Beschreibung der Studie

Hintergrund: Das postoperative Delir ist eine häufige Komplikation bei hochaltrigen Patienten, die mit Verwirrtheit, Aufregung, Aggressivität oder Antriebsarmut einhergehen kann. Die derzeitige Studienlage gibt Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines postoperativen Delirs und einem gestörten Botenstoffgleichgewicht im Zentralnervensystem besteht. Als Marker für einen dieser Botenstoffe kann ein bestimmter Wert im Blut bestimmt werden. Auf Erniedrigung des Botenstoffes reagiert der Körper mit einer Verminderung des abbauenden Enzyms. Die Aktivität dieses Enzyms im Blut kann gemessen werden. Zweck der Studie: Bisher ist es schwierig, vorherzusagen, welche Patienten ein besonders hohes Risiko für das o.g. Krankheitsbild haben. Die bisherigen Testverfahren sind zeitaufwändig und wenig effizient. Ziel der Studie ist mithilfe eines Point-of-care-Testsystems bettseitig die o.g. Enzymaktivität der Studienteilnehmer vor und nach der Operation zu messen und die Ergebnisse in Zusammenhang mit dem Auftreten eines postoperativen Delirs zu setzen. Hierdurch sollen mithilfe der o.g. Biomarker mögliche Risikopatienten in Zukunft einfacher zu identifizieren sein. Patientenkollektiv: Es werden freiwillige Patienten mit einem Lebensalter über 70 Jahren rekrutiert, die sich einer elektiven oder Notfalloperation unterziehen müssen. Die zu überprüfende Hypothese lautet: Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines postoperativen Delirs und einer Erniedrigung der Enzymaktivität vor der Operation bzw. ein stärkerer Abfall der Aktivität nach der Operation.

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Studiendetails

Studienziel Inzidenz des postoperativen Delirs in beiden Studiengruppen, ermittelt 2x täglich mittels Confusion Assessment Method/Confusion Assessment Method for the ICU im Zeitraum 1.-3. postoperativer Tag
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle St. Franziskus-Hospital GmbHKlinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit Lebensalter > 70 Jahre zur elektiven bzw. notfallmäßigen Operation

Ausschlusskriterien

  • bekannte demenzielle Erkrankung mit antidementieller, medikamentöser Therapie

Adressen und Kontakt

St. Franziskus-Hospital GmbHKlinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin, Münster

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Häufig gestellte Fragen

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Das postoperative Delir ist eine häufige Komplikation bei hochaltrigen Patienten. Die derzeitige Studienlage gibt Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines postoperativen Delirs und einem gestörten Acetylcholin-/Dopaminstoffwechsel im Zentralnervensystem besteht. Als Surrogatmarker für die zentrale Acetylcholinkonzentration dienen die Butyryl-/Acetylcholinesteraseaktivität (BChE/AChE) im Serum. Auf Erniedrigung der zentralen Acetylcholinkonzentration reagiert der Körper mit einer konsekutiven Verminderung der AChE (was zur Erhöhung des zentralnervösen Acetylcholinspiegels führen sollte). Ziel der Studie ist mithilfe eines Point-of-care-Testsystems (POCT) die prä-/und perioperative AChE/BChE der Studienteilnehmer zu messen und dies in Zusammenhang mit dem Auftreten eines postoperativen Delirs zu setzen. Die zugrundeliegende Hypothese sieht vor, dass Patienten mit einem erniedrigten prä- bzw. perioperativen Wert häufiger ein postoperatives Delir entwickeln. Die Studienpopulation rekrutiert sich aus freiwilligen Patienten, die sich zur elektiven Operation vorstellen bzw. sich in unserer Notfallambulanz vorstellen. Einschlußkriterium ist ein Lebensalter > 70 Jahre, Ausschlusskriterien sind eine bereits diagnostizierte demenzielle Erkrankung, sowie eine medikamentöse antidementive Therapie. Es wird präoperativ das Risiko des Patienten für ein postoperatives Delir anhand folgender Screeningmodule abgeschätzt: Alter, Mini Mental Status Test (MMST), Uhrentest, Frailty Score (nach Fried), Mini Nutritional Assessment (MNA), Geriatric Depression Scale (GDS), Anticholinergic Burden Scale (ABS), Komorbiditäten (Charlson Comorbidity Score). Zugleich erfolgt im Rahmen der präoperativen Routineblutentnahme die Gewinnung eines zusätzlichen EDTA-Blutröhrchens, aus dem mithilfe des POCT-Geräts die präoperative AChE/BChE bestimmt werden. Auf der Intensivstation erfolgt postoperativ ein Delir-Screening mit dem etablierten CAM-ICU („Confusion Assessment Method for the Intensive Care Unit“; alle 8 h). Auf der Normalstation erfolgt das Screening mit dem CAM („Confusion Assessment Method“) zweimal täglich. In der routinemäßigen Blutabnahme am 1./3. postoperativen Tag wird des Weiteren jeweils 1 zusätzliches EDTA-Röhrchen für die erneute Bestimmung der AChE/BChE gewonnen. Hierdurch kommt es zu keiner zusätzlichen Blutentnahme für den Patienten. Anschließend werden die vorliegenden Werte für AChE/BChE mit den Ergebnissen des Delir-Screenings korreliert und etwaige zusätzliche Faktoren aus dem präoperativen Assessment mit einbezogen. Die folgende Hypothese soll überprüft werden: Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines postoperativen Delirs und einer Erniedrigung der Plasmacholinesteraseaktivität vor der Operation bzw. ein stärkerer Abfall der Aktivität nach der Operation.

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