Endometriose-News

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2018 VON Dr. Nikolaus Offenhauser

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Die Endometriose ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnlich ist, aber außerhalb der Gebärmutter wächst und sogenannte Endometrioseherde bildet. Bisher wird die Endometriose als gutartige Veränderung betrachtet. Je nachdem, an welcher Stelle im Körper sich Endometrioseherde befinden, werden drei Hauptformen unterschieden: die Endometriose der inneren Geschlechtsorgane (Endometriosis genitalis interna), die Endometriose der äußeren Geschlechtsorgane (Endometriosis genitalis externa) und die Endometriose außerhalb der Geschlechtsorgane (Endometriosis extragenitalis). Bisher wurde lediglich die Endometriose der Eierstöcke, eine Form der Endometriosis genitalis interna, mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht.

Wissenschaftler der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität haben sich der Frage gewidmet, welcher Zusammenhang zwischen der Endometrioser und der Entstehung von Krebs besteht. Dazu wurde Gewebe aus Endometrioseherden von 27 Frauen untersucht, die an tief-eindringender (tief-infiltrierender) Endometriose leiden. In einer speziellen Untersuchung des Erbguts (Exom-Analyse) wurden bei 19 Patientinnen Erbgutveränderungen (Mutationen) in den Zellen der Endometrioseherde gefunden, die im normalen Gewebe der Patientinnen nicht nachgewiesen wurden.

Überraschend war für die Forscher, dass die Mutationen in den Genen gefunden wurden, die das Zellwachstum und Reparaturmechanismen des Erbguts steuern. Bei fünf Patientinnen wurden Mutationen in Genen gefunden, die bei anderen Krebserkrankungen Träger sogenannter Treibermutationen sind. Dabei handelt es sich um Mutationen, die für das bösartige Wachstumsverhalten von Krebszellen verantwortlich sind. Ein weiteres unerwartetes Ergebnis war, dass solche Erbgutveränderungen in Zellen aus tief-eindringenden Endometrioseherden gefunden wurden. Denn bisher ging man davon aus, dass aus tief-eindringenden Endometrioseherden kein Krebs entsteht.

Warum die Erbgutveränderungen in bestimmten Zellen der Endometrioseherde auftreten, ist noch nicht geklärt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten jedoch dazu beitragen, in Zukunft ein besseres Verständnis über die Entstehungsmechanismen der Endometriose zu erlangen. Diese Forschungsergebnisse wurden im Mai 2017 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

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Autor

Dr. Nikolaus Offenhauser

Quellen

Anglesio M S, Papadopoulos N, Ayhan A et al. (2017). Cancer-Associated Mutations in Endometriosis without Cancer. New England Journal of Medicine. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1614814#t=article, Artikel veröffentlicht am 11.05.2017, Zugriff am 20.12.2017

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