Beschreibung der Studie

Zweck der Studie: Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Tod einer nahestehenden Person nicht nur ein sehr belastendes Ereignis ist, sondern sich bei einigen Menschen auch zeitweilig auf ihr Risiko für Herz-/Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen) auswirkt. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung möglicher Faktoren die mutmaßlich zu diesem erhöhten Erkrankungsrisiko beitragen um zukünftig risikobehaftete Personen vorbeugend behandeln zu können. Dies umfasst einerseits bestimmte genetische Ausprägungen die eine Erhöhung der im Blut befindlichen Entzündungswerte besonders in Stresssituationen begünstigen können. Zum anderen die Vagusnervaktivität, welche mit der Regulation der Herztätigkeit, der Gefühle sowie der Regulation der Entzündungswerte in Zusammenhang gebracht wird. Gegenstand der Untersuchung sind die Wechselbeziehungen zwischen subjektivem Trauererleben, Vagusnervaktivität und bestimmten genetischen Ausprägungen. Ablauf der Studie: Die Studie besteht aus einem ungefähr 90 minütigen Termin an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Ulm. Potentielle Studienteilnehmer sind dabei Frauen und Männer zwischen 50 und 70 Jahren die in den letzten 6-24 Monaten eine nahestehende Person (Elternteil, Geschwister, Ehepartner, Kind) verloren haben. Nach der schriftlichen Einwilligung werden Größe und Gewicht erfasst und eine Blutdruckmanschette sowie ein EKG-Brustgurt (aus Stoff) angelegt. Daraufhin wird ein Autonomer Reaktivitätsstest durchgeführt (Dive Reflex). Dabei wird ein Kühlpack mit einer Temperatur von 4-6°C mittig für ungefähr 2 Minuten auf die Stirn aufgelegt. Die Auswirkungen dieses Reizes auf die Herzaktion können dabei im EKG aufgezeichnet werden. Zur genetischen Bestimmung wird einmalig eine Blutprobe entnommen (maximal 20 ml). Diese Proben werden zunächst mit einer Nummer versehen (pseudonymisiert) und eingefroren und erst am Ende der Studie gesammelt analysiert. Während des Termins werden zudem verschiedene Fragebögen zur Krankheitsgeschichte, Herkunft, Lebensstil und dem Umgang mit dem Trauerfall ausgefüllt. Es folgt eine 10 minütige Konzentrationsaufgabe an einem Computer, gefolgt von einem kurzen Interview zu Begebenheiten in Vergangenheit des Studienteilnehmers. Dieses Interview dauert maximal 10 Minuten, kann jederzeit abgebrochen werden und stellt den letzten Teil der Untersuchungen da.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt: Vagal mediierte Herzfrequenzvariabilität gemessen über die Indikatoren Root Mean Square of Successive Differences (RMSSD) und die High-Frequency-Power (moderiert durch 5-HTTLPR (5-Hydroxytryptamin transporter linked polymorphic region))
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 84
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • seit kurzer Zeit Trauernde (definiert als 6-24Monate).
  • Erwachsene (im Alter von 50-70 Jahren), postmenopausal.
  • Frei von schwerwiegenden medizinischen Erkrankungen (z.B. Krebs, aktuelle schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen wie wie schwere Depressive Episode, Substanzabhängigkeit).
  • Derzeit keine Einnahme von:
  • Immunsuppressive Medikamente
  • Anticholinerge Medikamente

Ausschlusskriterien

  • IL-6-Werte größer 2 Standardabweichungen über dem Mittelwert, wenn zwei Wochen vor den Untersuchungen eine selbst gemeldete Krankheit vorliegt.
  • Medizinische Non-Compliance im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes, rheumatoide Arthritis).

Adressen und Kontakt

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Ulm

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Häufig gestellte Fragen

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Trauer, vor allem in Folge des Todes einer nahestehenden Person, wird als das belastendste Lebensereignis eingestuft. Zusätzlich ist bei Trauernden eine erhöhte Morbidität und Mortalität beschrieben, der sogenannte "widowhood effect", welcher weltweit bei beiden Geschlechtern und über alle Altersgruppen hinweg dokumentiert ist. Eine potenzielle Ursache dieser vermehrten Sterblichkeit ist eine stressbedingte Erhöhung des kardiovaskulären Risikos, welche mit zwei möglichen biologischen Mechanismen in Verbindung gebracht werden kann. Zum einen mit einer verringerten Herzfrequenzvariabilität (HRV) als Index vagaler Aktivität, welche physische Anpassungsprozesse an psychische Anforderungen (Bsp. Trauma, Stress) darstellt. Zum anderen mit einer erhöhten Konzentration von zirkulierenden Entzündungsmediatoren wie Interleukin-6 (IL-6) im Blut. Vorangegangene Studien konnten bereits zeigen, dass eine allelische Variation (Single Nucleotide Polymorphism (SNP)) des IL-6-Gens mit einem höheren zirkulierenden IL-6-Spiegel im Blut von Trauernden assoziiert ist. Zusätzlich zeigen Forschungsergebnisse, dass im Zusammenhang mit der Trennung von einem geliebten Menschen (Scheidung) Unterschiede in der Stressreaktivität auf eine Laboraufgabe (Reflektion der Trennung) durch verschiedene Ausprägungen des Serotonin-Transporter Gens (5-HTTLPR) moderiert werden. Ziel der Studie ist es, bei n=84 Hinterbliebenen (Alter: 50-70 Jahre) 6-24 Monate nach Trauerfall, die moderierende Rolle verschiedener genetischer Varianten (5-HTTLPR; IL-6 –174; IL-572) auf die oben beschriebenen kardiovaskulären Risikofaktoren zu untersuchen. Zusätzlich wird in einem experimentellen Ansatz die Stressreaktivität (Veränderung der HRV) auf einen laborinduzierten und trauerassoziierten Stressor (Separation Recall Interview) realitätsnah getestet. Ergebnisse dieser Studie könnten Hinweise zur frühzeitigen Erkennung risikobehafteter Trauernder liefern und so eine rechtzeitige kardiovaskuläre Prävention ermöglichen. Während des ungefähr 90-minütigen Laborbesuchs durchläuft jeder Proband zwei experimentelle Bedingungen: erstens eine 10-minütige Kontrollaufgabe an einem Computer (Nature Control Task) und zweitens ein ebenfalls ungefähr 10-minütiges Interview zu Begebenheiten in der Vergangenheit des Probanden (Separation Recall Interview). In diesem Interview wird der Proband aufgefordert, sich an eine Situation zu erinnern, in der er sich verlassen und allein gefühlt hat. Zu beiden Bedingungen wird der Blutdruck vor und nach der Aufgabe sowie während der Erholungsphase gemessen und das EKG kontinuierlich abgeleitet. Mittels Regressionsanalysen werden die drei Moderatoren (5-HTTLPR; IL-6 –174, IL-572) in der Beziehung zwischen Ausmaß der Trauer (Prädiktor) und den Outcomes Ruhe-HRV und IL-6-Spiegel sowie HRV-Reaktivität untersucht.

Quelle

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