden zeigen. Die Übertragbarkeit der Befunde auf Patienten mit Ataxien ist nicht geklärt. Die Anwendung zur Behandlung von Kleinhirnerkrankungen setzt eine genaue Kenntnis der Wirkweise der tDCS auf das gesunde und erkrankte Kleinhirn voraus. Hier setzt das vorliegende Projekt an. Kooperationspartner am Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie der Ruhr-Universität Bochum untersuchen ein Mausmodell zur Spinozerebellären Ataxie Typ 6 (SCA6), einer erblichen Ataxie, während wir in unserem Projekt Patienten mit einer SCA6 untersuchen. Wir untersuchen, ob sich mit einem in Vorstudien optimierten tDCS-Stimulationsprotokoll bekannte Probleme bei Patienten mit SCA6 verbessern lassen und, ob die Effekte über den Zeitpunkt der Stimulation hinaus bestehen bleiben. Effekte auf die elektrische Aktivität des Kleinhirns werden am Beispiel der sogenannten Cerebellar Brain Inhibition (CBI) untersucht, einer Messgröße für die Stärke der natürlichen Regulation des Großhirns durch das Kleinhirn. Diese wird durch einen gepaarten Magnetimpuls (durch transkranielle Magnetstimulation; TMS) über dem Klein- und Großhirn erzeugt und ist bei Patienten mit SCA6 vermindert oder gar nicht nachweisbar. Verhaltenseffekte werden am Beispiel der klassischen Blinkreflex-Konditionierung untersucht. Sie dient als leicht anwendbares Modell für motorisches Lernen und ist bei Patienten mit SCA6 wesentlich beeinträchtigt. Der tDCS-Effekt auf die Blinkreflex-Konditionierung oder die CBI könnte in zukünftigen Untersuchungen als vorhersagender Marker für den Erfolg von physiotherapeutischen Behandlungen dienen.

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Studiendetails

Studienziel Veränderung der Cerebellar Brain Inhibition durch Applikation zerebellärer transkranieller Gleichstromstimulation
Status Teilnahme bald möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Mercur Research Center Ruhr

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einverständnis des Patienten/Probanden
  • Mindestalter 18 Jahre
  • Patienten: Vorliegen einer molekulargenetisch gesicherten SCA6
  • Ausreichende Deutschkenntnisse für das Verständnis der Einverständniserklärung und der Versuchsinstruktion

Ausschlusskriterien

  • Gesunde Probanden: Vorliegen von neurologischen (einschließlich Anfallsleiden), psychiatrischen oder schwerwiegenden orthopädischen Erkrankungen
  • SCA6-Patienten: Vorliegen von anderen neurologischen (einschließlich Anfallsleiden) Erkrankungen als eine SCA6, psychiatrischen oder schwerwiegenden orthopädischen Erkrankungen
  • Drogen- oder Alkoholabhängigkeit
  • Einnahme von zentral-wirksamen Medikamenten
  • Personen mit konsumierenden Erkrankungen und in schlechtem Allgemeinzustand
  • nicht geschäftsfähige (erwachsene) Personen und Personen in behördlicher oder gerichtlicher Verwahrung

Adressen und Kontakt

Klinik für Neurologie, Essen

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Häufig gestellte Fragen

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Motorische Koordinationsstörungen, die bei zerebellärem Ataxien auftreten, sind ein häufiges neurologisches Symptom mit erheblicher Auswirkung auf Alltagsfunktionen. Ihre Ätiologie ist heterogen, und die Therapiemöglichkeiten sind gegenwärtig begrenzt. Es besteht ein dringender Bedarf nach neuen, innovativen Behandlungsmethoden. Eine wesentliche pathophysiologische Grundlage der Ataxien ist die Veränderung der zerebellären Erregbarkeit und Aktivität. Hier besteht ein möglicher Ansatzpunkt für die Therapie. Nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren, wie die transkranielle Gleichstromstimulation (Englisch: transcranial direct current stimulation; tDCS), sind in der Lage, langfristig die Erregbarkeit von Neuronen zu verändern. Bei der tDCS wird ein schwacher Gleichstrom über einem Hirnareal, z.B. über dem Zerebellum, appliziert. Eine Verminderung motorischer Defizite nach einem Schlaganfall wird bei einer Stimulation des Großhirns erzielt. Hinsichtlich einer Stimulation des Zerebellums liegen bisher lediglich vereinzelte Ergebnisse vor, die eine Verbesserung motorischen Lernens bei Gesunden zeigen. Die Übertragbarkeit der Befunde auf Patienten mit Ataxien ist nicht geklärt. Die Anwendung der tDCS zur Therapie dieser Patienten setzt eine genaue Kenntnis der Wirkweise der tDCS auf das gesunde und erkrankte Kleinhirn voraus. Hier setzt das vorliegende Projekt an. Kooperationspartner am Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie der Ruhr-Universität Bochum untersuchen ein Mausmodell zur Spinozerebellären Ataxie Typ 6 (SCA6), einer hereditären Ataxie mit nahezu ausschließlich zerebellärer Affektion, während wir in unserem Projekt Patienten mit einer SCA6 untersuchen. Wir untersuchen, ob sich mit einem in Vorstudien optimierten tDCS-Stimulationsprotokoll bekannte physiologische und funktionelle Defizite bei Patienten mit SCA6 verbessern lassen und, ob die Effekte über den Zeitpunkt der Stimulation hinaus bestehen bleiben. Physiologische Effekte werden am Beispiel der sogenannten Cerebellar Brain Inhibition (CBI) untersucht, einer Messgröße für die Stärke der physiologischen Regulation des Großhirns durch das Kleinhirn. Diese wird durch einen gekoppelten Magnetimpuls (durch transkranielle Magnetstimulation; TMS) über dem Klein- und Großhirn generiert und ist bei Patienten mit SCA6 vermindert oder gar nicht nachweisbar. Funktionelle Effekte werden am Beispiel der klassischen Blinkreflex-Konditionierung untersucht. Sie dient als leicht anwendbares Modell für motorisches Lernen und ist bei Patienten mit SCA6 wesentlich beeinträchtigt. Der individuelle tDCS-Effekt auf die Blinkreflex-Konditionierung oder die CBI könnte in zukünftigen Untersuchungen als prädiktiver Biomarker für den Erfolg von physiotherapeutischen Interventionen dienen.

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